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Zahlen, Daten, Fakten

Stress am Arbeitsplatz: Mehr Unterstützung statt neuer Gesetze

Die Arbeitswelt ändert sich rasant und der Termin- und Leistungsdruck für viele Beschäftigte steigt. Doch ob sich Arbeitnehmer dadurch belastet fühlen, hängt stark von der jeweiligen Person und dem Arbeitsumfeld ab, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) Köln. Dennoch sind 89,9 Prozent der Beschäftigten, die sich selbst starken Termin- und Leistungsdruck attestieren, zufrieden. Ihr Anteil ist somit nur unwesentlich geringer als der unter jenen, die nur manchmal Termin- und Leistungsdruck haben (94,7 Prozent). „Die Stressbelastung wird durch andere Dinge am Arbeitsplatz kompensiert“, erklärt Co-Autor Oliver Stettes. Stressmindernd wirkt laut IW-Studie, wenn Kollegen und Vorgesetzte unterstützen, Beschäftigte ihre Arbeitsmenge und Pausenzeiten beeinflussen und private Belange bei der Planung der Arbeitszeit berücksichtigen können. Und wenn sie mit ihrem Einkommen und ihren Aufstiegschancen zufrieden sind.

Lange Arbeitszeiten erhöhen das Schlaganfall-Risiko

Wer pro Woche 55 Stunden oder mehr arbeitet, erhöht damit sein Schlaganfall-Risiko um rund ein Drittel. Hierüber berichtete aponet.de - das offizielle Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen. Zu dem beschriebenen Ergebnis kommen Professor Dr. Mika Kivimäki vom University College London und Kollegen in einer Metaanalyse, die jetzt im Fachjournal "The Lancet" veröffentlicht wurde. Die Forscher fanden bei ihrer Analyse einen klaren Zusammenhang zwischen der wöchentlichen Arbeitszeit und dem Risiko für einen Schlaganfall: Je deutlicher die Teilnehmer die Standard-Arbeitszeit von 35 bis 40 Stunden pro Woche überschritten, desto höher war ihr Risiko. Während Studienteilnehmer, die wöchentlich zwischen 41 und 48 Stunden arbeiteten, um 10 Prozent anfälliger waren, betrug der Unterschied bei 49 bis 54 Wochenstunden schon 27 Prozent. Arbeiteten die Probanden 55 Stunden oder mehr, erhöhte sich ihr Schlaganfall-Risiko um rund 33 Prozent.

Große Mehrheit der Berufstätigen ist im Urlaub erreichbar

Am Strand mal schnell den Anruf vom Chef entgegennehmen oder im Hotelzimmer abends die dienstlichen Mails checken – die große Mehrheit der Berufstätigen, die in den Urlaub fahren, bleibt für Vorgesetzte, Kollegen oder Geschäftspartner erreichbar. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Sieben von zehn Beschäftigten (72 Prozent), die Ferien machen, beantwortet dienstliche Anrufe, E-Mails oder Kurznachrichten wie SMS, WhatsApp-Nachrichten oder iMessages. Anrufe nehmen zwei Drittel (66 Prozent) entgegen, auf Kurznachrichten reagieren 58 Prozent und E-Mails lesen und beantworten 48 Prozent. Gut jeder vierte Beschäftigte (28 Prozent) schaltet im Urlaub komplett ab. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern und den Altersgruppen. So sind Frauen (32 Prozent) häufiger nicht erreichbar als Männer (24 Prozent). Unter den Jüngeren bis 29 Jahre ist rund jeder Zweite (45 Prozent) dienstlich während der Ferien nicht erreichbar. Bei den Älteren sind es dagegen nur 24 Prozent.

Generation 50plus: Arbeitsbedingungen und Gesundheit

73 Prozent der älteren Erwerbstätigen in Handwerksberufen wünschen sich, vorzeitig in den Ruhestand gehen zu können, während 11 Prozent der Führungskräfte und Akademiker gleichen Alters gerne darüber hinaus arbeiten würden. Zu diesem Ergebnis kommt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in der Detailanalyse einer Erwerbstätigenbefragung. Für die Analyse wurden die Angaben der älteren abhängig Beschäftigten (50 – 64 Jahre) mit denen von abhängig Beschäftigten mittleren Alters (30 – 49 Jahre) verglichen.

Starker Termin- und Leistungsdruck wird altersübergreifend am häufigsten von Führungskräften und Akademikern genannt. In den Dienstleistungs- und Handwerksberufen bestätigen dies häufiger die Befragten mittleren Alters. Von sich ständig wiederholenden Arbeitsvorgängen berichten vorwiegend Beschäftigte der gering qualifizierten Berufsgruppe (76 Prozent). Da etwa jeder Vierte der Befragten bis zum regulären Rentenalter arbeiten möchte, sind Maßnahmen wichtig, die die Gesundheit fördern und erhalten. Dabei sollte sich die betriebliche Gesundheitsförderung auf unterschiedliche Tätigkeitsprofile sowie Anforderungsniveaus der Beschäftigten in den jeweiligen Berufsgruppen ausrichten.

BGF lohnt sich: Reduzierung krankheitsbedingter Fehlzeiten um 25 %

Betriebliche Prävention kann einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung der Belegschaften leisten und für die Betriebe auch ökonomischen Nutzen erzielen. Ein neuer Report der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) gibt dazu einen Überblick – auf Basis von rund 2.400 Studien. Aus Unternehmenssicht besonders erfreulich: Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) lohnt sich. Die krankheitsbedingten Fehlzeiten sinken um durchschnittlich ein Viertel.

Auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis (Return on Investment; ROI) ist überaus positiv: Mit jedem investierten Euro können im Ergebnis 2,70 Euro durch reduzierte Fehlzeiten eingespart werden. Und auch die Beschäftigten profitieren. Ein Großteil der Studien belegt eine Verbesserung ihrer körperlichen bzw. psychischen Verfassung. Häufig ist der Nutzen von BGF dann besonders hoch, wenn Programme verschiedene Maßnahmen berücksichtigen.

Digitaler Nachlass: Oftmals nicht geregelt

Internetnutzer sollten sich rechtzeitig mit der Frage beschäftigen, was nach dem Tod mit ihren digitalen Daten, wie etwa Social-Media-Profilen, geschehen soll. Neun von zehn Internetnutzern (93 Prozent) haben für den Fall ihres Todes diesen „digitalen Nachlass“ nicht geregelt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Digitalverbands BITKOM.

Demnach geben etwa acht von zehn (78 Prozent) Internetnutzern an, dass sie ihren digitalen Nachlass gerne regeln würden, ihnen dafür aber Informationen fehlen. Das Problem: Im Gegensatz zum Erbrecht an Sachgegenständen gibt es noch keine gesetzlichen Regelungen zum Umgang mit dem digitalen Nachlass. Jeder Nutzer sollte deshalb schriftlich festhalten, wie und durch wen nach dem Tod diese digitalen Daten verwaltet werden. Auch kann deren Löschung verfügt werden. Das können ein Testament oder eine Vollmacht regeln. Wie jedes Testament müssen solche Verfügungen den gesetzlichen Formvorschriften entsprechen. Vor allem für den Zugriff auf Online-Dienste wie soziale Netzwerke, E-Mail-Konten oder Cloud-Dienste sollte man eine Regelung treffen, da die Erben nicht automatisch Zugang bekommen.

Führungsverhalten: Einfluss auf Gesundheit von Mitarbeitern

Das Führungsverhalten von Vorgesetzten ist bedeutsam für die Gesundheit der Beschäftigten. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die die Ergebnisse eines über dreijährigen europäischen Verbundprojekts bündelt. Für das Projekt „Rewarding and Sustainable Health Promoting Leadership“ (deutscher Titel: Wertschätzende und nachhaltige gesundheitsförderliche Führung) haben deutsche, schwedische und finnische Forschungsgruppen je zwei verschiedene Studien durchgeführt und ihre Ergebnisse zusammengetragen.

Im Ergebnis zeigte sich, dass eine gesundheitsförderliche Führung langanhaltende Effekte auf das Engagement und die psychische Gesundheit der Beschäftigten hat. Für Betriebe ist eine gesundheitsförderliche Führung aus zwei Gründen von Bedeutung. Erstens stabilisiert sie deutlich das psychische Wohlbefinden der Beschäftigten und die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten. Zweitens können Unternehmen auf diese Weise engagierte Mitarbeiter binden und so dem drohenden Fachkräftemangel entgegenwirken.

Krank am Feiertag: Bereitschaftsdienstnummer 116 117 hilft

Starke Bauchschmerzen oder hohes Fieber am Feiertag – wer hierzulande außerhalb der Praxisöffnungszeiten dringend medizinische Hilfe benötigt, kann sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) wenden. Überall in Deutschland sind niedergelassene Ärzte im Einsatz, die Patienten in dringenden medizinischen Fällen ambulant behandeln – auch nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Der Bereitschaftsdienst ist seit einigen Jahren unter der bundesweit einheitlichen Telefonnummer 116 117 zu erreichen.

Die Rufnummer funktioniert ohne Vorwahl, gilt deutschlandweit und ist kostenlos, egal ob Patienten von zu Hause aus oder mit dem Mobiltelefon anrufen. Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist zuständig für die medizinische Versorgung, wenn Arztpraxen geschlossen sind und darf nicht mit dem Notruf verwechselt werden. Bei medizinischen Notfällen gilt auch weiterhin die Notrufnummer 112.

Betriebsratswahlen: Belegschaft setzt auf Erfahrung

Der typische Betriebsrat in Deutschland ist männlich und über 46 Jahre alt. Das zeigt die Betriebsratswahlbefragung 2014 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Frauen haben demnach im vergangenen Jahr im Durchschnitt nur ein Viertel der Mandate errungen. Allerdings entspricht die Quote weiblicher Mandatsträger damit meist dem Frauenanteil in den untersuchten Unternehmen. In lediglich 9 Prozent der Firmen sind Frauen im Betriebsrat tatsächlich unterrepräsentiert. Der zentrale Grund dafür: Es gibt oft zu wenig weibliche Beschäftige, die für ein Betriebsratsmandat kandidieren.

Bei ihrer Entscheidung setzen die Wahlberechtigten auf Kontinuität: Durchschnittlich wählten sie zwei Drittel der Betriebsräte wieder. Das hat auch einen erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung der Betriebsräte nach Altersgruppen. Denn die hohe und steigende Wiederwahlquote führt zu einem immer größeren Anteil der 46- bis 59-jährigen Mandatsträger. Offenbar setzen die Belegschaften auf Lebens- und Berufserfahrung. Der sehr große Anteil älterer Betriebsratsmitglieder und -vorsitzender signalisiert in den Augen der IW-Experten aber auch, dass für manchen eine Karriere als betrieblicher Interessenvertreter ansprechender ist als im angestammten Beruf.

Gesundheit: Geiz zahlt sich nicht aus

Australische Forscher haben herausgefunden, dass es sich lohnen kann, großzügig zu sein. Wer knausert, so das Fazit ihrer Studie, setzt sich selbst unter Stress. Hierüber berichtete aponet.de, das offizielle Gesundheitsportal der deutschen ApothekerInnen, in einer Pressemitteilung. Nicht nur jene, die ein zu niedriges Angebot erhalten, sondern auch die, von denen es kommt, sind demnach gestresster als Personen, die großzügiger sind. Dies zeigte sich in einem Verhandlungsspiel, in dem es darum ging, eine bestimmte Summe zwischen zwei Personen aufzuteilen. Eine Person hatte die Aufgabe, ein Angebot zu machen, dass die zweite Person ablehnen konnte, wenn sie ihren Anteil als zu niedrig empfand. In diesem Fall gingen beide leer aus. „Wir fanden heraus, dass ein niedriges Angebot unterhalb von 40 Prozent der Gesamtsumme sowohl beim Verteiler als auch beim Empfänger die Variabilität der Herzfrequenz ansteigen ließ und den Stresspegel erhöhte“, so Professor Uwe Dulleck von der Queensland University of Technology. Eine mögliche Erklärung sei, dass das Gefühl von Schuld bei einem zu niedrigen Angebot den Stress des Gebers erhöhe, schreiben die Forscher im Online-Fachjournal PLOS ONE. „Es kann als Beweis dafür angesehen werden, dass wir uns in solchen Situationen in andere hineinversetzen“, so Co-Autor Dr. Markus Schaffner. „Wir fühlen uns schlecht, wenn wir andere unfair behandeln, zum Beispiel wenn wie in dem Spiel weniger als 40 Prozent der Gesamtsumme angeboten werden.“ Wer geizt, hat demnach einen emotionalen und psychologischen Preis zu zahlen.

Arbeitsmarkt: Nur Qualifizierung hilft

Jeder siebte Erwachsene in Deutschland hat keinen Berufsabschluss und benötigt deshalb gezielte Förderung, um auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). In Deutschland gelten rund 7,5 Millionen Personen im Alter von 16 bis 64 Jahren als an- und ungelernt, verfügen also über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Über 40 Prozent der An- und Ungelernten gehen keiner Erwerbstätigkeit nach – im Vergleich zu nicht einmal 20 Prozent der Personen mit Berufsabschluss. Um die Arbeitsmarktchancen der Personengruppe nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig Fachkräfteengpässen entgegen zu wirken, ist eine gezielte Qualifizierung unerlässlich. Die IW-Forscher befürworten dafür kurzfristig eine Nachqualifizierung beispielsweise durch zertifizierte Teilqualifikationen. Mit diesen können einzelne Bestandteile eines Berufs in Form von Modulen nachgeholt werden oder im Lauf der Zeit sogar komplette Berufsabschlüsse, in der Regel berufsbegleitend.

Rückenbeschwerden: Keine systematische Vorbeugung durch Unternehmen

Weniger als die Hälfte der Unternehmen beugt systematisch Rückenbeschwerden vor. Das geht aus einer Befragung im Auftrag der Kampagne „Denk an mich. Dein Rücken“ hervor. So berücksichtigt zum Beispiel nur knapp jeder zweite Betrieb körperliche Belastungen des Rückens bei der Beurteilung von Gefahren im Betrieb. Das Ergebnis überrascht: Denn insgesamt geben rund drei Viertel der Unternehmen und Beschäftigten an, dass Rückenbelastungen im Arbeitsalltag für sie eine Rolle spielen. „Rückenerkrankungen gelten als Volkskrankheit Nummer 1“, so Dr. Walter Eichendorf, stv. Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). „Um Rückenbeschwerden vorzubeugen und zu vermeiden, ist es daher wichtig, auch Risiken und Gefahren im Arbeitsumfeld zu erkennen und zu beseitigen.“ Rückenbeschwerden können jedoch nicht nur auf körperliche Beanspruchung zurückgehen. Stress durch hohen Zeitdruck oder durch schlechte Führung kann sich gleichermaßen auf die Rückengesundheit auswirken. „Unsere Untersuchung hat allerdings gezeigt, dass lediglich ein Drittel der Unternehmen psychische Belastungen bei der Beurteilung von Gefahren berücksichtigt.“, so Eichendorf weiter. „Hier könnten die Betriebe direkt ansetzen, um Ausfallzeiten durch Rückenbeschwerden zu verringern."

Soziale Netzwerke – keine Freundschaft mit Chef

Die Mehrheit der Berufstätigen will mit dem eigenen Chef nicht in einem Sozialen Netzwerk befreundet sein. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM. 37 Prozent der Beschäftigten, die ein Soziales Netzwerk nutzen, würden eine entsprechende Freundschafts- oder Kontaktanfrage ihres Chefs auf keinen Fall annehmen, 20 Prozent wahrscheinlich nicht. Demgegenüber sagen nur 9 Prozent, dass sie eine solche Anfrage auf jeden Fall bestätigen würden, 14 Prozent würden wahrscheinlich zustimmen. Und mit 15 Prozent gibt ein hoher Prozentsatz an, nicht zu wissen, wie die Entscheidung ausfallen würde, käme eine Freundschaftsanfrage vom Chef. Nur 5 Prozent der Befragten sind bereits mit ihrem Chef online befreundet.

Balance schaffen – Gesundheit fördern

Die heutige Arbeitswelt fordert Flexibilität von Unternehmen und Beschäftigten: Ständige Erreichbarkeit, Bereitschaft zu Überstunden und häufig wechselnde Aufgaben. Die aktuelle Befragung iga.Barometer zeigt, dass wachsende Flexibilitätsanforderungen zu Konflikten zwischen Arbeits- und Privatleben führen und Erschöpfungszustände auslösen können. Hierüber informiert der BKK Dachverband e.V. in einer aktuellen Pressemeldung. Im Rahmen des iga.Barometers 2014 wurden rund 2.000 Erwerbstätige in Deutschland zur beruflichen Flexibilität und deren Auswirkungen auf Familie, Gesundheit und Erholungsfähigkeit befragt. Demnach sind die Anforderungen an Beschäftigte beträchtlich: Zwei Drittel (65 Prozent) der Erwerbstätigen leisten regelmäßig Überstunden. Von den Betroffenen fühlt sich jeder Fünfte durch die Erwartung des Arbeitgebers belastet, Mehrarbeit leisten zu müssen. Von einem Fünftel (22 Prozent) der Befragten wird erwartet, dass sie auch im Privatleben für dienstliche Angelegenheiten zur Verfügung stehen, wobei jeden dritten Betroffenen diese Erreichbarkeit ziemlich belastet.

Unterstützung durch Vorgesetzte – wichtig aber unterschätzt

Unterstützen Vorgesetzte ihre Mitarbeiter, so wirkt sich das positiv auf deren Gesundheit aus. Hierüber informiert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in einem aktuell veröffentlichten „Factsheet“. Die Unterstützung durch Vorgesetzte erfüllt drei wichtige Funktionen: Sie kann einerseits die Arbeitsbelastung der Beschäftigten verringern, indem Lösungswege aufgezeigt werden. Andererseits kann Unterstützung dem Auftreten von stressbedingten gesundheitlichen Beeinträchtigungen entgegenwirken. Drittens kann allein das Bewusstsein, sich im Ernstfall auf einen Vorgesetzten verlassen zu können, eine „puffernde“ Wirkung auf Auftreten und Ausmaß von Stress haben. Das Factsheet plädiert daher dafür, dass Betriebe entsprechende Rahmenbedingungen für unterstützende Maßnahmen schaffen. Denn wenn es für Führungskräfte selbstverständlich ist, Hilfestellungen anzubieten, und Beschäftigte dazu angehalten werden, Probleme zu kommunizieren und Hilfsangebote zu erfragen, können alle nur profitieren.

Jeder Dritte liest keine Datenschutzerklärungen

Fast ein Drittel (31 Prozent) der Internetnutzer in Deutschland verzichtet komplett darauf, die Datenschutzerklärungen von Online-Diensten zu lesen. Dabei verzichten 21 Prozent bewusst auf die Durchsicht von Datenschutzerklärungen. Weitere 10 Prozent gehen zwar ins Internet, sind aber der Meinung, keine datenschutzrelevanten Dienste zu nutzen. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM unter 811 Internetnutzern ergeben. Danach lesen 42 Prozent der Befragten die Erklärungen immerhin „selten“. Weitere 16 Prozent lesen die Hinweise zum Datenschutz „oft“ und 11 Prozent sogar „immer“. Allerdings sind Datenschutzerklärungen aufgrund der gesetzlichen Vorgaben sowie der immer komplexer werdenden Prozesse bei der Datenverarbeitung in der Regel lang, unübersichtlich und schwer verständlich. Anbieter von Online-Diensten, aber auch die Betreiber von Webseiten sind immer dann zur Veröffentlichung von Angaben zum Datenschutz verpflichtet, wenn sie personenbezogen Daten erheben. Das kann bereits der Fall sein, wenn sie die E-Mail-Adresse eines Nutzers für den Versand eines Newsletters speichern oder Cookies für die Auswertung des Besucherverhaltens setzen.

Nach Feierabend in den Zweitjob?

Der Trend zur Mehrfachbeschäftigung steigt. Fünf Prozent der deutschen Erwerbstätigen, also immerhin rund zwei Millionen Menschen, haben mehrere Jobs. Zu diesem Ergebnis kommt das sechste Factsheet, das die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) jetzt veröffentlicht hat. Zwar sind Mehrfachbeschäftigte in ihrer Haupttätigkeit oft in Teilzeit beschäftigt, rechnet man jedoch alle Erwerbstätigkeiten zusammen, ergibt sich für fast die Hälfte der Mehrfachbeschäftigten eine wöchentliche Arbeitszeit von mehr als 48 Stunden. Dagegen arbeiten nur 15 Prozent der Einfachbeschäftigten über 48 Stunden in der Woche. Durchschnittlich verbringen Mehrfachbeschäftigte 45 Stunden pro Woche mit ihren Jobs. Damit arbeiten sie sieben Stunden mehr als Beschäftigte mit nur einem Arbeitgeber. Die Motivation, mehreren Jobs gleichzeitig nachzugehen, kann unter anderem finanzieller Natur sein. Während bei den Einfachbeschäftigten jeder Fünfte einen monatlichen Bruttoverdienst von weniger als 1.500 Euro durch die Hauptbeschäftigung hat, trifft dies auf ein Drittel der befragten Mehrfachbeschäftigten zu.

2013 weniger tödliche Arbeits- und Schülerunfälle

Im Jahr 2013 sind weniger Menschen als im Vorjahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin tödlich verunglückt. Das geht aus einer vorläufigen Erhebung der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen hervor, die ihr Verband, die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) veröffentlicht hat. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle ging um 45 auf insgesamt 455 Fälle zurück, die der tödlichen Wegeunfälle um 74 auf 312. Auch die Zahl der tödlichen Schülerunfälle sank um 16 auf insgesamt 40. Leicht gestiegen ist hingegen die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle, sie nahmen um 0,5 Prozent auf 889.276 Fälle zu. Noch deutlicher war der Anstieg bei den meldepflichtigen Wegeunfällen, ihre Zahl stieg um 4,9 Prozent auf 184.936. Durchweg gute Nachrichten sind aus dem Bereich der Schülerunfallversicherung zu vermelden. Im Jahr 2013 ereigneten sich 1.177.291 meldepflichtige Schulunfälle, das entspricht einem Rückgang von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Schulwegunfälle gingen um 2,4 Prozent auf 108.238 Fälle zurück.

Arbeitszeit: Wünsche halten sich die Waage

Die Wünsche von Beschäftigten, ihre Arbeitszeit zu verkürzen oder zu verlängern, halten sich in der Summe weitgehend die Waage. Dahinter verbergen sich aber große Unterschiede zwischen den Arbeitszeitwünschen von Minijobbern, regulär Teilzeitbeschäftigten und Vollzeitbeschäftigten – und zwischen Männern und Frauen. Dies geht aus einer jetzt veröffentlichten Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Vollzeitbeschäftigte Männer wünschen sich im Durchschnitt eine Verkürzung ihrer vereinbarten Wochenarbeitszeit um 0,4 Stunden – von 39,6 auf 39,2 Stunden. Vollzeitbeschäftige Frauen würden dagegen im Schnitt gerne gut zwei Stunden wöchentlich weniger arbeiten und auf diese Weise ihre vereinbarte Arbeitszeit von 38,4 auf 36,3 Stunden reduzieren. Bei den Minijobbern würden sowohl Frauen als auch Männer im Durchschnitt gerne 6,5 Stunden länger arbeiten. Frauen würden dabei ihre Arbeitszeit von durchschnittlich 11,1 Stunden auf 17,5 Stunden erhöhen wollen, Männer von 14,8 auf 21,3 Stunden.

Gesund und aktiv älter werden: Bewegung ist das A und O

Noch nie haben so viele Frauen und Männer ein so hohes Alter erreicht wie heute. Seit 1990 hat sich die Zahl der Menschen über 65 Jahre bundesweit um fünf Millionen erhöht - einem Anstieg um 42 Prozent. Derzeit sind 21 Prozent der bundesrepublikanischen Bevölkerung 65 Jahre alt oder älter. Im Jahr 2030 werden es fast 37 Prozent, also 28 Millionen sein. Geeignete Sport- und Bewegungsaktivitäten wirken sich positiv auf die physische und die psychische Gesundheit aus. Allerdings bewegen sich die Deutschen in allen Altersgruppen, vor allem jedoch im höheren Alter, zu selten. So ist nur etwa die Hälfte der 55- bis 69-jährigen einmal oder mehrmals wöchentlich aktiv. Dabei zeigt gerade die neuere Forschung, dass Menschen sehr wohl bis ins hohe Alter trainierbar sind. Das gilt auch für Präventionsangebote, die erst im Alter einsetzen. Diese wirken sich erwiesener Maßen positiv auf Gesundheit, Mobilität und Selbstständigkeit aus. Ein Blick auf die errechneten Daten hinsichtlich der Lebenserwartung zeigt, dass Männer, die das 60. Lebensjahr erreicht haben, statistisch gesehen noch weitere 21,3 Jahren vor sich haben, bei den Frauen sind es sogar fast 25 Jahre. Ein gesunder, bewegungsreicher Lebensstil lohnt sich also.

Forschung: Mit Zeit der Beschäftigten wertschätzend umgehen

Anrufe oder Mails vom Chef nach Feierabend oder im Urlaub sind längst kein Problem von Führungskräften mehr. Etwa jeder zweite Beschäftigte erledigt manchmal Berufliches auch außerhalb der regulären Arbeitszeit. Mit dem Bericht „Die Auswirkungen arbeitsbezogener erweiterter Erreichbarkeit auf Life-Domain-Balance und Gesundheit“ fasst die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) den aktuellen arbeitswissenschaftlichen Kenntnisstand zum Thema „ständige Erreichbarkeit" zusammen. Er macht deutlich, dass moderne Kommunikationsmittel Fluch und Segen zugleich sein können. Die analysierten Studien zeigen, dass mehr Arbeit ins Privatleben Einzug hält. Je stärker, desto mehr nehmen die Beschäftigten die Beeinträchtigungen des Privatlebens durch die Arbeit wahr. Der empfundene Stress oder das Nicht-Abschalten vom Job verschlechtert ihre Befindlichkeit. Andererseits stärkt das Gefühl, gebraucht zu werden, die Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit.