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Gut zu wissen

Urban Gardening: Damit die Tomate nach Tomate schmeckt

Urban-Gardening

Es ist erstaunlich, nach wie viel eine Tomate schmecken kann. Die saftige, rote Frucht ist vor allem süß, aber auch ein bisschen herb. Sie schmeckt vollmundig und so, als ob noch Sonnenstrahlen unter ihrer knackigen Schale schlummern würden. Für diesen Genuss muss die Tomate an einem Zweig unter freiem Himmel rot geworden sein, reif geerntet und an einer Pflanze gehangen haben, deren Wurzeln tief in der Erde steckten.

Im Supermarkt findet man so eine Frucht nicht. Selbst auf dem Markt muss man sich auf die Aussagen der Verkäufer verlassen, denn dem Gemüse sieht man nicht an, wie und wo es gezogen wurde. Auch weiß man nie, mit welchen schädlichen Stoffen und Bakterien Tomaten, Möhren, Gurken und Co. beim Transport und Verkauf in Kontakt gekommen sind. Sicher weiß man aber, dass viele der Gemüsesorten aus den Supermarktregalen wegen der frühzeitigen Ernte und der relativ langen Liefer- und Lagerzeiten nur noch einen Bruchteil ihrer Nährstoffe enthalten. Und was heißt das nun? Wer in eine Tomate beißen möchte, die nach Tomate schmeckt und noch alle ihre gesunden Inhaltsstoffe besitzt, sollte die Früchte selbst anbauen. So kann man sich außerdem sicher sein, dass die Pflanze ohne Fungizide, Herbizide und Pestizide groß geworden ist.

Garten geht überall: Urban Gardening

Um zum Gärtner zu werden, braucht man keinen großen Garten. Man muss auch nicht auf dem Land wohnen. Platz für eigenes Gemüse ist nahezu überall. Denn das derzeit als „Urban Gardening" im Trend liegende Gärtnern für jedermann kann man auch als eingefleischte Stadtpflanze auf dem Balkon, der Terrasse, im Kleingarten oder auf einer gepachteten Parzelle Land züchten – je nachdem wie groß der Spaß am Gärtnern ist und wie zahlreich die Mitesser.

Erbsen wachsen nicht in Dosen

Sind Kinder mit im Spiel, lernen sie zugleich, dass beispielsweise aus in den Boden gelegten trockenen Erbsen kletternde Pflanzen mit zarten grünen Schoten werden, die sich direkt vom Strauch naschen lassen. Damit das eigene Gemüse garantiert schadstofffrei ist, sollten Hobbygärtner komplett auf Chemie verzichten. Das fängt bei der Erde an. Wer sein Gemüse in Kübeln, Körben und Kisten zieht, kauft sich spezielle Erde im Garten- oder Baumarkt. Jungpflanzen gedeihen besonders gut in Anzuchterde, später ist Pflanz- bzw. Gemüseerde optimal. Für Pflanzen wie Tomaten, die sehr viele Nährstoffe aus dem Boden ziehen, gibt es Spezialerden, z. B. die gehaltvolle Tomatenerde. Wer normale Erde verwendet, sollte stark zehrende Pflanzen häufig düngen. Geeignet ist organischer Dünger, z. B. Kompost, Hornprodukte, Rindenprodukte oder Mist. Leicht lösliche Mineraldünger wie Blaukorn sind tabu.

Gegenseitiger Schutz vor Schädlingen

Die Art der Pflanzen richtet sich nach dem Platz und den eigenen Vorlieben beim Kochen. In kleinen Gärten wachsen beispielsweise Erdbeeren, Erbsen, Salat, Radieschen, Tomaten, Zwiebeln, Möhren, Tomaten, Kohlrabi und Kartoffeln gut. Angepflanzt werden sie am besten in einer Mischkultur, das heißt in ein Beet kommen die Sorten, die sich gut verstehen und einander vor Schädlingen schützen, z. B. Zwiebeln und Möhren. Außerdem sollten die Gemüsesorten von Jahr zu Jahr ihren Standort wechseln. Bei der so genannten Fruchtfolge werden beispielsweise auf einer Stelle Karotten angebaut und im darauffolgenden Jahr Tomaten. Das ist wichtig, weil jedes Gemüse unterschiedliche Mengen verschiedener Nährstoffe benötigt.

Zur Erntezeit wird genascht

Prinzipiell lassen sich alle Gemüsesorten, die im Kleingarten gedeihen, in Kübeln, Töpfen und Kästen auf dem Balkon bzw. der Terrasse anbauen. Falls das nicht gelingt, liegt das nicht am vielzitierten fehlenden grünen Daumen, sondern meistens an zu kleinen Gefäßen. Sorten wie Tomaten, Paprika oder Gurken benötigen einen Kübel, der mindestens zehn Liter fasst und einen Durchmesser von etwa 30 Zentimeter hat – und das pro Pflanze. Da für den Naschgarten also nur einzelne Gemüsepflanzen gebraucht werden, lohnt sich die Aussaat oft nicht. Sinnvoller ist es, Jungpflanzen zu kaufen und sie ab Mitte April an einen sonnigen Platz auf dem Balkon bzw. der Terrasse zu stellen. Wenn es dort sehr zugig ist, sollten die Pflanzen, z. B. mit Planen geschützt werden. Die einzelnen Sorten brauchen unterschiedlich viel Pflege. Erdbeeren sind beispielsweise sehr genügsam und benötigen zusätzlich zu der täglichen Menge Wasser und gelegentlich Dünger kaum Aufmerksamkeit. Tomaten hingegen sind sehr durstige Vertreter, bei denen regelmäßig die Nebentriebe abgeknipst und die Haupttriebe hochgebunden werden müssen. Steht endlich im Sommer die Erntezeit an, fällt die Belohnung für den Hobbygärtner üppig aus: Die Erdbeeren, Paprika, Tomaten, Gurken und Bohnen schmecken nicht nur lecker, sondern liefern noch eine Extraportion gesunde Vitalstoffe – und das garantiert ohne Chemie.