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​Mehr als nur ein „Kampf dem Kater“!

Brummschädel und die Übelkeit am Morgen danach: Ist das wirklich das Schlimmste am Alkohol? Oder gibt es viel gravierendere Folgen? Leider ja: Am schlimmsten sind die Konsequenzen, die wir durch unser Verhalten unter Alkoholeinfluss anrichten. Wir zeigen Strategien auf, die das böse Erwachen verhindern.

Unter Alkoholeinfluss überschätzt man gerne mal die eigenen Fähigkeiten – vor allem die, im angetrunkenen Zustand noch am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Gerade weil Alkohol – wie andere Drogen auch – unsere Wahrnehmung und unsere Selbsteinschätzung beeinträchtigt, können wir kaum selbst beurteilen, ob wir noch fit genug sind für die Teilnahme am Straßenverkehr.

Die Umgebung kommt mir vor wie in Technicolor wenn ich trinke

Zunächst scheint Alkohol stimulierend, anregend und belebend zu wirken: Wir sind lockerer, heiterer, weniger zugeknöpft als gewohnt – Geistesblitze fliegen uns nur so zu, wir sind ausgelassen, finden alles spannend und lustig. Wir treten einfacher mit neuen Leuten in Kontakt und kommen leichter ins Gespräch. So vergessen wir die Sorgen, die uns sonst im Alltag plagen. Genau aus diesem Grund erfreut Alkohol sich auch so großer Beliebtheit. Jetzt, in der ersten Phase des Angeheitertseins, ist noch alles in Ordnung. Wer jetzt auf alkoholfreie Getränke umsteigt, vermeidet den Absturz, den Kater oder die Unfallfahrt. Doch wie schafft man das, wenn man gerade so gut drauf ist?

Der Schlüssel ist es, sich eine Strategie anzugewöhnen und eine innere Stärke zu trainieren, die robust ist gegen die spontanen Versuchungen. Denn im späteren Stadium, das sich bemerkbar macht durch Schwanken beim Aufstehen oder Gehen (Torkeln), Einschränkung der Artikulationsfähigkeit (Lallen), Übelkeit, vernebelte Sinne bis hin zum berüchtigten Doppeltsehen, liegt der Verstand bereits am Boden. Deshalb ist es so wichtig, sich von Anfang an eine Grenze zu setzen – und deren Einhaltung konsequent zu verfolgen.

Selbstschutzmaßnahmen für Autofahrer

Wer wenig Kontrolle über seinen Alkoholkonsum hat, sollte erst gar nicht mit dem Auto anreisen. Oder aber bereits vor dem Trinken Maßnahmen ergreifen – etwa den Autoschlüssel den Gastgebern oder dem Wirt zur sicheren Verwahrung anvertrauen. In manchen Ländern ist der Einbau sogenannter Alkohol-Wegfahrsperren bereits gesetzlich geregelt. Solche technische Einrichtungen sind jedoch keine therapeutische Hilfe gegen den Alkoholmissbrauch und nur eine allerletzte Notbremse, bevor Schlimmeres geschehen kann – immerhin sind bis zu 25 % der Verkehrstoten auf Alkoholkonsum zurückzuführen.

Andere Risikobereiche

Alkohol versetzt Menschen oft in euphorische Stimmung, in der sie jede Fähigkeit zur realistischen Lagebeurteilung verlieren. Man flirtet heftig mit einer extrem gut aussehenden Person – was man sich im nüchternen Zustand niemals zutrauen würde. Man balanciert erfolgreich auf einem Brückengeländer, obwohl man eigentlich kaum noch geradeaus gehen kann. Die unter Alkoholeinfluss entstehende Euphorie befähigt uns mitunter zu unglaublichen Taten. Das liegt daran, dass unser Realitätssinn jetzt komplett ausgeschaltet ist – so übersehen wir, dass unsere Flirtbekanntschaft erkennbar schon vergeben ist: Ihre Begleitung guckt schon reichlich genervt und finster. Und dass nur eine Handbreit vom Brückengeländer entfernt der Absturz ins eiskalte Wasser droht, übersehen wir auch. Und noch etwas übersehen wir im beginnenden Rausch leicht: Die Möglichkeit, dass die gute Stimmung schnell in eine schlechte umschlagen kann, wenn wir den einen kleinen, aber entscheidenden Schritt zu weit gehen. Dann kann es auch schnell zu handfesten Aggressionen kommen. Soweit sollte man es nicht kommen lassen. Mit diesen Tipps gelingt es, das eigene Verhalten in Sachen Alkohol besser zu kontrollieren:

10 bewährte Tipps, den Alkoholkonsum zu zügeln

  1. Bevorzugt alkoholfreie Getränke konsumieren – das kann man ganz traditionell und unauffällig in der Fastenzeit einmal ausprobieren. Wer diese Zeit ohne Alkohol übersteht, zeigt Willensstärke.
  2. Niemals Alkohol trinken, wenn man Sorgen oder Probleme hat, die man gern durch das Trinken betäuben möchte. Alkohol löst die Probleme nicht, sondern verschärft sie nur.
  3. Alkohol ist keine Entspannungsmethode – wer Entspannung sucht, kann ein Buch lesen, Musik hören, laufen gehen, einen Spaziergang unternehmen, Yoga machen, in die Sauna gehen. Das wirkt nachhaltig!
  4. In Gesellschaft nie mehr als nur ein Glas trinken – wenn nachgeschenkt werden soll, darf man höflich ablehnen.
  5. Den Abend in Gesellschaft mit einem alkoholfreien Getränk beginnen – so setzt man automatisch später ein. Alkohol nur langsam und in kleinen Schlucken trinken – und neben dem einen alkoholischen Getränk immer auch ein alkoholfreies Getränk im Wechsel konsumieren.
  6. Wer sich intensiv unterhält, trinkt automatisch weniger – man merkt bald, dass ein gutes Gespräch auch ohne Alkohol zustande kommen kann. Nüchternheit führt sogar dazu, dass wir unsere Gedanken schärfer fassen und klarer artikulieren können.
  7. Wenn man ein alkoholisches Getränk konsumiert, dann bewusst genießen und z. B. den Wein nicht runterstürzen. Beim Trinken wie beim Essen sollte man sich nicht mit anderen Dingen ablenken. Sonst trinkt man wie auf Autopilot.
  8. Alkoholgenuss sollte immer bewusst geschehen und nach Regeln funktionieren – zu Hause hat man keine Vorräte, sondern trinkt nur mit Freunden im Lokal. Und dort nur wenig.
  9. Keine salzigen Knabbereien nebenbei essen, die den Durst verstärken. Und wenn das Durstgefühl sich meldet: Der beste Durstlöscher ist immer noch Wasser!
  10. Wer das Gefühl hat, dass der eigene Alkoholkonsum problematisch geworden ist, sollte mal mit der Familie und Freunden sprechen. Sie werden ehrlich einschätzen können, ob das eigene Trinkverhalten noch gesund ist und einen dabei unterstützen, das Trinken wieder in den Griff zu bekommen. Ganz wichtig ist dabei, dass man niemanden um Rat fragt, der selber öfters einen über den Durst trinkt. Vielleicht kann man ja auch gemeinsam weniger trinken?

Jeder weiß, dass Alkohol ein Zellgift ist. Alkohol hinterlässt auch auf organischer Ebene erhebliche Schäden: Herzkrankheiten und Krebs treten bei Alkoholkonsumenten signifikant häufiger auf, das Gehirn wird nachhaltig geschädigt, die Leber angegriffen und nicht zuletzt leidet auch die Potenz. Will man diese Folgen in Kauf nehmen?

Alkoholkonsum birgt viele Risiken – zum Glück gibt es viele hilfreiche Tricks, den Konsum zu zügeln. Wer das nicht schafft, sollte ganz verzichten. Das lohnt sich, denn hier geht es nicht nur Sicherheit im Straßenverkehr und die eigene Gesundheit. Wer unter dem eigenen Alkoholkonsum leidet oder wer befürchtet, die Schwelle zur Sucht bereits überschritten zu haben, sollte bei nächster Gelegenheit mal die Hausärztin oder den Hausarzt ansprechen.