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Aufgeschoben ist nicht aufgehoben... 

Und? Was machen Ihre guten Vorsätze für das neue Jahr? Erst einmal aufgeschoben? Egal um was es geht – nicht das Fassen eines Vorsatzes ist schwierig, sondern dessen Umsetzung. Von den zahlreichen Hindernissen, die sich der Umsetzung in den Weg stellen können, sind die mangelnde Konsequenz und die fehlende Disziplin die größten. Wir möchten Ihnen dabei helfen, Ihren guten Vorsätzen treu zu bleiben. Das ist kein reiner Selbstzweck, sondern das perfekte Training für mehr Erfolg im Leben überhaupt. Schauen wir uns zunächst drei grundverschiedene Menschentypen und ihr Verhalten bei der Umsetzung von Aufgaben an.

Unterschiedliche Typen der Aufgabenbewältigung

Es gibt Menschen, die erledigen alles sofort – kaum liegt die wie auch immer geartete Aufgabe auf dem Tisch, ist sie auch schon verstanden, sauber strukturiert und wird mit Feuereifer in Rekordzeit gelöst. Sodann gibt es Menschen, die sammeln erst einmal alles, was erledigt werden muss, und machen sich einen Plan, der Punkt für Punkt ebenso unbeirrt wie gewissenhaft abgearbeitet wird, alles sauber der Reihe nach und zum vereinbarten Termin. Und dann gibt es Menschen, die eigentlich genau wissen, was sie alles erledigen müssten, sich vielleicht sogar einen Plan machen, aber sich dann mit allem möglichen beschäftigen, nur nicht mit ihren Aufgaben – mögen diese auch noch so dringlich sein. Die Erledigung der Aufgaben wird immer weiter hinausgezögert, Nebensächlichkeiten werden aufgebauscht, Ablenkungen aller Art und Nebenkriegsschauplätze geradezu gesucht und als Grund genutzt, die eigentlichen Aufgaben unerledigt zu lassen und weiter vor sich herzuschieben. So baut sich eine Gemengelage aus Zeitdruck, Stress, Versagensängsten bis hin zu depressiven Verstimmungen auf. Dieses Phänomen nennt man Prokrastination (jene Art der Prokrastination, die nur dazu dient, den Kick der Erledigung einer Aufgabe unter Hochdruck zu suchen, blenden wir hier aus).

Die Ausreden

„Ich muss erst noch dies erledigen und dann jenes – dann kümmere ich mich!" „Dies" und „jenes" sind meist Nebensächlichkeiten, die viel unwichtiger sind als die eigentlich zu erledigende Aufgabe. So wird Aktivität nur vorgetäuscht. Oft hört man auch: „Ich will, dass es richtig gut wird – es muss perfekt sein, das aber braucht Zeit!" Richtig ist: Alles braucht seine Zeit. Aber der Anspruch, perfekt sein zu wollen, darf nicht dazu führen, dass eine Aufgabe nicht erledigt wird. Eine weitere gern gebrauchte Ausrede lautet: „Das eilt noch nicht!" Das mag zwar sein, aber spätestens, wenn Sie diese Ausrede ein zweites Mal benutzen, können Sie sicher sein, sich bereits in der Zeitfalle zu befinden. Sie bewegen sich direkt auf die Terminkatastrophe zu. Diese drei häufigsten Ausreden gehen eine unheilvolle Verbindung ein und führen dazu, dass Sie zwar die Erledigung der Aufgabe hinausschieben, aber gerade deswegen Stress haben und weitaus mehr Zeit und Energie verbrauchen, als wenn Sie sich unmittelbar an die Umsetzung der Hauptaufgabe gemacht hätten. Doch die erscheint Ihnen als unendlich groß – und viel zu groß für Sie.

Die Merkmale

Zu den wichtigsten durchgängigen Merkmalen einer Prokrastination gehört das Gefühl, dass die Aufgabe sehr groß ist – doch je größer man die Aufgabe werden lässt, desto kleiner wird man selbst im Vergleich zu ihr. Bis Sie am Ende wie eine Maus vor einem Berg stehen, den Sie versetzen sollen. So züchten Sie sich selbst schnell ein Minderwertigkeitsgefühl heran, dass Ihnen dann bei jedem Versuch, die Nuss zu knacken, immer wieder im Wege stehen wird. Das zweite wichtige Merkmal ist die mangelnde Fähigkeit zur Strukturierung der Aufgaben: Die Aufgabe wird als eine dunkle, schwere Masse erlebt, die unmöglich bewältigt werden kann – Sie wissen noch nicht einmal, wo Sie sie überhaupt anpacken sollen. Das dritte fast immer anzutreffende Merkmal ist das Unbehagen, das unangenehme Empfinden, das sich einstellt, wenn Sie an die vor Ihnen liegende Aufgabe denken. Gewiss: Man kann dem Unangenehmen hier und da ausweichen und versuchen, die Erledigung der Aufgabe auf andere abzuwälzen. Doch es gibt Fälle, in denen das nicht funktioniert, eben weil man sich selbst der Aufgabe stellen muss: Kein anderer kann für Sie fit werden, für Sie endlich zum Zahnarzt gehen, für Sie einen neuen Job suchen oder das überfällige Gespräch mit dem Chef suchen. Sie selbst sind gefragt. Weichen Sie aus, verstärkt sich Ihr Problem und wird noch übermächtiger, noch weniger greifbar und noch unangenehmer.

Geben Sie es zu: Sie haben ein Problem!

Wahrscheinlich gibt es in Ihrem Umfeld Menschen, die Ihr Problem bagatellisieren und Ihnen raten, einfach etwas energischer mit sich selbst zu sein. Doch das ist leichter gesagt als getan und verstärkt Ihr Problem nur – Sie bekommen nämlich durch die Blume vermittelt, dass Sie ein Versager sind. Hier hilft nur eins: Nehmen Sie den Kampf an. Betrachten Sie die Aufgabe nicht als fremde, sondern als Ihre ureigene. Entwickeln Sie eine Strategie. Den ersten Schritt haben Sie bereits getan, wenn Sie ehrlich mit sich selbst sind und anerkennen, dass Sie wirklich ein Problem haben. Um Ihnen den Ernst der Lage noch etwas deutlicher vor Augen zu führen, nachfolgend ein Blick auf die Auswirkungen, die es hätte, wenn Sie diesen Kampf jetzt nicht ausfechten.