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Befreiung von den Zuzahlungen

Wer krank ist, benötigt oft auch viele Medikamente. Für die meisten muss eine Zuzahlung geleistet werden. Um Sie in diesem Fall finanziell nicht zu stark zu belasten, können Sie sich von den Zuzahlungen befreien lassen.

So funktioniert die Befreiung von den Zuzahlungen

Zuzahlungen brauchen Sie nur bis zu einem Betrag von 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt – gerechnet auf das Kalenderjahr – zu bezahlen. Wer chronisch krank ist und an einer schwerwiegenden Krankheit leidet, bei dem liegt die sogenannte „Belastungsgrenze" bei einem Prozent. Sobald diese Grenze erreicht ist, können Sie sich von den Zuzahlungen befreien lassen. Dass bedeutet, dass Sie in dem Kalenderjahr, für das die Befreiung gilt, keine weiteren Zuzahlungen mehr leisten.

Was sind „jährliche Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt"?

Zu den jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt zählen z. B. Ihr Arbeitsentgelt, Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit, gesetzliche und private Renten, Betriebsrenten, Einkünfte aus Kapitalvermögen sowie aus Vermietung und Verpachtung, Arbeitslosengeld, Kranken- und Übergangsgeld, Hilfen zum Lebensunterhalt und Ähnliches.

Nicht zu den anrechenbaren Einnahmen gehören dagegen z. B. Grundrenten für Beschädigte nach dem Bundesversorgungsgesetz, Kindergeld, Erziehungsgeld, BAföG sowie Leistungen der Pflegeversicherung.

Bei der Berechnung werden die Bruttoeinnahmen aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen – in der Regel Ehepartner und familienversicherte Kinder – zusammengerechnet. Freibeträge für den 1. Angehörigen und für jeden weiteren Angehörigen reduzieren die anrechnungspflichtigen Bruttoeinnahmen. Außerdem werden etwaige Unterhaltszahlungen an getrennt lebende oder geschiedene Ehegatten sowie an Kinder, die nicht im Haushalt des Versicherten leben, von den Bruttoeinnahmen des Zahlungspflichtigen abgezogen.

Berechnungsbeispiele zur Befreiung von den Zuzahlungen

Berechnungsbeispiele für 2017 für 2018
Brutto-Gesamteinnahmen zum Lebensunterhalt
25.000,00 € 25.000,00 €
Freibetrag für den 1. Angehörigen
- 5.355,00 € - 5.481,00 €
Freibetrag für jeden weiteren Angehörigen - 7.356,00 € - 7.428,00 €
Verbleibende Brutto-Gesamteinnahmen 12.289,00 €
12.091,00 €
Belastungsgrenze 2 %
245,78 €
241,82
Belastungsgrenze 1 % 122,89 € 120,91

Werden im Laufe des Kalenderjahres von dieser Familie Zuzahlungen von mehr als 241,82 € (2017: 245,78 €) bzw. 120,91 € (2017: 122,89 €) nachgewiesen, kann die gesamte Familie für den Rest des Kalenderjahres von allen Zuzahlungen befreit werden und erhält dafür einen besonderen Ausweis, der in der Apotheke vorgelegt wird. Sollten die Zuzahlungen die Belastungsgrenze überschreiten, wird die Differenz erstattet.

Wenn Sie oder Ihre im gleichen Haushalt lebenden Angehörigen

  • Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundessozialhilfegesetz oder im Rahmen der Kriegsopferfürsorge nach dem Bundesversorgungsgesetz oder nach anderen Gesetzen in entsprechender Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes erhalten,
  • Leistungen nach dem Gesetz über eine bedarfsorientierte Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung erhalten oder
  • wenn für Sie die Kosten der Unterbringung in einem Heim oder einer ähnlichen Einrichtung (Pflegewohngeld) von einem Träger der Sozialhilfe oder der Kriegsopferfürsorge getragen werden,

gelten folgende Regelungen:

Die Familien-Bruttoeinnahmen errechnen sich aus dem sogenannten Sozialhilferegelsatz des Haushaltsvorstandes für die gesamte Bedarfsgemeinschaft (Familie). Dieser Sozialhilferegelsatz ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Von diesen Bruttoeinnahmen werden pro Angehörigen und Kinder keine Freibeträge abgezogen.

Unser Tipp: Der pronova BKK-Zuzahlungsrechner

Unser Zuzahlungsrechner hilft Ihnen bei der Ermittlung Ihrer persönlichen Belastungsgrenze.

Berechnung der geleisteten Zuzahlungen

Um zu berechnen, ob Sie mit den geleisteten Zuzahlungen Ihre Belastungsgrenze bereits erreicht haben, sind alle Zuzahlungen für Arznei- und Verbandmittel, Heilmittel, Hilfsmittel, Fahrtkosten, Krankenhausbehandlung, medizinische Vorsorge-/Rehabilitationsleistungen, häusliche Krankenpflege, Haushaltshilfe und Soziotherapie zusammenzurechnen. Zuzahlungen sind grundsätzlich von jeder Versicherten und jedem Versicherten zu zahlen. Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr brauchen keine Zuzahlungen zu leisten. Eine Ausnahme bilden hier die Zuzahlungen für Fahrkosten.

Bitte lassen Sie sich geleistete Zuzahlungen quittieren. Wir erkennen auf Ihren Namen ausgestellte Originalquittungsbelege oder Sammelnachweise von Apotheken an.

Zuzahlungen für nicht anrechnungsfähige Fahrkosten, Leistungen, die einen Festbetrag oder Vertragspreise übersteigen sowie Kosten für Arzneimittel, die nicht verordnungsfähig oder ausgeschlossen sind, werden nicht berücksichtigt. Zu den nicht anrechnungsfähigen Zuzahlungen gehören auch Eigenanteile für kieferorthopädische Behandlung, Zahnersatz und künstliche Befruchtung.

Wird im Laufe eines Kalenderjahres die Belastungsgrenze erreicht, werden Sie für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen befreit. Bitte senden Sie uns für die Prüfung einen Antrag, Einkommensnachweise und die Quittungen im Original zu. Rufen Sie uns an. Gerne senden wir Ihnen den Antrag per Post zu.

Als besonderen Service bieten wir Ihnen die Möglichkeit, den Betrag bis zu Ihrer Belastungsgrenze einzuzahlen und sofort den Befreiungsausweis zu bekommen.

Wann liegt eine schwerwiegende chronische Krankheit (Belastungsgrenze 1 %) vor?

Als schwerwiegend chronisch krank gilt, wer mindestens ein Jahr lang wegen derselben Krankheit in mindestens einmal pro Quartal in ärztlicher Behandlung war. Zusätzlich muss eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • es liegt eine Pflegebedürftigkeit der Pflegegrade 3, 4 oder 5 im Sinne der Pflegeversicherung vor, oder
  • es liegt ein Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 60 % oder eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE) von mindestens 60 Prozent auf Grund der chronischen Erkrankung vor, oder
  • es ist eine kontinuierliche medizinische Versorgung der chronischen Erkrankung erforderlich (ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung, Arzneimitteltherapie, Behandlungspflege, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln), da ohne Behandlung nach ärztlicher Einschätzung eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität zu erwarten ist.

Die Bescheinigung über eine chronische Erkrankung stellt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt aus.

Haben Sie Fragen zu der Befreiung von den Zuzahlungen? Dann rufen Sie uns an oder besuchen Sie uns in unserem Kundenservice. Wir sind gerne für Sie da.

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