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Herz-/Kreis­lauf­er­kran­kun­gen

Bluthochdruck: Vom Aufstehen bis zur Nachtruhe

Als Bluthochdruckpatient bekommt man zwar in der behandelnden Arztpraxis viele wichtige Verhaltenstipps für den Alltag, doch immer wieder sind diese kleinen Unsicherheiten da. Darf ich nun Kaffee trinken oder besser nicht? Und ist Sport überhaupt gesund für mich? Wir haben einige wichtige Fragen, wie sie im Tagesablauf entstehen, für Sie zusammengestellt und liefern die Antworten.

Schaden morgendliche Wechselduschen?

Eine kalte Dusche in der Früh macht so richtig munter. Doch der großflächige Kältereiz sorgt auch für eine Verengung der Blutgefäße und kann nachfolgend den Blutdruck in die Höhe treiben. Besser sind da wechselwarme Güsse, die immer von der Herzferne in die Herznähe hin ausgeführt werden: Also von der Hand beginnend in Richtung Schulter oder vom Fuß beginnend in Richtung Oberschenkel. Dabei kann man den Reiz mit der Zeit steigern, indem man den Körper langsam an niedrigere Temperaturen gewöhnt, jedoch eiskaltes Wasser vermeidet. Ein mildes warmes Bad kann sogar blutdrucksenkend wirken.

Darf ich mit Kaffee in den Tag starten?

Das klare „Ja" gilt hier auch für Liebhaber von Grün- oder Schwarztee, die wie Kaffee anregende Substanzen enthalten. Zwar kann der Blutdruck nach dem Genuss von Kaffee oder Tee kurzfristig leicht ansteigen, doch das ist in der Regel kein Problem. Bei regelmäßigem Konsum gewöhnt sich der Körper an diese Situation. Über den Tag verteilt sind vier bis fünf Tassen durchaus erlaubt. Personen, die nur sehr selten Kaffee trinken oder zusätzlich an Herzrhythmusstörungen leiden, sollten allerdings vorsichtiger sein und beim nächsten Arztbesuch das Thema noch einmal ansprechen.

Erhöht Salzkonsum den Blutdruck?

Salz aufs Frühstücksei, in der Kantine ein deftiges Mittagessen, auf dem Rückweg von der Arbeit ein schnelles Stück Pizza auf die Hand und später noch ein paar Wurst- und Käsebrote oder salzige Snacks? Da kommt schon einiges an Salz zusammen, das bekanntlich in dem Ruf steht, den Blutdruck zu erhöhen. Inzwischen weiß man, dass nur etwa jeder Dritte hierzulande salzsensitiv ist und mit steigendem Blutdruck auf einen hohen Salzkonsum reagiert. Doch auch alle anderen sollten auf ausgiebiges Nachsalzen verzichten, denn schon mit vielen Lebensmitteln wie Brot, Käse, Wurst oder Fertig- und Halbfertiggerichten nehmen wir in der Regel die erforderliche Menge Salz zu uns. Ausnahme: Wer im Sommer sehr viel schwitzt, darf sich gern eine Prise Salz extra genehmigen, denn zu wenig Salz ist auch nicht gesund.

Darf ich Lakritz essen?

Lakritz enthält wie übrigens auch zahlreiche Teemischungen Süßholz. Im Übermaß genossen kann Lakritz zu Wasseransammlungen im Körper führen und dadurch den Blutdruck in die Höhe treiben. Doch kleinere Mengen von maximal 50 Gramm gelten als unbedenklich.

Schadet sportliche Aktivität bei Bluthochdruck?

Keineswegs, im Gegenteil wirkt sich gerade regelmäßiges Ausdauertraining zumeist günstig auf den Blutdruck aus. Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen oder maßvolles Joggen sind geeignete Sportarten. Vorsicht ist allerdings geboten bei Sportarten mit Belastungsspitzen wie Tennis oder bei allzu intensivem Krafttraining. Ein Hanteltraining etwa, bei dem unter Anstrengung noch zusätzlich die Luft angehalten wird, führt unweigerlich zu einer Gefäßverengung und einem Anstieg des Drucks. Besprechen Sie Ihre Sportpläne sicherheitshalber noch einmal beim nächsten Arzttermin, besonders auch dann, wenn sie längere Zeit keinen Sport gemacht haben, unter sehr hohen Werten leiden oder übergewichtig sind.

Ist ein Saunabesuch belastend?

Grundsätzlich spricht auch bei Bluthochdruck nichts gegen einen entspannenden Saunabesuch. Achten Sie jedoch auf Ihr persönliches Wohlgefühl: Die Hitze der Sauna weitet die Gefäße und lässt den Blutdruck sinken. Falls Ihnen schwindlig wird, verlassen sie umgehend die Sauna und ruhen Sie sich aus. Viele Saunabetriebe haben auch Bereiche mit nicht ganz so extremen Temperaturen im Angebot, vielleicht empfinden Sie das als wesentlich angenehmer. Sie sind nicht automatisch ein Weichei, wenn Sie niedrigere Temperaturen bevorzugen! Nach dem Saunagang sollten Sie sich langsam abkühlen und nicht kopfüber ins Tauchbecken springen. Beim Sprung ins kalte Wasser kommt es nämlich zu einem Druckanstieg. Bei eher kalten Außentemperaturen bewirkt oft schon ein Gang ins Freie die nötige Abkühlung, ohne den Körper zu sehr zu belasten. So können Sie auch mit Bluthochdruck den Saunabesuch gesund genießen.

Wie ist es mit dem Konsum von Alkohol bei Bluthochdruck?

Kurzfristig wirkt Alkohol gefäßerweiternd, also sogar leicht blutdrucksenkend. Doch dieser angeblich herzschützende Effekt ist kein Freifahrtschein für einen ungehemmten Alkoholkonsum! Denn auf Dauer setzt Alkohol vermehrt Stresshormone frei, die einen Anstieg des Blutdrucks und eine Erhöhung der Herzfrequenz nach sich ziehen. Außerdem fördern alkoholische Getränke mit jeder Menge Kalorien Übergewicht und damit einen ganz erheblichen Risikofaktor für Bluthochdruck. Alkohol sollte also nur zu besonderen Gelegenheiten in kleinen Mengen genossen werden.

Kann Sex bei Bluthochdruck ungesund sein?

Zwar steigen Blutdruck und Herzfrequenz beim Sex messbar an, doch ein Herzinfarkt infolge dieser Belastung kommt nur ganz selten vor. Bluthochdruckpatienten steigern am besten ihre allgemeine Fitness durch Ausdauer- und moderates Krafttraining. Und genießen die schönste Nebensache der Welt dann ganz unbeschwert!