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Familie

Ran ans Brett – spielerisch zu mehr Kreativität

Brettspiele, Kartenspiele, Sportspiele, Musikspiele, Computerspiele, Rollenspiele: Die Vielfalt an Spielen ist geradezu unendlich. Kinder erfahren und erweitern im freien und absichtslosen Spiel durch ständiges Ausprobieren ihre Möglichkeiten und lernen so, sich später in der Welt zurechtzufinden. Erwachsene spielen in Gedanken die Möglichkeiten ihres Handelns durch, sofern ihnen der straff organisierte Alltag mit seinen ökonomischen Zwängen und seiner Ausrichtung auf Schnelligkeit und Effizienz genügend Spielraum dafür lässt.

Die Lust am Spiel, wie Kinder sie empfinden, steckt auch noch in Erwachsenen, denn immer und überall finden sich Gleichgesinnte zum zweckfreien Spielen zusammen. Und hier werden dann im Mit- oder Gegeneinander Strategien ausprobiert, die das Spiel im Idealfall zum Erfolg führen. Kreativität ist hier gefragt, ebenso Geduld und die Fähigkeit, eine Niederlage hinzunehmen. Doch auch das gelegentliche Scheitern mindert den Spaß am Spiel bei den meisten zum Glück nicht. Meist macht es vielmehr Lust auf eine weitere Partie, die dann vielleicht den erhofften Sieg bringt.

Spielen...

...stärkt die emotionale Kompetenz
Egal ob einfaches Kartenspiel, anspruchsvolles Schach oder komplexes Brettspiel, wer die Partie gewinnen will, braucht ein gewisses Einfühlungsvermögen in den oder die Mitspieler: Gehen sie eher auf Risiko oder bevorzugen sie eine sichere, bedächtige Spielweise. Während des Spiels gilt es, die Mitspieler im Blick zu behalten und zu versuchen, ihre Strategie herauszufinden, um entsprechend zu reagieren. Gleichzeitig wird spielerisch erlernt, sich an Regeln zu halten, die den Rahmen des Spiels abstecken. Kinder erfinden im freien Spiel oft selbst die nötigen Regeln und wachen streng darüber, dass diese eingehalten werden, sie akzeptieren keine Mogelei. Rücksichtnahme und Geduld sind ebenfalls beim Spielen gefragt: Jeder wartet, bis er an der Reihe ist, jeder Spieler bekommt ein gewisses Maß an Zeit für seinen Spielzug. Spieler haben oft regelmäßige Spieltreffen, denn das Spielen in der Gruppe macht nicht nur Spaß, sondern gibt auch eine emotionale Geborgenheit.

...weckt kreative Kräfte
Im Spiel lernt man, sich immer wieder neuen Spielsituationen anzupassen. Ein im Voraus geplanter Spielzug wird vielleicht hinfällig, weil ein anderer Spieler durch seinen Zug die ganze Situation grundlegend verändert hat. Da müssen neue und kreative Lösungen her, die Flexibilität und geistige Beweglichkeit erfordern. Neurowissenschaftler konnten mittels moderner bildgebender Verfahren inzwischen zeigen, dass beim Spielen die Hirnregionen besonders aktiv sind, die neue neuronale Verknüpfungen schaffen. Gleichzeitig werden bestehende Netzwerke stabilisiert. So können die im Spiel erprobten Fähigkeiten für kreative Problemlösungen auch beim Bewältigen anderer Aufgaben in Beruf und Alltag helfen. Und wer Spaß an komplexen Herausforderungen beim Spiel hat, der geht auch Alltagsprobleme mit deutlich mehr Mut an.

...Vorsicht Suchtpotenzial!
Gute Spiele, das können auch ganz einfach Kartenspiele sein, verlieren nichts von ihrem Reiz. Im Gegenteil, gerade in der Wiederholung liegt das Glück. Und so wird immer und immer wieder gespielt. Das ist in den meisten Fällen auch gar kein Problem. Computerspiele allerdings, die allein und in virtuellen Welten gespielt werden, haben ein gefährliches Suchtpotenzial. Das Spielen wird zum Zwang, der Spieler regelrecht abhängig. Symptome dafür können sein: Der Spieler kann nicht mehr aufhören zu spielen, er vernachlässigt sich, seine Arbeit und seine sozialen Kontakte bis hin zur sozialen Isolation. Die Stimmung ist schlecht oder aggressiv, wenn das Spielen eingeschränkt ist. Das Problem einer möglichen Abhängigkeit wird geleugnet. Wer solche Merkmale bei sich oder anderen wahrnimmt, sollte professionelle Hilfe holen.