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Er­näh­rungs­trends

​Essen nach den Farben des Regenbogens

Buntes Essen

Bunt ist gesund: Wer darauf achtet, seinen Körper über die Woche verteilt mit unterschiedlich farbigem Obst und Gemüse zu versorgen, ernährt sich auf jeden Fall ausgewogen.

Obst und Gemüse sind bekanntlich gesund. Wer täglich fünf Portionen davon auf seinen Teller verzehrt, macht schon einmal viel richtig. Doch noch besser wird es, wenn nicht nur Gurken, Äpfel und Tomaten auf dem Speiseplan stehen, sondern noch dazu gelbe Paprika, Möhren, blaue Weintrauben und Blumenkohl. Denn nicht nur auf die Menge an Obst und Gemüse kommt es an, sondern mindestens ebenso wichtig ist die Vielfalt.

Und die wird aus Sicht von Ernährungswissenschaftlern umso größer, je bunter es zu geht. Der Rat der Experten lautet deshalb: Essen Sie jede Woche einen Regenbogen! Was sich zunächst ziemlich kompliziert anhört, ist im Alltag gar nicht so schwierig. Denn die Natur bietet eine Fülle an unterschiedlich farbigen Gemüse- und Obstsorten. Ein Überblick:

Rot

Der Pflanzenfarbstoff Lycopin sorgt dafür, dass Obst und Gemüse rot sind. Er zählt zur Gruppe der Carotinoide. Lycopinhaltige Lebensmittel sollen unter anderem anregend wirken und Blut und Herz in Schwung bringen. Rotes Gemüse sind z. B. Tomaten, rote Paprika, Chili und Radieschen. Beim Obst zählen vor allem die Beeren wie Himbeeren, Erdbeeren und Preiselbeeren, aber auch Hagebutten, Kirschen und Wassermelonen zur roten Gruppe.

Orange und Gelb

Für die Orange- und Gelbfärbung sind z. B. Carotinoide verantwortlich. Diese Antioxidantien schützen unter anderem vor freien Radikalen und verlangsamen so die Hautalterung. Darüber hinaus wird den Lebensmitteln mit der Sonnenfarbe nachgesagt, dass sie das Immunsystem, die Verdauung und den Stoffwechsel stimulieren. Gelbes und orangefarbenes Gemüse sind z. B. gelbe Zucchini, Kürbis, Möhren, gelbe und orangefarbene Paprika. Unter den Früchten sind es Ananas, Zitronen, Bananen, Mirabellen, Sanddorn, Aprikosen, Orangen und Mangos. Auch einige Gewürze mit gesundheitsfördernder Wirkung finden sich in dieser Farbgruppe wie z. B. Ingwer, Safran und Gelbwurz.

Grün

Dass das Chlorophyll Pflanzen grün färbt, dürfte hinreichend bekannt sein. Warum es auch für Menschen wichtig ist, schon weniger. Dem Farbstoff wird nachgesagt, dass er reinigend und entgiftend wirkt. Zudem enthalten grüne Lebensmittel häufig Lutein, das vermutlich die Augen schützt und beim Zellaufbau hilft. Beim grünen Gemüse sind neben grüner Paprika auch Brokkoli, Kohlrabi, verschiedene Salatsorten, diverse Kohlsorten, grüner Spargel, Gurken und bei den Kräutern z. B. Basilikum, Petersilie, Dill und Rosmarin zu nennen. Beim Obst stehen Äpfel, Birnen, Kiwis und grüne Weintrauben ganz oben auf der Beliebtheitsskala.

Blau und Violett

Von Natur aus sind die Menschen vermutlich keine Fans von blauen oder violetten Lebensmitteln. Diese Farben erinnern an Fäulnis und Gift und haben aus ernährungsgeschichtlicher Sicht eher einen abschreckenden Charakter. Zum Glück weiß man heute, dass viele blaue bzw. violette Lebensmittel durchaus lecker und gesund sind. Gesund sind sie vor allem wegen der blauen und violetten Pflanzenfarbstoffe (Anthocyane), die vielfach sogar als Anti-Aging-Wunderwaffen gelten. Schließlich wird ihnen eine vorbeugende Wirkung vor frühzeitiger Hautalterung nachgesagt und ein positiver Einfluss auf die Blutgefäße. Darüber hinaus sollen sie die Sehkraft und das Gedächtnis verbessern sowie entzündungshemmend wirken. Bei diesen blauen und violetten Lebensmittel können Sie beruhigt zugreifen: Auberginen, Rote Beete, Lolo Rosso, blaue Bohnen. An Obstsorten sind es: Heidelbeeren, Pflaumen, Holunderbeeren, Brombeeren, Feigen und schwarze Johannisbeeren.

Weiß

Die Farbe Weiß ist zwar keine Regenbogenfarbe, aber wer Abwechslung in seine Ernährung bringen möchte, sollte weiße Lebensmittel ebenfalls essen. Auch sie stecken voller Vitamine und Mineralstoffe. Besonders hervorzuheben sind Knoblauch und Zwiebel, da sie Allicin enthalten – ein schwefelhaltiger Stoff, der für den typischen Geruch verantwortlich ist. Allicin wirkt antibakteriell und entzündungshemmend, schützt die Gefäße und fördert die Durchblutung. Zum weißen Gemüse zählen noch Spargel, Sellerie, Fenchel, Sellerie und Blumenkohl. Weißes Obst kommt hingegen eher selten vor. Manche Ernährungswissenschaftler zählen Äpfel, Birnen und Bananen hinzu, weil das Fruchtfleisch weiß ist.

Auch wenn sich Ernährungswissenschaftler nicht immer einig sind, ob Apfel, Birne und Gurke nun grün oder weiß sind und Bananen gelb oder weiß, so ist die Ernährung nach Farben dennoch eine brauchbare Grundregel, mit der man nicht viel falsch machen kann. Sie sorgt dafür, dass Vielfalt auf den Tisch kommt und somit ein bunter Mix an Nährstoffen.