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Detox

Detox Internet

Nachdem wir bereits Auswege aus der Zuckerfalle vorgestellt haben, geht es dieses Mal um eine ganz andere Form der Sucht: Die Sucht, einen Großteil seiner Zeit mit Online-Medien zu verbringen.

Einer aktuellen Umfrage der pronova BKK zufolge können 43 % der Deutschen auf Medien mit Internetzugang wie Smartphone, Tablet und PC nicht mehr verzichten. Doch ist das Internet überhaupt so schlimm wie Zucker? Zucker macht immerhin dick, erhöht das Risiko für Bluthochdruck und Diabetes und sorgt für Karies. Aber das Internet? Inwiefern ist das ständige Surfen im Internet so schädlich, dass man über eine Strategie des Entzugs nachdenken müsste?

Macht Online krank?

Wer online unterwegs ist, sitzt in der Regel und bewegt sich nicht – jede online verbrachte Stunde raubt uns Zeit, die wir für Bewegung und Sport nutzen könnten. Generell reduziert sitzend verbrachte Zeit den Kalorienverbrauch, lässt Muskeln verkümmern, schadet dem Bewegungsapparat und der Rückengesundheit.

Beim Surfen im Internet kommen weitere Risikofaktoren hinzu. Zum einen ist das Unterwegssein im Netz meist eine ziemlich einsame Sache – selbst in sozialen Netzwerken bleiben die Verbindlichkeit im Umgang und das vertraute Miteinander oft auf der Strecke. Wir werden oberflächlicher und sind weniger engagiert in unserem Sozialverhalten, haben im Extremfall 1.500 Facebook-Freunde, aber keine Freunde in der realen Welt. Zum anderen haben die Erlebniswelten, denen wir im Netz begegnen, mit unserer realen Umgebung meist nur wenig zu tun – wir sind täglich mehrere Stunden im Fernsten unterwegs und kümmern uns nicht mehr um das Nächstliegende. Wir leben in einer Welt, die streng genommen gar nicht die unsere ist. Unsere konkrete Welt aber – also unsere nächste Umgebung – beachten wir immer weniger. So nimmt auch die Psyche Schaden.

Langfristig erwächst aus der sozialen Entfremdung durch das Internet das Risiko beispielsweise für Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Depressionen. Wird die Online-Sucht noch durch andere Süchte begleitet, die sich, wie Alkohol- und Nikotinkonsum oder Fastfoodverzehr, gut mit einer überwiegend sitzenden Tätigkeit verbinden lassen, stehen als mittelbare Folge weitere Erkrankungen im Raum. Grund genug, das eigene Online-Verhalten kritisch zu hinterfragen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Solche Gegenmaßnahmen nennt man Detox – also ein Programm zur Entgiftung, zur Befreiung von selbstschädigenden Verhaltensweisen.

Unser Tipp: Ausgleich für Online-Zeiten

Man hält Kontakt zu weit entfernt lebenden Freunden und Verwandten über soziale Netzwerke und Skype, organisiert Urlaubsreisen, kann umständliche Einkäufe in Rekordzeit abhaken, macht Online-Banking, erledigt Behördensachen, recherchiert nach nützlichen Informationen über gesundheitsbewusstes Verhalten und hält sich über das Geschehen in der Welt auf dem Laufenden. All das sind nützliche und sinnvolle Tätigkeiten. Die Kunst des richtigen Umgangs mit den Verlockungen des Netzes liegt in der Beschränkung: Man setzt sich für Online-Aktivitäten ein zeitliches Limit. Eine noch effektivere Detox-Strategie aber ist eine andere Methode: der Zeitausgleich für Online-Aktivitäten.

Die Kunst der Beschränkung

Legen Sie sich ein Zeitkonto an und koppeln Sie die privat online verbrachte Zeit an die Zeit, die Sie mit Bewegung verbringen: Eine in der Freizeit online verbrachte Stunde wird dann ausgeglichen durch eine Stunde Joggen, Wandern, Schwimmen, Muckibude oder Radfahren. Alternativ können Sie die online verbrachte Zeit auch durch Entspannungsübungen oder mit Aktivitäten im Kreis Ihrer Freunde ausgleichen. Auf diese Weise bekommen Sie nicht nur schnell ein womöglich problematisches Surf Verhalten in den Griff, sondern erweisen zugleich Ihrer Gesundheit einen guten Dienst.