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Eltern, legt das Smartphone weg!

Eltern-Smartphone

Kinder brauchen Aufmerksamkeit. Und zwar die ungeteilte von Mama oder Papa. Doch immer öfter werden diese von ihrem Smartphone abgelenkt. Für die Entwicklung des Kindes ist das nicht gut. Und ein schlechtes Vorbild ist es allemal, wenn die Eltern Smartphone-Junkies sind.

Während die Kleinen erst im Sand buddeln und danach die Rutsche hinuntersausen, sitzen die Eltern auf einer Bank, das Smartphone in der Hand und schauen gebannt auf das kleine Gerät. Auch beim Schieben des Kinderwagens ist das Smartphone meistens dabei. Oft wird der Spaziergang für Facebook, WhatsApp und Co. genutzt oder für ausgiebige Telefonate, beispielsweise mit der besten Freundin. Die wenigsten Eltern fragen sich jedoch, was dieses Verhalten mit ihren Kindern macht. Besonders in den ersten Lebensjahren haben diese ein hohes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Kleinkinder brauchen die ungeteilte Zuwendung ihrer Eltern (oder anderen erwachsenen Bezugspersonen) und den Blickkontakt. Das gibt ihnen Sicherheit und ist wichtig für die kognitive Entwicklung. Hängen aber nun Mama oder Papa – überspitzt formuliert – den ganzen Tag am Handy, kann das schlimmstenfalls zu einer Vernachlässigung führen. Zwar gibt es in Deutschland keine Studien, die die Smartphone-Nutzung der Eltern und die Auswirkungen auf die Kinder untersucht haben, doch Experten befürchten Bindungsprobleme und eine verzögerte Sprachentwicklung, weil die Eltern zu wenig mit ihrem Nachwuchs sprechen.

Das Smartphone: Der große Hype um die neue Technologie

Dass Probleme aus dem übermäßigen Gebrauch des kleinen Geräts entstehen können, glaubte vor zehn Jahre noch niemand. Genauso lange ist es nämlich her, dass das Unternehmen Apple der Weltöffentlichkeit das erste iPhone präsentierte. Der Begriff Smartphone existierte im Januar 2007 zwar schon, doch mit seinem Touchscreen und der neuartigen, intuitiven Benutzerführung wurde das iPhone zur Technik-Ikone und damit zum Vorbild für fast alle der kleinen Geräte, die später kamen. Inzwischen besitzen die meisten Deutsche ein Modell mit Touch-Screen und schauen am Tag 88-mal (oder vielleicht auch 150-mal, da sind sich Experten nicht einig) darauf. Gleichzeitig findet der Erstkontakt eines Kindes mit dem Smartphone immer früher statt. Zum Beispiel über selbstgedrehte Filme mit den Kleinen, die sie sich beim Kinderarzt anschauen dürfen, um die Wartezeit zu überbrücken, oder über Apps, mit deren Hilfe Kindergartenkinder Buchstaben lernen können.

Spielen am Handy: Es gibt gute Lern-Apps für Kinder

Viele von diesen kleinen Programmen sind interessant, grafisch gut umgesetzt und oft die letzte Rettung, wenn sich die Wartezeit ungeplant in die Länge zieht und die mitgebrachten Bilder-Bücher durchgelesen sind. Kritisch ist darum nicht der Gebrauch des Smartphones an sich, sondern die unbedachte Art und Weise, wie einige Eltern sie nutzen. Schließlich sind sie in allem, was sie tun, Vorbild für ihre Sprösslinge. Und welche Schlüsse soll ein Fünfjähriger ziehen, wenn die Mutter bei jeder Mahlzeit ihre Nachrichten checkt und der Vater noch nicht mal beim Abschiedskuss in der Kita das Smartphone aus der Hand legt? Damit der Nachwuchs spätestens bei seinem ersten eigenen Handy weiß, wann das kleine Gerät besser aus bleibt, sind also die Erwachsenen als gutes Beispiel gefordert.

Acht Situationen, in denen das Smartphone ausgeschaltet bleiben sollte

Beim Hinbringen und Abholen aus der Kita
Widmen Sie die Zeit des Abschieds und der Begrüßung voll und ganz Ihrem Kind. So bekommen Sie mit, in welcher Stimmung es ist, sehen beispielsweise welche Kinder es gerne mag und welche nicht.

Beim Spaziergang mit dem Kinderwagen
Mit dem Ohr am Handy kriegen Sie nicht mit, wenn das Kind quengelt. Darüber hinaus können Kleinkinder noch nicht einordnen, mit wem Mama oder Papa am Handy quatschen und warum sie dabei fröhlich oder traurig sind. Häufig beziehen sie die Stimmung ihrer Eltern sogar auf sich.

Unterwegs in Bahn und Bus
Nutzen Sie Fahrzeiten, um Bücher mit Ihren Kindern zusammen zu lesen oder zu malen. Zudem bietet das Geschehen vor dem Fenster meistens jede Menge Stoff für Unterhaltungen, Erklärungen oder z. B. Ratespiele.

Im Wartezimmer beim Arzt
Nicht nur Ihnen wird die Zeit im Wartezimmer lang, sondern auch Ihrem Kind. Wenn Sie die Wartezeit zusammen mit Lesen oder Spielen verbringen, vergeht sie meistens wie im Flug. Tipp: Stecken Sie sich ein paar kleine Bücher und das Lieblingsauto oder die Lieblingspuppe Ihres Kindes in die Tasche.

Bei den Mahlzeiten
Gemeinsame Mahlzeiten verbinden. Legen Sie Smartphone, Zeitschrift oder Buch zur Seite und verbringen Sie mindestens eine Mahlzeit am Tag zusammen mit Ihrem Kind. Beim Abendbrot hat z. B. jeder die Gelegenheit, über das tagsüber Erlebte zu berichten.

In Café und Restaurant
Schnell mal beim Einkaufen eine Pause bei einer Tasse Kaffee einlegen? Das geht auch ohne digitale Unterhaltung. Einfach das Kind auf den Schoß nehmen, etwas lesen oder malen. Einige Restaurants und Cafés haben Spielecken für Kinder, in denen Spielzeug, Bücher etc. zur freien Verfügung sind.

Im Auto
Für den Fahrer ist das Hantieren am Smartphone sowieso tabu. Doch in Gegenwart des Kindes sollte auch die Freisprechanlage nach Möglichkeit aus bleiben. Wer als Beifahrer mitfährt, kann beispielsweise zusammen mit dem Nachwuchs Kinderlieder singen oder Ratespiele („Ich sehe was, was du nicht siehst ...") spielen.

Auf dem Spielplatz
Einfach mal mitspielen! Schließlich ist es viel lustiger, gemeinsam eine Sandburg zu bauen als alleine. Auch wenn der Nachwuchs gerade mit einem anderen Kind spielt, darf das Smartphone noch eine Weile aus bleiben. Oft suchen Kinder nämlich zwischendurch den Blickkontakt mit den Erwachsenen, um sich Bestätigung zu holen, dass sie etwas richtig oder gut gemacht haben.