Menü Menü schließen

​​Ak­tu­el­le The­men

Feinstaub – der meist unsichtbare Gegner

Feinstaub ist überall. Vor allem dort, wo viel Straßenverkehr ist, liegt oft eine hohe Feinstaubbelastung vor durch Abgase, Reifen-, Bremsen- und Straßenbelagabrieb. Doch auch der Schiffs- und Flugverkehr, Industrieanlagen und Landwirtschaftsbetriebe sondern Feinstaub in einem erheblichen Umfang ab. In Verbindung mit Nebel entsteht aus dem Feinstaub der gefürchtete Smog – also die Mischung aus Smoke (Rauch) und Fog (Nebel), die tagelang über den Städten liegt und das Atmen erschwert. Es gibt viele weitere Ursachen für Feinstaub – Feuerwerk, Heizungsanlagen, Kamine, Grill- und Lagerfeuer, Zigarettenqualm, Kopierer und Drucker etwa. Daneben sind auch natürliche Quellen zu benennen, etwa durch Vulkanausbrüche, Waldbrände und wenn feinste Bodenpartikel durch den Wind fortgetragen werden.

Das Risiko

Feinstaub besteht unter anderem aus winzigen Partikeln von Ruß, organischen Kohlenwasserstoffen und Ammoniumsalzen. Die Gefahr von Feinstaub liegt in seiner Feinheit – er kann überall eindringen und gelangt durch die Atemluft auch in den menschlichen Körper. Besonders die allerkleinsten Feinstaubpartikel können über die Lungenbläschen auch in das Blut gelangen. Neben Menschen mit Vorerkrankungen sind vor allem Kinder durch Feinstaub gefährdet. Abgesehen von den unmittelbaren Gefahren für die Lunge und das Herz-Kreislaufsystem sind Allergiker besonders gefährdet. Feinstaubpartikel können nämlich bestehende Pollenallergien verstärken, indem sie den Pollen als Transportmedien dienen. Auch ist das Risiko, überhaupt erst an einer Allergie zu erkranken, für Anwohner stark befahrener Straßen oder Nachbarn von Tiermastanlagen durch die Feinstaubemission deutlich erhöht.

Wer tut etwas dagegen?

Umweltschutzverbände und Politiker reden viel über das Thema. Das ist einerseits gut, wenn es dazu führt, dass Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen werden. Andererseits führt es aber auch dazu, dass viele Menschen sich sagen: „Prima, die machen ja schon was – dann warten wir doch mal ab." Vernünftiger wäre es, wenn jeder von uns sich fragen würde: „Und was kann ich selbst tun, um die Feinstaubbelastung zu senken?" Natürlich haben wir keinen unmittelbaren und allenfalls einen geringen Einfluss etwa auf die Feinstaubbelastungen durch Industrie, Landwirtschaft und Gewerbe. Aber mit Blick auf unser Mobilitätsverhalten können wir eine ganze Menge dazu beitragen, die Belastung zu senken.

Doppelter Nutzen eines veränderten Mobilitätsverhaltens

Eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs würde die Feinstaubbelastung deutlich verringern können – wobei es nicht allein auf die Antriebsart ankommt, denn auch Elektroautos tragen zur Feinstaubemission etwa durch Reifen-, Straßenbelag- und Bremsenabrieb bei. Die Lösung liegt in der Reduzierung des Verkehrsaufkommens. Der Umstieg auf den öffentlichen Personennahverkehr etwa wäre eine Möglichkeit, die Feinstaubbelastung zu reduzieren – und bei weiteren Entfernungen sogar die einzige. Aber wer Entfernungen im Nahbereich nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigt, leistet der Umwelt einen noch besseren Dienst. Doch nicht nur das: Durch die zusätzlichen Bewegungseinheiten beim Brötchenholen oder auf dem Weg zur Arbeit ergeben sich weitere gesundheitliche Vorteile für die Stärkung des Herz-Kreislaufsystems und die Muskulatur. Des Weiteren kann auch der bevorzugte Einkauf regional erzeugter Produkte die Feinstaubbelastung deutlich senken – je weniger Lieferverkehr, desto weniger Feinstaub.

Gesunder Feinstaub?

Ja, aber nur am Meer! Meeresluft tut bekanntlich besonders gut – streng genommen ist auch das ein Feinstaubeffekt, denn in der Meeresluft enthalten sind allerfeinste gelöste Salzpartikel. Dieser Feinstaub nun ist äußerst wohltuend. Denn das Salzgemisch löst beispielsweise den Schleim in den Atemwegen und erleichtert das Atmen. Davon profitiert natürlich auch die durch die Feinstaub belastete Großstadtlunge.