Misson SCAVIS

Für einen gesunden Umgang mit dem Internet

Problematische Internetnutzung erfährt in der COVID-19 Pandemie eine neue Brisanz. Neue Schätzungen von Forscher*innen gehen davon aus, dass bereits 2 bis 5 Prozent der Allgemeinbevölkerung eine Internetbezogene Störung aufweisen und noch einmal circa 10 Prozent eine problematische Internetnutzung. Eine problematische Internetnutzung (z. B. zu langes und zu häufiges Computerspielen oder stundenlanges Scrolling durch soziale Medien) kann dazu führen, dass das Internet bedeutsamer als das eigene Leben in der realen Welt wird und die Kontrolle über die Internetnutzung verloren geht. Dabei haben sogenannte „Internetbezogene Störungen“ nicht nur einen direkten Einfluss auf die Betroffenen. Eine exzessive Internetnutzung von Arbeitnehmer*innen hat ebenso Auswirkungen auf das Unternehmen, sei es durch Produktivitätseinbußen oder Absentismus. Die pronova BKK unterstützt das Forscher:innen-Team bei der Umsetzung der Studie.

Die SCAVIS-Studie

Zur Vorbeugung dieser Probleme wurde die „SCAVIS-Studie für eine ausgewogene Internetnutzung“ von Forscher*innen der Universitäten in Lübeck, Ulm, Berlin und Mainz ins Leben gerufen. SCAVIS steht für „Stepped Care Ansatz zur Versorgung Internetbezogener Störungen“. Die Studie nutzt einen E-Health-basierten, gestuften Versorgungsansatz zur Vermittlung einer ausgewogenen Internetnutzung bei Arbeitnehmer*innen im Alter von 16 bis 67 Jahren. Dabei kommen verschiedene digitale Technologien zum Einsatz: Die smart@net-App für das private Smartphone sowie das Angebot telefonischer Kurzberatungen und einer Online-Therapie, falls eine problematische Internetnutzung besteht. Die telefonischen Kurzberatungen und die Online-Therapie werden von qualifizierten Psychotherapeut*innen durchgeführt.

Die smart@net-App

Die kostenlose und werbefreie smart@net-App wurde basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen exklusiv für die SCAVIS-Studie entwickelt. Mithilfe der App soll frühzeitig ein Zugang zu Betroffenen erreicht werden, bevor sich Problembereiche verfestigen. In einem ersten Screening beantworten Teilnehmende verschiedene Fragen zu den Themenbereichen Internetnutzung und Gesundheit und erhalten anschließend eine individuelle Rückmeldung dazu. Die App ermittelt dabei, ob Personen eine problematische Internetnutzung haben und ob weiterführende Hilfsangebote bereitgestellt werden sollten. Diese Hilfsangebote können ein 28-tägiges Interventionsmodul in der smart@net-App sowie eine telefonische Kurzberatung und eine Online-Therapie umfassen. Im Rahmen des Interventionsmoduls kann optional das Nutzungsverhalten des eigenen Smartphones aufgezeichnet werden („Tracking“). Studienteilnehmende mit einer normalen Internetnutzung erhalten stattdessen Zugang zu einem Präventionsmodul innerhalb der App.

Datenschutz

Der Datenschutz ist durchgehend gewährleistet. Sämtliche Angaben innerhalb der smart@net-App werden anonym erfasst. Es sind keine Rückschlüsse auf einzelne Mitarbeiter*innen oder Betriebe möglich. Arbeitgeber*innen und Mitarbeitende bei der pronova BKK erfahren nicht, welche Personen an der Studie teilnehmen und welche Angaben diese in der App gemacht haben. Studiendaten aus der App werden verschlüsselt auf einem deutschen Universitätsserver gespeichert. Die Online-Therapie findet auf einer datenschutzkonformen, gesicherten Plattform statt.

Was bringt die Teilnahme an SCAVIS?

Teilnehmende können ihre Lebensqualität steigern und bekommen eine individuelle Rückmeldung zu ihrer Internetnutzung. Bei einer problematischen Internetnutzung haben sie die Möglichkeit, Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen, um die Kontrolle über ihre Internetnutzung zurückzugewinnen. Dabei entstehen den Teilnehmenden zu keinem Zeitpunkt Kosten. Zudem können Studienteilnehmende an Gutscheinverlosungen teilnehmen. Für Unternehmen hat SCAVIS ebenfalls Vorteile. Die Einführung von SCAVIS in das Unternehmen und das Betriebliche Gesundheitsmanagement ist kostenneutral und aufwandsarm. Die eigenen Mitarbeiter*innen werden für eine ausgewogene Internetnutzung sensibilisiert und negativen Auswirkungen einer problematischen Internetnutzung auf die Produktivität wird vorgebeugt. Nehmen Mitarbeiter*innen an der Studie teil, entsteht kein Arbeitsausfall. Teilnehmende Betriebe erhalten das SCAVIS-Präventionssiegel „Engagement für ausgewogenen Internetkonsum“.

Wieso Internetsucht mit einem E-Health-basierten Versorgungsansatz behandeln?

In der SCAVIS-Studie werden verschiedene digitale Technologien zur Behandlung einer problematischen Internetnutzung eingesetzt: Die smart@net-App, die telefonische Kurzberatung und die Online-Therapie. Die Verwendung digitaler Technologien zur Behandlung hat neben der großen Reichweite noch weitere Vorteile. Die private Internetnutzung einer Person ist für Außenstehende nur bedingt einsehbar. Dadurch können ungünstige Entwicklungen hin zu einer problematischen Internetnutzung nicht immer rechtzeitig erkannt werden. Um mögliche ungünstige Entwicklungen zu beeinflussen, ist es jedoch wichtig, die Betroffenen frühzeitig zu erreichen. Eine App ist zur niedrigschwelligen Ansprache von Betroffenen sehr gut geeignet. Ebenso findet die Online-Therapie über das Medium Internet statt. Die Wirksamkeit einer Online-Therapie ist in vielen Bereichen nachgewiesen. Auch hier ist das Ziel, Menschen durch den niedrigschwelligen Zugang zu einer Therapie zu bewegen, die ansonsten aufgrund des Zeitmangels oder langer Anfahrtswege möglicherweise nicht wahrgenommen würde. Zudem ist das Ziel der Therapie bei Betroffenen wieder eine ausgewogene und verantwortungsvolle Internetnutzung zu erreichen. Eine Abstinenz vom Internet ist weder angestrebt noch realistisch im heutigen digitalen Zeitalter.

Kontakt

Wir beraten Sie gerne persönlich! Rufen Sie uns an unter 0621 53391-4927 oder schreiben Sie uns eine E-Mail an bgf@pronovabkk.de