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Seelische Gesundheit

Flow? Flow!

Übertriff dich selbst – und du bist im Flow! Viele Menschen suchen in der sportlichen Herausforderung die Möglichkeit, die eigenen Grenzen zu erfahren und zu überschreiten. Im Überschreiten entsteht das Glücksgefühl des Flow.

Flow ist ein Zustand des konkreten und subjektiven Erlebens und nicht den Extremsportlern vorbehalten, die sich ständig an neue außerordentliche Grenzüberschreitungen heranwagen. Flow kann sich auf allen Leistungsebenen und in jedem Lebensalter einstellen: Auch der bislang sportlich Ungeübte, der sich dreimal die Woche überwindet und ganz langsam sein Laufpensum von 800 Metern auf 2.000 Meter steigert, ist im Flow – und zwar immer dann, wenn er ein klein wenig mehr leistet als beim letzten Mal.

Flow könnte man also als das Glück der Leistungserweiterung bezeichnen. Es gelingt einem etwas, was man bislang nicht geschafft hat. Das macht Flow zwar noch nicht zu einer Lernmethode, aber doch zu einer starken Motivation. Man kann geradezu süchtig nach Flow werden – und dieses eine Mal dürfen wir „Sucht" wirklich als etwas durchweg Positives verstehen.

Übersetzt bedeutet Flow „Fließen" oder „Strömen". Flow hat vier zentrale Merkmale:

  • Flow ist ein Zustand und keine Methode.
  • Es gibt kein objektives Flow – ob überhaupt, wann und wie man Flow erlebt, hängt immer vom Individuum selbst ab.
  • Flow lässt sich in vielfältigen Situationen erleben – beim Sport, beim Musizieren, beim Spielen, beim Motorradfahren, beim Sex und sogar bei der Arbeit stellt sich Flow ein.
  • Flow stellt sich nur dann ein, wenn wir mit einer Tätigkeit weder überfordert sind und Stress haben noch wenn wir uns langweilen.

Kinder haben ein Naturtalent für Flow

Vielleicht können wir von ihnen lernen: Ein spielendes Kind ist den im Spiel gestellten Anforderungen stets gewachsen. Die Außenwelt existiert dabei gar nicht, das Rufen der Mutter wird überhört, das Zeitgefühl geht verloren. Wichtig ist auch, dass für das Kind sofort erkennbar wird, ob sein spielerisches Handeln erfolgreich war – wenn zum Beispiel der Bauklotzturm nicht einstürzt. Das bedeutet: Die Tätigkeit belohnt sich selbst, es bedarf keiner Belohnung von außen. Doch was sich in der Kindheit fast täglich von ganz allein einstellt, scheint in der Welt der Erwachsenen kaum noch eine Rolle zu spielen – eingezwängt zwischen langweiliger Routine und Stress durch Angst und Überforderung kommen wir kaum noch dazu, mit unserem Tun völlig eins zu werden, uns dem Glück des Gelingens hinzugeben. Und doch gibt es Ausnahmen.

Forme etwas – und du bist im Flow

Auch kreative Menschen sind im Flow: Man formt etwas mit den Händen, man musiziert, man übt sich im Schreiben von Geschichten oder Gedichten – das sind allesamt Tätigkeiten, die mit selbst und freiwillig gewählten Herausforderungen verbunden sind, aber gleichzeitig keine Überforderung darstellen. Man beherrscht das neue Musikstück nicht auf Anhieb, tastet sich aber durch Üben und Verstehen langsam an die Sache heran – und mit einem Mal hat man es drauf, spielt es flüssig, geht im Spiel ganz auf – und ist im Flow. Die Welt um einen herum wird nebensächlich, das Zeitgefühl geht verloren. Doch Sport und kreatives Hobby sind im Leben des Menschen auf die Freizeit beschränkte Tätigkeiten. Doch Flow kann auch im Berufsleben, in der Arbeitstätigkeit, zum Tragen kommen.