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Seelische Gesundheit

Flow – und die Arbeit macht Spaß!

Wo Flow ist, macht die Arbeit richtig Spaß und bringt einen persönlich weiter. Am Ende eines von Flow geprägten Arbeitstages fühlt man sich einfach gut.

Flow hält die Balance zwischen Über- und Unterforderung, zwischen Langeweile und Stress, ist als Glück des Gelingens sich selbst Ansporn und Belohnung genug, erlaubt kreatives Ausprobieren, ist als Lust an der Last zu verstehen. Doch hält die Realität des Berufslebens dem stand?

Die berufliche Realität

Stresssymptome, Burnout und Depressionen zählen zu den häufigsten Ursachen für Krankschreibungen. Viele Arbeitnehmer klagen über langweilige Routine und ein Betriebsklima, das ihnen so gut wie keine Freiräume lässt. Vorgesetzte stehen selbst unter Erfolgsdruck – und geben diesen Druck an die Beschäftigten weiter. In diesem Klima ständigen Drucks kommt es zu Versagensängsten und Frustration. Anstatt etwas Neues auszuprobieren, hält man sich lieber an das Gewohnte – auch dann, wenn das Gewohnte eben nicht immer auch das Bewährte sein muss und oft genug mehr Probleme schafft als löst. Dieser ernüchternde Blick in die berufliche Realität lässt vermuten, dass Flow als Glück des Gelingens am Arbeitsplatz nicht die Regel sein dürfte. Statt der Funktionslust erlebt man über Jahre hinweg das reine, lustlose Funktionieren.

Raum schaffen für Flow – doch wie?

Natürlich sind diese Probleme der Arbeitswelt bekannt – und nicht wenige Unternehmen versuchen ja auch schon längst, eine Unternehmenskultur zu schaffen, in der jeder Beschäftigte seine Mitte zwischen Über- und Unterforderung finden kann. Man verspricht sich weniger Fluktuation, einen geringeren Krankenstand und höhere Motivation. Doch Flow ist keine Methode, die sich erlernen und trainieren lässt, sondern ein Zustand, den man einzig durch das Ausüben der Tätigkeit selbst erreichen kann. Ein Arbeitgeber könnte eigentlich nicht mehr dazu beitragen, als die Rahmenbedingungen zu schaffen, die einer Entwicklung von Flow günstig sind – also Freiräume zu schaffen, in denen sich Kreativität und Lust an neuen Herausforderungen entwickeln kann.

Ehrlicherweise muss man aber auch zugeben, dass nicht jede Form von Berufstätigkeit geeignet ist, um Flow erlebbar zu machen. An vielen Stellen kommt es eben genau auf die zuverlässig ausgeübte Routine an. Ein Arbeitsplatz ist eben kein Spielplatz. Und nicht immer ist es gut für betriebliche Abläufe, wenn Beschäftigte jedes Zeitgefühl verlieren und die Außenwelt – also Maschinen, Kollegen, Vorgesetzte, Kunden – einfach ausblenden. Doch nicht zuletzt kann auch die fehlerfreie Routine, wenn einem alles flott von der Hand geht, zumindest ein Gefühl der Zufriedenheit schaffen.

Ausgleich schaffen

Wenn die Arbeitswelt selbst kein Flow-Gefühl hergibt, wird die Freizeit als Erlebnisraum für Flow umso wichtiger. Ob Sie sich für ein Musikinstrument entscheiden oder Ihr Glück lieber in der sportlichen Herausforderung suchen – überlassen Sie sich dabei ganz Ihren Neigungen. Hauptsache, Sie betreiben es mit aller Hingabe. Gesund ist es allemal:

  • Das Erlernen und Spielen eines Musikinstruments erweitert nicht nur das neuronale Netzwerk permanent und beugt somit einem Nachlassen von Denkvermögen und Gedächtnisleistung vor, sondern wirkt sich auch beruhigend auf das vegetative Nervensystem aus.
  • Sportliche Tätigkeiten haben positive Folgen für das gesamte Herz-Kreislaufsystem und den Muskulaturaufbau. Das Flow-Gefühl stellt sich übrigens besonders bei solchen Sportarten ein, in denen man nicht nur verbissen auf Leistung trainiert, sondern in denen man wirklich aufgeht und die volle Konzentration erfordern. Segeln, Klettern und Skifahren werden in der Flow-Forschung ebenso genannt wie Tanzen.

Entscheidend ist nicht zuletzt die Komplexität des eigenen Tuns. Die sorgt nämlich dafür, dass die Aufmerksamkeit nie nachlässt und es somit auch nie langweilig wird. Gleichzeitig bietet sie die nötige Herausforderung. Schließlich möchte man ja in dem, was man tut, über sich hinauswachsen. Beste Voraussetzungen also für Flow.