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Er­näh­rungs­trends

Nährstoffkiller Aktivkohle

Das pechschwarze Speiseeis ist ein echter Hingucker. Auch Smoothies, Gemüse- und Obstsäfte kommen gern als kleine Schwarze daher. Und Backwaren wie tiefschwarze Pizza, Burger, Pommes und Croissants sind keineswegs im Ofen verbrannt. Doch gilt Schwarz nicht als Farbe des Todes? Wieso färbt man ausgerechnet Lebensmittel schwarz ein? Und was steckt hinter der schwarzen Farbe?

Black Food ist nicht nur bei Fans von Metal und Gothic beliebt. Das Geheimnis hinter den diversen schwarzen Lebensmitteln ist Aktivkohle, vielen bekannt als Mittel bei Durchfallerkrankungen. Und genau das sollte es auch bleiben. Denn außerhalb eines Darminfekts erweist sich die Kohle als echter Killer, denn sie bindet leider nicht nur Bakterien und toxische Stoffe, sondern auch zahlreiche andere Substanzen wie Vitamine, Mineralstoffe und Wirkstoffe von Arzneimitteln. Die werden gleich mit über den Darm entsorgt – mit fatalen Folgen für die Gesundheit.

Wie Aktivkohle Arzneimittel neutralisiert

Aktivkohle ist auch als medizinische Kohle bekannt. Aufgrund der feinporigen und porösen Struktur zerfällt die Kohle leicht in allerkleinste Teilchen, die dann wegen ihrer großen Oberfläche viele Substanzen binden können. Bei Durchfallerkrankungen angewendet, bindet medizinische Kohle Giftstoffe und Bakterien im Verdauungstrakt. Kohle und gebundene Stoffe werden zusammen über den Darm ausgeschieden. Der Wirkmechanismus ist hier ein rein physikalischer.

Doch auch wirksame Substanzen von Arzneimitteln werden meist über die Darmwand in den Körper geschleust, wo sie dann ihre heilende Wirkung entfalten. Die Kohle aus Lebensmitteln kann diesen Prozess erheblich stören, indem sie Arzneisubstanzen fest an sich bindet.

Aktivkohle mit Fragezeichen

Ein an sich vitalstoffreicher Smoothie, der mit Kohle versetzt wird, büßt dadurch erheblich an Nährstoffen ein. Und wer regelmäßig und oft schwarze Lebensmittel konsumiert, riskiert sogar einen Mangel an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Auch Verstopfungen können auftreten, zumal dann, wenn nicht ausreichend getrunken wird.

Immer wieder wird Aktivkohle als wahres Detoxmittel angepriesen, das auf ganz einfache Weise Giftstoffe aus dem Körper leitet. Auch eine unreine Haut soll von Kosmetikprodukten mit Kohle profitieren und ein Anti-Aging-Effekt gilt bei vielen als ausgemacht. Andere schwören darauf, dass fettige Croissants in ihrer pechschwarzen Variante deutlich leichter verdaulich sind. Doch ein wissenschaftlicher Nachweis für diese Behauptungen steht aus. Was bleibt, ist der Hinguckeffekt: Schwarze Lebensmittel ziehen die Blicke auf sich – eine schwarz gefärbte Zunge erst recht. Natürlich spricht nichts dagegen, mal ein schwarzes Eis zu probieren. Doch dabei sollte man es bewenden lassen. Zumal Liebhaber des außergewöhnlichen Geschmacks definitiv enttäuscht sein werden.