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Er­näh­rungs­trends

Purple Bread: Die gesunde Weißbrot-Alternative 


Es ist lila, herrlich locker und offeriert sich als gesunde Alternative zum herkömmlichen Weißbrot. Noch gibt es das Purple Bread allerdings nicht in Deutschland zu kaufen. Bis es so weit ist, beißen wir mit Appetit in unsere Stulle aus Roggenvollkornmehl und genießen zwischendurch eine appetitlich aussehende, hellbraune Weißbrotscheibe.

Prinzessin Lillifee würde das Brot lieben. Es ist lila wie die Zeichentrickfigur, die kleine Mädchenherzen höher schlagen lässt, und sieht aus, als käme es direkt aus der Märchenwelt. Nüchterne Zeitgenossen erinnert das Purple Bread, das als erstes gebackenes Superfood durch die Medien tingelt, optisch allerdings eher an Wurst. Welche Assoziationen die neue Kreation auch immer weckt: In Zukunft soll es eine Alternative zum fluffigen Weißbrot werden. Das ist nämlich zugleich das meist gegessene und gehasste Brot. Denn aufgrund seiner lockeren Konsistenz mögen es viele Menschen. Außerdem ist es so geschmacksneutral, dass es zu fast jedem Brotaufstrich und -belag passt. Doch das hat seinen Preis: Für das typische Toast, Ciabatta-Brot, Brötchen oder Baguette wird Weißmehl verwendet, bei dem nur das Innere des Getreidekorns verarbeitet wurde. Die wertvollen und gesunden Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die direkt unter der Schale sitzen, bleiben also außen vor. Somit enthält eine Stulle aus Weißmehl außer Kalorien nicht mehr viel.

Lila Brot: Weißbrot mit Anthocyanen

Das hat Zhou Weibiao mit seinem Purple Bread nun geändert. Der Ernährungswissenschaftler aus Singapur entnahm Anthocyane aus schwarzem Reis und fügte sie dem Brotteig zu. Anthocyane sorgen bei Obst und Gemüse, beispielsweise Blaubeeren und Süßkartoffeln, für die rote, violette oder blaue Farbe. Außerdem haben sie eine hohe antioxidative Wirkung, die angeblich vor kardiologischen und neurologischen Erkrankungen schützt. Im Purple Bread verbacken, bewirken sie laut des Ernährungswissenschaftlers darüber hinaus, dass dieses Brot bis zu 20 Prozent langsamer verdaut wird als seine blassen Vettern. Da allerdings Weizen, Zucker und eventuell noch Fett in gleicher Menge im Teig verarbeitet werden, hat die farbenfrohe Variante den gleichen Nährwert wie ein normales Weißbrot. Der Clou ist also nur – neben der auffälligen Farbe – dass der Körper mit den gleichen Kalorien über einen längeren Zeitraum auskommt. Noch gibt es das Purple Bread nicht in deutschen Supermärkten zu kaufen. Die Chancen stehen aber gut, dass sich das bald ändern wird. Denn die Aussicht darauf, endlich ein Weißbrot ohne Reue genießen zu dürfen, lockt sicherlich viele Superfood-Liebhaber.

Abwechslungsreiche Kost: Es kommt auf die Mischung an

Und die anderen? Die dürfen weiterhin mit Genuss in ihr Roggenvollkornbrot beißen. Immerhin ist dieses Brot dank eines hohen Anteils an Ballaststoffen und wertvollen Vitaminen gesund, nahrhaft – und dazu noch mit seinem braunen Farbton hübsch anzuschauen. Wer dann doch einmal ein heftiges Verlangen nach einer Weißbrotscheibe verspürt, zum Beispiel für einen sündigen Toast mit Schoko-Nuss-Aufstrich, der kann dem getrost nachgeben. Wenn ansonsten die Ernährung ausgewogen und vollwertig ist, macht diese Scheibe weder sofort dick noch krank. Tatsächlich steckt im Weißbrot sogar ein gesunder Kern. Und zwar enthält es einen bestimmten Ballaststoff, die lösliche Hemicellulose, in besonders großer Menge. Dieser wirkt sich positiv auf die Darmflora und damit auf die Gesundheit aus.