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Er­näh­rungs­trends

Slow Carb lockt mit schnellen Lösungen

Einfache Grundregeln befolgen, keine Kalorien zählen und dabei superschnell abnehmen: Das ist Musik in den Ohren aller, die mit Gewichtsproblemen zu kämpfen haben. Zumal sämtliche Ernährungsregeln an einem Tag der Woche außer Kraft gesetzt sind: Am sogenannten Fresstag oder Ladetag darf nach Herzenslust geschmaust werden ohne Rücksicht auf Kohlenhydrate, also auch ein dickes Eis, eine Tafel Schokolade oder ein großer Burger sind nicht tabu. Das Konzept ist keineswegs einfach so aus einer Laune heraus entstanden, sondern bezieht wichtige Erkenntnisse der Ernährungswissenschaften durchaus mit ein. Es ist inzwischen hinreichend belegt, dass gerade kurzkettige Kohlenhydrate zu den Hauptverursachern von Übergewicht zählen. Dennoch bleibt Slow Carb ein fragwürdiges Konzept, egal ob als Intensivdiät oder als Dauerernährung, denn der völlige Verzicht auf Obst und Milchprodukte etwa kann schnell zu Versorgungslücken mit wichtigen Nährstoffen führen, die gesundheitliche Risiken bergen und den Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln unumgänglich machen.

Die fünf Grundregeln von Slow Carb

  1. Keine weißen Kohlenhydrate! Damit sind außer zuckerhaltigen Produkten auch Kartoffeln und Getreide in allen Formen wie Brot oder Müsli, auch in der Vollkornvariante, tabu.
  2. Die gleichen Mahlzeiten immer wieder essen! Eine außergewöhnliche Geschmacksvielfalt steht bei Slow Carb nicht im Vordergrund. Alle Mahlzeiten enthalten aber immer drei Komponenten: tierisches Eiweiß in Form von Fleisch oder Fisch, pflanzliches Eiweiß in Form von Hülsenfrüchten und dazu viel Gemüse.
  3. Nur kalorienfreie Getränke wählen! Erlaubt sind also Wasser, außerdem Tee und Kaffee in ungesüßter Form.
  4. Kein Obst essen! Der enthaltene Fruchtzucker wird verantwortlich gemacht für Hüftgold oder dicke Bäuche. Lediglich Tomaten oder Avocado sind einmal pro Tag in Ordnung.
  5. An einem Tag in der Woche ist alles erlaubt: Kuchen, Chips und Cola, alle Wünsche dürfen hemmungslos befriedigt werden.

Ernährungskonzept mit Risiken und Nebenwirkungen

Der komplette Verzicht auf Obst, Vollkorn- und Milchprodukte bedeutet fast zwangsläufig einen Nährstoffmangel. So wird denn auch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfohlen: Kalium, Magnesium und Kalzium gelten als obligatorisch, Vitaminpräparate sind nicht ausgeschlossen. Keines dieser Präparate liefert allerdings die wichtigen sekundären Pflanzenstoffe, die zu einer besseren Bioverfügbarkeit der Nährstoffe beitragen. Außerdem kann der Fresstag eine böse Falle sein für all diejenigen, die Probleme mit der Selbstdisziplin haben. Denn nach so einem ausschweifenden Tag in Sachen Leckereien fällt die Rückkehr zu den sehr strengen Regeln besonders schwer. So mancher wird nur allzu gern einen weiteren Fresstag anhängen.

Ausgewogen ernähren – und zwar mit Vollkorn

Der Konsum an zuckerhaltigen Nahrungsmitteln ist bei den meisten viel zu hoch mit allen Folgen wie Übergewicht und einem erhöhten Risiko für Diabetes. Auf süße Softdrinks und Fruchtsäfte kann daher in der Tat getrost verzichtet werden. Aber gerade Vollkornprodukte liefern viele wichtige Vitamine und sollten daher fester Bestandteil einer gesunden und abwechslungsreichen Ernährung sein. Einfache Mahlzeiten unter der Woche und am Wochenende an einem Tag dann alles auftischen, das war früher in vielen Familien ohnehin üblich. Diese Tradition hat durchaus ihre guten Seiten, denn sie reduziert ganz automatisch den Fleischkonsum auf ein gesundes Maß. Wer nach einem Ausweg aus dem Übergewicht sucht, sollte außerdem die regelmäßige Bewegung nicht vergessen, die wie eine Ernährungsumstellung erst eine nachhaltige Gewichtsreduktion möglich macht.