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Er­näh­rungs­trends

VEGGane Ernährung: Ich will Ei!

Nur ein Schreibfehler oder ein neuer Trend? Eier feiern ein großes Comeback in der Küche. Viele Jahre als ungesunde Cholesterinbomben verschmäht, halten sie jetzt sogar Einzug in die moderne vegane Küche. Ein Ei in der Suppe, auf dem Salat oder in der Gemüsepfanne sieht nicht nur auf dem Foodie gut aus, sondern bedeutet auch ein Plus an Nährstoffen. Allerdings ist nicht jedes Ei willkommen. Denn gerade die herkömmliche Produktion von Hühnereiern gilt Veganern als Sinnbild für Tierquälerei, werden doch die männlichen Küken massenhaft getötet. Aber hin und wieder ein Ei von Hühnern vom Bauern des Vertrauens ist auch mit den hohen ethischen Ansprüchen vieler Veganer durchaus vereinbar.

Veganismus in seiner reinsten Form

In einer streng veganen Ernährung hat ein Ei wie auch jedes andere Nahrungsmittel tierischen Ursprungs nichts verloren. Dieser hohe Anspruch erstreckt sich auf alle Lebensbereiche. Alle Produkte tierischen Ursprung bedeuten nämlich immer ein gewisses Maß an Tierquälerei. Zwar muss das Huhn für die Eierproduktion nicht unmittelbar geschlachtet werden. Doch nur hoch gezüchtete Hybridhühner können die große Nachfrage nach Eiern überhaupt befriedigen. Und sobald die Legeleistung nicht mehr stimmt, taugt die Legehenne allenfalls noch für die Suppe. Das ist in der industriellen Eierproduktion schon nach weniger als zwei Jahren der Fall, obwohl Hühner eigentlich etliche Jahre alt werden könnten. Außerdem werden jährlich Millionen von männlichen Küken als sogenannte Eintagsküken gleich nach dem Schlüpfen getötet. Da ist es durchaus verständlich, dass so mancher Veganer dem neuen Trend des Eieressens eine strikte Absage erteilt.

Vegganismus: die neue Lust am Ei

Für alle anderen ist ein Ei aber durchaus eine Bereicherung. Der Ursprung des Vegganismus liegt möglicherweise in der asiatischen Küche: In Fernost wird so manches Gericht nicht nur optisch mit einem Ei aufgepeppt, egal ob gebraten, pochiert oder gekocht. Ein Ei bedeutet immer ein gehöriges Plus an Nährstoffen. Zum einen enthält es Proteine von hoher biologischer Wertigkeit, der Körper kann sie also besonders gut verarbeiten. Dazu kommen eine Portion Eisen für die Blutbildung, Lecithin für die Nerven und alle wichtigen Vitamine mit Ausnahme des Vitamin C. Eier enthalten auch das lebenswichtige Vitamin B 12, das bei rein veganer Ernährung unbedingt substituiert werden muss. Allerdings sollten auch Vegganer ihren Vitamin-B 12-Spiegel regelmäßig überprüfen lassen. Eier liefern auch Fett, unter anderem Cholesterin. Lange Zeit galt ein hoher Cholesterinspiegel im Blut als Risikofaktor für Herz-/Kreislauferkrankungen. Mittlerweile weiß man aber, dass gerade eine hinreichende Versorgung mit dem HDL-Cholesterin wichtig ist für den Zellaufbau, für die köpereigene Herstellung von Hormonen und für das Gehirn. Eier sind also wertvolle Nährstofflieferanten und schmecken obendrein lecker.

Die Herkunft macht's

Neben Inhaltsstoffen und Geschmack zählt für Vegganer aber auch die Herkunft. Jedes Ei aus einer Legefabrik bleibt absolut tabu, denn die industrielle Tierhaltung, bei der die Legehennen ist engen Käfigen stecken, verstößt gegen alle Prinzipien des Tierwohls. Leider beziehen im Allgemeinen auch Bio-Bauern ihre Legehennen als Küken immer noch aus eben den Zuchtbetrieben, in denen männliche Küken reihenweise getötet werden dürfen. Glücklich also, wer selbst ein paar Hühner und einen Hahn halten kann oder jemanden kennt, für den artgerechte Hühnerhaltung kein Fremdwort ist. Dann gibt es auch keine ethischen Bedenken mehr gegen das Ei in der Suppe.