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All-inclusive - Die Ernährungsfalle im Urlaub

Im Urlaub hat keiner Lust, auf Kalorien zu achten – 10 Tipps, wie man trotzdem nicht zunimmt

VON CHRISTINA HORN

Urlauber haben es nicht leicht. Zumindest dann nicht, wenn sie zwei Wochen Vollpension oder „All-inclusive“ gebucht haben und der Vorsatz, nicht zuzunehmen, groß ist. Beim Anblick von üppig beladenen Buffets im Speisesaal fällt es schwer, standhaft zu bleiben – man ist ja in den Ferien und will sich etwas gönnen. Zehn Tipps, wie die Tage im Hotel zum Genuss, aber nicht zur Kalorienfalle werden.

1. Dem ständigen Buffet-Zwang entgehen

In vielen All-inclusive-Hotels ist der Urlaubstag streng durchgetaktet: Frühstück gibt es bis 10 Uhr, Snacks am Pool um 11 Uhr, Mittagessen um13 Uhr, Kaffee und Kuchen um 16 Uhr und das Abendessen beginnt spätestens um 19 Uhr. Die Essenszeiten bestimmen den Ablauf des Urlaubstages. Kein Wunder, dass die Waage nach 14 Tagen zwei Kilo mehr anzeigt. Die einzige Lösung lautet Zurückhaltung. Drei Hauptmahlzeiten dürfen und sollten es auch im Urlaub sein, aber die tägliche Snack- und Kuchenzufuhr ist für so manches Kalorienkonto einfach zu viel. Für Figurbewusste gilt: Nur ab und zu zwischendurch zugreifen.

2. Nie ausgehungert in den Speisesaal kommen

Ebenfalls kontraproduktiv ist es, zwischen Frühstück und Abendessen gar nichts zu essen, weil man sich auf das große Buffet beim Italien-oder Mexiko-Abend im Hotel freut. So kommt man ausgehungert in den Speisesaal und kann sich gar nicht genug auf den Teller schaufeln. Besser: Zu Mittag etwas Leichtes essen, wie einen Salat mit einem kleinen Stück Fisch oder Fleisch, eine Gemüseplatte oder Joghurt und Obst. Gemüse hat den Vorteil, dass es den Magen gut füllt und dadurch sättigt. Auch ein belegtes Brot mit magerem Schinken oder Käse ist in Ordnung. Ein leichter Mittagsimbiss belastet nicht und verhindert unkontrollierte Heißhungeranfälle am Abend.

3. Am Buffet das Richtige auswählen

„Am Abend dreimal zum Buffet zu gehen ist in Ordnung, öfter aber nicht“, sagt die Kölner Ernährungsberaterin Karen Nespethal. Vorspeise, Hauptgang und Nachtisch dürfen sein, „wie beim Drei-Gänge-Menü im Restaurant.“ Wichtig ist, auf gemäßigte Portionen zu achten und das Richtige auszuwählen. Bei Gemüse und Salat können Urlauber am Hotelbuffet so richtig zugreifen. Auch Fisch und Fleisch ohne Fettrand und Panade gefährden die Bikinifigur nicht. Aufpassen heißt es dagegen bei Pommes, fetthaltigen Aufläufen und allem Frittierten. Schwere Soßen, fettige Dressings und Überbackenes ebenfalls meiden. Tipp: Als Vorspeise eine Suppe oder einen großen Salat wählen. Das füllt den Magen und verringert die Lust auf Hochkalorisches vom Buffet.

4. Immer die kleinen Teller nehmen

Alter Trick mit großer Wirkung: Am Buffet die großen Teller stehen lassen und dafür die kleinen Dessertteller nehmen. So sieht das weiße Porzellan immer üppig gefüllt aus, auch wenn gar nicht so viel drauf liegt. Man trickst sich selber aus und isst automatisch weniger.

5. Der großen Probierfalle entgehen

Erst die Shrimps, dann das Hühnchen und zwischendurch noch Tortellini: Große Buffets führen uns in Versuchung, alles auf einmal probieren zu wollen. Besser für den Magen und die schlanke Linie: strategisch vorgehen und Schwerpunkte setzen. Heute als Hauptspeise der gegrillte Fisch, morgen das Steak, übermorgen die Nudeln. Wer sich immer wieder vorsagt „Ich bin noch ein paar Tage da, ich probiere von allem, was ich mag ein wenig, und das in Ruhe hintereinander“, kann beim Anblick der gefüllten Schüsseln und Tabletts gelassener bleiben.

6. Sich beim Alkohol zurückhalten

In Hotels mit Rundum-Verpflegung fließen Bier und Cocktails in Strömen, und das fast zu jeder Tages- und Nachtzeit. Doch Wein, Schnaps und Sekt haben nicht nur einiges an Kalorien im Gepäck, sie machen auch zusätzlich Appetit. Besser also auf den Nachmittags-Drink an der Poolbar verzichten und den Alkoholkonsum so weit wie möglich ans Ende des Tages schieben. Süße Mixgetränke und überzuckerte oder sahnige Cocktails ganz von der Urlaubsverzehr-listestreichen. Eine trockene Weißweinschorle schmeckt auch und hat im Vergleich viel weniger Kalorien.

7. Die Strandliege ab und zu verlassen

Herrlich, diese freien Tage: Mit einem guten Buch stundenlang am Strand liegen oder in der heißen Sonne am Pool ein Nickerchen nach dem anderen machen. Besser für die Figur ist, Bewegung in die Urlaubstage zu bringen. Wie wär’s zum Beispiel mit einem täglichen Spaziergang am Meer? Oder jeden Tag 20 Minuten Power-Schwimmen im Pool? Viele Hotels verfügen inzwischen über eigene Fitness-Studios, meistens sind das die Räume, die tagsüber gähnend leer sind. Auch das Sportangebot lohnt sich. „Oft arbeiten in den Hotels kompetente und gutmotivierte Trainer – und trotzdem machen immer nur dieselben wenigen Leute bei der Wassergymnastik mit“, wundert sich Ernährungsexpertin Nespethal.

8. Urlaubskalorienbomben vermeiden

Klar, das Eis am Strand gehört in den Ferien dazu, aber besser nicht jeden Tag. Wer täglich etwas Süßes will, greift lieber zu frischen Früchten, die sind in südlichen Ländern oft sogar viel leckerer und süßer als bei uns. In die Strandtasche am besten gar keine Snacks packen – was nicht da ist, kann auch nicht gegessen werden. Und: Man muss nicht jede kalorienreiche landestypische Spezialität probiert haben. Also im Speisesaal nicht zu den frittierten Calamares oder zum süßen Blätterteig-Baklava greifen, sondern lieber schlanke Alternativen suchen, wie gefülltes Gemüse oder frische Datteln und Feigen.

9. Die richtigen Durstlöscher trinken

Viel trinken bei Hitze ist wichtig, aber bitte keine süßen Limonaden, Colas oder Eistees. Auch pur getrunkene Fruchtsäfte machen dick. Und wer an der Strandbar Eiskaffee, Smoothies oder Frappé bestellt, packt noch mal ein paar Hundert Kalorien oben drauf. Besser: Wasser. Wer mag, peppt es mit einem Zitronenschnitz vom Buffet auf. Kalter Tee oder Schorlen mit viel Wasser und wenig Saft sind ebenfalls gute Alternativen.

10. Sich nur eine Sünde pro Tag genehmigen

Aber klar doch, der Urlaub ist zum Genießen da, und natürlich sollte man sich da auch nicht alles verkneifen. Eine kleine kulinarische Sünde am Tagmuss drin sein. Also gut auswählen: entweder das Eis am Pool, der Extra-Drink an der Bar oder das Stückchen Kuchen am Nachmittag. Wem das schwer fällt, der sollte zumindest auf „Klasse statt Masse“ setzen. Besser zweimal pro Woche den Lieblingsnachtisch genießen, statt ständig zum süßen Sangria-Glas zu greifen. Wenn man es mit den Ferien-Verlockungen nicht übertreibt, sind auch keine Urlaubsmitbringsel“ an Hüften.

Quelle: pronova BKK in Kooperation mit dem Kölner Stadt-Anzeiger (Anti-Diät-Club)