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Infos zur Er­näh­rung

Beeren vom Balkon

Da liegt man auf dem Balkon, genießt die Sonne und hat plötzlich Lust auf saftige Beeren. Was tun? Aufstehen und zum Supermarkt? Nein – ein Griff und man erntet im Handumdrehen den gewünschten Genuss und obendrein reichlich Vitamin C, A und E, vielfältige Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium und Phosphor, sekundäre Pflanzenstoffe und verdauungsgesunde Pektine. Nur ein Traum?

Das alles steckt in selbst angebauten Beeren auf Balkon oder Terrasse. Kleinwüchsige Sorten, Halbstämmchen und Säulenformen eigenen sich besonders gut für den Anbau auf kleinstem Raum. Für volles Aroma und eine gute Ernte sorgt am besten ein sonniger und geschützter Standort.

Neben Erdbeeren als Klassiker eignen sich auch Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren oder Blaubeeren für den platzsparenden Anbau in Kübeln. Zu klein dürfen die Pflanzgefäße allerdings nicht sein, 40 bis 50 Liter Fassungsvermögen sind ideal für Sträucher. Kleine Stämmchen kann man zusätzlich mit Erdbeeren unterpflanzen. Kübelpflanzen mögen keine Staunässe, eine gute Drainage ist für alle Beerensorten und Wuchsformen wichtig. Tipp: Pflanzt man zwei verschiedene Sorten einer Beerenart nebeneinander, führt das meist zu einem höheren Ertrag.

Himbeeren

Himbeersträucher brauchen ein windgeschütztes Plätzchen, andernfalls können sie leicht umknicken. Sie benötigen auch einen besonders guten Frostschutz im Winter. Herbsttragende Sorten wachsen insgesamt kompakter und sind gut für die Kultur auf Kübeln geeignet. Trotzdem sollten auch diese Sorten bei Bedarf gestützt und angebunden werden. Die Pflanzen bitte regelmäßig düngen und alle zwei Jahre die Erde komplett austauschen. Das erhöht den Ertrag.

Johannisbeeren

Als Flachwurzler sind Johannisbeeren gut für die Anpflanzung in großen Töpfen geeignet. Auch sie mögen einen sonnigen und windgeschützten Standort. Da sie schon im April oder Mai blühen, sollten die Pflanzen in frostgefährdeten Nächten mit Vlies oder einer Stoffhaube vor Kälte geschützt werden. Die Erde am besten schon vor dem Pflanzen mit Kompost oder einem organischen Dünger anreichern. Die Ernte beginnt meist so um den Johannistag (24. Juni) und kann je nach Sorte bis in den August hinein dauern. Im Herbst erfolgt ein leichter Rückschnitt, wobei einige gesunde und starke Triebe stehen gelassen werden.

Stachelbeeren

Stachelbeeren sollte man nicht zu häufig düngen, drei- bis viermal im Jahr ist ausreichend, andernfalls werden die Früchte zu groß und wässrig im Geschmack. Bei Hochstämmchen müssen die kleinen Kronen im Herbst ausgelichtet werden. Und auch bei den Buschformen entfernt man im Herbst die ganz alten Zweige, die man an der abblätternden und dunklen Rinde leicht erkennt. Lecker sind auch Jostabeeren, eine Kreuzung aus Schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere.

Blaubeeren

Kulturheidelbeeren oder Blaubeeren sind relativ pflegeleichte Bewohner von Balkon oder Terrasse. Sie überstehen die Winter in unseren Breiten meist problemlos. Achtung: Herkömmliche Pflanzerde, wie sie überall angeboten wird, ist hier unbrauchbar. Kalkarme Moorbeeterde ist dagegen bestens geeignet. Man kann sie auch mit etwas Sand oder Sägemehl mischen, um die Durchlässigkeit zu erhöhen. Blaubeeren sollten regelmäßig und gleichmäßig gewässert werden, allerdings nur mit kalkarmen Regenwasser. Rhododendrondünger gibt übrigens auch Heidelbeeren einen extra Schub. Wer im Herbst alte und trockene Triebe aus den Pflanzen entfernt, wird im folgenden Jahr mehr ernten.

Gut geschützt durch den Winter

Die Wurzeln der Kübelpflanzen brauchen bei sehr kalten Temperaturen im Winter besonderen Schutz. Dafür am besten die Kübel umwickeln mit einer Luftpolsterfolie, Vlies, Decken oder Säcken. Alle Töpfe bitte eng aneinander rücken, so schützen sie sich gegenseitig. Um Frostschäden von unten zu vermeiden, die Töpfe auf eine dicke Platte aus Styropor oder Holz stellen. Auf die Erde eine Schicht aus Mulch oder altem Laub aufbringen oder mit Zweigen gut abdecken. Zur optimalen Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit sollten die Pflanzen ab Mitte August nicht mehr gedüngt werden.