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Wissenswertes rund um das Thema Ernährung.

Cranberries - Rot, sauer, urgesund

In den USA sind Cranberries längst in aller Munde - als Saft, als Saucenbestandteil in der Küche, als Trockenfrüchte, in Pulverform, als Kapsel und Bestandteil der verschiedenartigsten Zubereitungen. In Deutschland sind Cranberries, Verwandte der Preiselbeere, zwar nahezu jedem Zweiten bekannt, zum Kreis der regelmäßigen Konsumenten jedoch zählt hierzulande bislang nur jeder Zwanzigste. Das ist Schade, da Cranberries aktuellen medizinischen Studien zufolge zum Gesündesten zählen, was die Natur hergibt.

Beeindruckend ist die Liste der gesundheitsfördernden Wirkungen: Von der präventiven Wirkung gegen Harnwegs- und andere bakterielle Infektionen über vorbeugende Wirkung gegen Herzkreislauferkrankungen bis hin zu einer gerade erst nachgewiesenen wachstumshemmenden Wirkung bei bestimmten Tumoren scheint die „großfrüchtige Moosbeere“ - so der volkstümliche Name - ein wahres Wundermittel zu sein. Fakt ist, dass Cranberries bereits bei den amerikanischen Ureinwohnern wegen ihrer heilenden Wirkung hoch im Kurs standen. So heißt es, dass Wunden mit Cranberry-Saft ausgewaschen wurden und Medizinmänner Cranberry-Umschläge bereiteten, um Gift aus Pfeilwunden zu ziehen. Der durch die Pilgrimfathers seit 1621 in Umlauf gebrachte englische Name Cranberry (übersetzt: Kranichbeere) ist übrigens der Blüte zu verdanken, die einem Kranichkopf ähnlich sieht. Frische Cranberries sind von Oktober bis Dezember auch in Deutschland auf dem Markt erhältlich. Sie werden hauptsächlich zum Backen und als Sauce zu Wild- und Geflügelgerichten verwendet. In Nordamerika werden sie hauptsächlich zu Kompott, Saucen oder zu Fruchtsaftgetränken weiterverarbeitet. Ganz gleich, in welcher Form man sie verzehrt - gesund sind sie immer.

Die Cranberry scheint für viele Überraschungen gut zu sein

Die in der Cranberry enthaltenen Proanthocyanidine (PAC) hemmen offenbar das Wachstum von Lungen- und Darmtumoren sowie von Leukämiezellen. Eine entsprechende Studie wurde 2006 im amerikanischen Journal for Science of Food and Agriculture veröffentlicht. Die Untersuchung ist eine der ersten, die eine krebshemmende Wirkung der in der Cranberry enthaltenen PAC auf deren einzigartige Struktur zurückführt, die sich von der PAC-Struktur der meisten anderen Fruchtarten unterscheidet. Man testete die Cranberry-PAC bei Tumorzellgeweben und beobachtete eine Behinderung der Ausbreitung des Tumorzellgewebes, ohne dass das Wachstum gesunder Zellen beeinträchtigt wurde. Die speziellen PAC der Cranberry sind es auch, die den Körper vor schädlichen, Harnwegsinfektionen verursachenden Bakterien schützen. Bei bereits bestehenden Harnwegsinfektionen hingegen konnte eine Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen werden.

Gut für Mundhöhle und Magen

Diverse internationale Untersuchungen belegen auch eine Wirkung von Cranberries gegen schädliche Bakterien im Mundraum, so dass es bei regelmäßigem Konsum zu einer Verhinderung schädlicher Zahnbeläge sowie der Ausbreitung der Paradontose kommen kann. Jüngste Studien haben außerdem nachgewiesen, dass Cranberries das Einnisten von Helicobakter-pylori-Bakterien in Magen und Darm verhindern und Entzündungen der Magenschleimhäute vorbeugen können.

Einschätzung der Heilwirkung

Cranberries sind mit Sicherheit sehr gesund und haben vor allem eine gute Präventionswirkung, doch gerade bei gefährlichen Erkrankungen sollte man ohne ärztlichen Rat nicht auf sie allein setzen. Die präventive Wirkung der Cranberry scheint gut belegt zu sein. Auch ihre uralte Tradition als Heilpflanze spricht sehr für ihre heilwirksame Qualität. Entsprechend viele Cranberry-Produkte tummeln sich auch auf dem deutschen Markt. Doch längst nicht alles, was angeboten wird, ist auch wirklich so gesund wie die frische Frucht. So kann man davon ausgehen, dass jeder Verarbeitungsschritt von der frisch geernteten Beere über die Herstellung von Saftkonzentraten bis hin zur Produktion von Pulvern und Kapseln eine potenzielle Minderung der ursprünglichen Heilkraft darstellt. Wenn Sie Cranberry-Saft probieren, achten Sie auf Qualität: Anstelle verdünnter Fruchtsaftbereitungen gibt es auch Zubereitungen aus 100 % kontrolliert biologisch erzeugtem Muttersaft (z. B. vom Hersteller Voelkel, erhältlich in Naturkostläden).

Nährwerte und Heilwirkung

100 g frische Cranberries enthalten:

52 kcal/218 kJ,
2 mg Natrium, 56 mg Kalium,
6 mg Phosphor,
7,5-10,5 mg Vitamin C

Eine Tannin-Verbindung in Cranberries kann Harnwegsinfektionen vorbeugen. (Rutgers State University New Jersey/USA, 1998; Harvard Medical School, Boston/USA, 1994)
Proanthocyanidine der Cranberry können vorbeugend gegen Herz- und Kreislauferkrankungen wirken.
Cranberries enthalten Anthocyanin. Dieser Stoff gehört zu den Antioxidantien und schwächt die Wirkung freier Radikaler ab, wirkt Zellschäden entgegen und kann so helfen, Herz- und Kreislauferkrankungen vorzubeugen.
Das in Cranberries enthaltene Vitamin C hat eine antioxidative Wirkung und kann darüber hinaus das Immunsystem stärken.
Eine neue Studie weist nach, dass Inhaltstoffe der Cranberry das Wachstum von Tumorzellen blockieren.

Rezept für eine winterliche Cranberry-Suppe

Sie benötigen:

500 g Möhren,
150 Kartoffeln,
1 bis 2 Petersilienwurzeln,
1 Zwiebel,
4 EL Butter,
2 TL Currypulver,
1 EL Curcuma,
1 Liter Gemüsebrühe,
150 g Cranberries (frisch oder Tiefkühlware),
1 EL Zucker,
200 g Sauerrahm (ersatzweise Naturjoghurt),
Salz,
Pfeffer,
2 EL Ahornsirup,
frischen Schnittlauch
Möhren,
Kartoffeln

Petersilienwurzeln schälen und hacken, die Zwiebel fein würfeln. Die Zwiebel in der Hälfte der Butter mit Curry und Curcuma andünsten, das gehackte Gemüse sowie die Hälfte der Cranberries und einen halben EL Zucker hinzugeben, dünsten. Brühe aufgießen, Gemüse und Cranberries weich kochen, alles fein pürieren. Die restlichen Cranberries kurz in Butter anbraten, zuckern, in die Suppe geben. Den Sauerrahm unterziehen, Suppe nochmals erhitzen. Mit Salz, Pfeffer und einem Schuss Ahornsirup abschmecken, Schnittlauchröllchen darübergeben.

Dazu reichen Sie Weißbrot oder Fladenbrot.

Gesunden Appetit!