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Eis, Quark und mehr aus Süßlupinen

Eis, Quark und mehr aus Süßlupinen

Altehrwürdig

Die aus dem Mittelmeerraum stammende Lupine nährte schon viele Menschen vor uns. Die alten Ägypter schätzten die eiweißreiche Kost bereits 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung. Und vor etwa 3000 Jahren wurde die Lupine erstmals schriftlich erwähnt. Für eine gute Bekömmlichkeit spülte man die Samen gründlich im salzigen Meerwasser.

Pflanzeneigene Alkaloide waren nämlich nur schwer verdaulich und sorgten überdies für einen unangenehmen bitteren Geschmack. Übrigens werden Lupinen auch in Südamerika angebaut und als Nahrungsmittel geschätzt.

NEUARTIG

Schon vor etwa 90 Jahren sind durch Züchtung Sorten entstanden, die nur wenige oder gar keine Bitterstoffe mehr enthalten. Vier Sorten werden angebaut: die gelbe, die weiße und die blaue Süßlupine sowie die Andenlupine im Hochland Südamerikas. Die Bezeichnung ‚süß‘ meint nicht den eigentlichen Geschmack, sondern bezieht sich auf die Abwesenheit der bitteren und teilweise auch toxisch wirkenden Alkaloide. Das Alkaloid Lupinin beispielsweise findet sich in allen Gartenlupinen. Diese sind nicht zum Verzehr geeignet!

HOCHWERTIG

Lupinen gehören wie Erbsen und Bohnen zu den Hülsenfrüchten. Die Lupinensamen werden geerntet, sobald die Schoten getrocknet sind. Sie enthalten bis zu 40 Prozent Proteine, die alle essenziellen Aminosäuren liefern. Darüber hinaus liefern sie Ballaststoffe, Carotinoide, Vitamin E und die Mineralstoffe Kalzium, Kalium, Eisen und Magnesium. Im Gegensatz zu anderen Hülsenfrüchten sind sie gut verdaulich und verursachen keine Blähungen.

HIESIG

Süßlupinen haben keine langen Wege hinter sich. Sie sind anspruchslos, perfekt an das hiesige Klima angepasst und müssen nicht gedüngt werden. Hauptanbaugebiete sind Norddeutschland und Brandenburg. Im Gegensatz zu vielen Sojabohnenangeboten sind Süßlupinen gentechnikfrei.

VIELSEITIG

Aus Lupinensamen wird Mehl hergestellt. In gerösteter Form ergeben sie Kaffee-Ersatz. Außerdem finden sie sich in Brotaufstrichen. Daneben gibt es Lupineneis, Lupinenmilch und Quark. Das extrahierte Eiweiß wird zu Tofu oder Bratlingen weiterverarbeitet. Auch eine Soße ähnlich einer Sojasoße aus Lupinen ist zu haben. Produkte auf Basis von Lupinen empfehlen sich auch für Veganer als gute Alternative zu Sojaprodukten.

PREISWÜRDIG

Die Forschung zur Proteingewinnung aus der Süßlupine wurde 2014 mit dem Deutschen Zukunftspreis durch den Bundespräsidenten ausgezeichnet. Die Lebensmitteltechniker des Fraunhofer- Instituts kümmern sich außerdem um die Verwendung des Proteins bei der Herstellung diverser Lebensmittel. Das hochwertige Eiweiß aus der Süßlupine hat das Zeug zu einer attraktiven Alternative zu Proteinen aus Fleisch.

​Allergiker aufgepasst!

Da Lupinen wie Erdnüsse Hülsenfrüchte sind, müssen besonders Erdnußallergiker wachsam sein. Schätzungen zufolge reagiert etwa jeder zweite auch auf Lupinenprodukte. Schwere allergische Reaktionen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock sind dabei möglich. Eine Kennzeichnungspflicht
für Beimengungen von Lupinenmehl und Lupinenlecithin etwa gibt es derzeit nicht.