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Wissenswertes rund um das Thema Ernährung.

Hafer - das wertvollste Getreide 

Hafer ist von allen geläufigen Getreidearten vermutlich die gesündeste. Hafer ist glutenarm und gleichzeitig sehr nährstoffreich. Das Getreide kann dabei helfen, den Blutzucker- und Cholesterinspiegel zu senken und den Darm schützen. Doch kaum jemand denkt bei dem Begriff "Superfood" an Hafer. Wir stellen Ihnen deshalb diese Getreideart mal etwas näher vor.

Haferstarke Germanen und Kelten

Im alten Island wurden Hafer und Hering als Speise der Götter bezeichnet. Hafer wurde heilig gehalten und war in ganz Nordeuropa fast 2.000 Jahre lang Hauptnahrungsmittel. Die Römer nannten die Germanen zwar verächtlich "Haferfresser", waren aber vielleicht eher neidisch auf die haferstarken Völker Nordeuropas. Zunächst war Hafer nur Beigras auf Gersten- und Weizenfeldern, seit der Bronzezeit trat er einen Siegeszug als Kraftspender für Mensch und Vieh an, der erst mit Einführung der Kartoffel um 1770 gestoppt wurde. Doch schon frühzeitig empfahl der griechische Arzt Dioskurides Haferbrei auch als Medizin. Er wandte Hafer als Mittel gegen Durchfall an und kurierte mit Haferschleim manchen Husten. Auch im alten China war Hafer bekannt und geschätzt.

Energiebündel Hafer

Hafer ist ein wahres Konzentrat an Heil- und Nährstoffen. Der Eiweißgehalt des Hafers liegt bei etwa 13 Prozent, dazu verfügt er über sehr hochwertige Eiweiße: Mit nur 100 g Haferflocken kann der Tagesbedarf von sechs der acht lebenswichtigen Aminosäuren gedeckt werden! Mit seinem hohen Fettgehalt von 7 – 8 Prozent liefert er wertvolle Energie. Insbesondere der Anteil der gesunden ungesättigten Fettsäuren ist mit bis zu 80 Prozent sehr hoch. Die Kohlenhydrate des Hafers sind leicht verdaulich und können rasch verwertet werden. Deshalb stärkt Hafer besonders Kleinkinder und Kranke. An Mineralstoffen enthält Hafer weit mehr Kalzium, Eisen, Mangan, Silizium, Magnesium und Zink als andere Getreidearten. Nennenswert ist auch der Gehalt an B-Vitaminen: 100 g Hafer decken 40 Prozent des Tagesbedarfs des Vitamins B1. Beachtung verdienen außerdem der Gehalt am Antistress-Vitamin Pantothensäure und an Folsäure als Blutund Zellerneuerer. Zum Glück bringt der Hafer sein Frischhaltemittel in Form von Vitamin E gleich selbst mit, was das Ranzigwerden des Hafers verhindert.

Übrigens kann Hafer auch Kuhmilchallergikern helfen: Aus Hafer lässt sich eine Substanz gewinnen, die sich in der Küche ganz ähnlich verwenden lässt wie Kuhmilch oder Sahne. Sie ist im Handel als "Hafermilch" erhältlich. In Schweden, wo Hafer ohnehin noch ein wichtiger Bestandteil der Ernährung ist, wurde die Hafermilch von Prof. Dr. R. Öste erstmalig als laktosefreie Alternative zu Kuhmilch hergestellt. Das Korn wird dazu auf besondere Weise geschrotet und mit Wasser, Rapsöl und Meersalz versetzt. Ein zugegebenes Enzym lässt eine homogene Flüssigkeit entstehen. Hafermilch besticht durch einen höheren Proteingehalt als Reismilch, hat weniger Fett als Kuhmilch, weist mehr Kohlenhydrate als Sojamilch auf und überzeugt durch einen angenehm nussigen Geschmack.

Hafer essen und gesund bleiben

Hafer hat einen festen Platz in der Schon- und Diätkost und wird angewendet bei Magen-Darm-Leiden, Gallen- und Nierenerkrankungen, Rheuma und Kreislaufbeschwerden. Die Ballaststoffe des Hafers nehmen auf ihrem Weg durch den Körper überschüssige Magensäure und unerwünschte Bakterien mit. Der Verzehr von Hafer kann langfristig das schädliche LDL-Cholesterin senken. Haferkraut mehrmals am Tag als Tee getrunken hilft bei nervöser Erschöpfung und Schlaflosigkeit. Bei entzündlichen Hautleiden kann Haferstroh als Badezusatz Linderung verschaffen. Darüber hinaus hat der Hafer die Fähigkeit, zu "stechen", also munter zu machen und schlechte Laune zu vertreiben. Bei der Verdauung von Hafer entsteht ein Hormon, das quasi wie ein Glückshormon wirkt, die geistige Leistungsfähigkeit fördert, zu besserer Konzentration und mehr Lebensfreude führt.

Am bekanntesten ist der Hafer hierzulande in Form von Flocken. Zusammen mit Milch und frischen Früchten ergeben sie ein leckeres Frühstück und sorgen für einen guten Start in den Tag. Mit Haferflocken kann man auch kinderleicht Plätzchen backen. Hafermehl allein ist nicht backfähig, ein Haferbrot kann daher nur etwa 10 % Hafermehl enthalten. Aus Hafer- und Weizenmehl lassen sich allerdings wohlschmeckende und gesunde Pfannkuchen herstellen. Während Haferflocken als Standardprodukt fast überall erhältlich sind, bekommen Sie Hafer unter dem Namen "Nackthafer" (das ist eine spezielle Züchtung) und Hafermilch in Reformhäusern und Naturkostläden.

Rezepte: "Haferplätzchen" und "Hafer-Pfannkuchen mit Spinat und Frischkäse"

Haferplätzchen

  1. 125 g weiche Butter mit 125 g Zucker in einer Rührschüssel schaumig schlagen.
  2. 1 Ei trennen, das Eiweiß recht steif schlagen und beiseite stellen, das Eigelb zu der Butter-Zucker-Masse geben.
  3. 250 g Haferflocken, 50 g gemahlene Mandeln, 1 TL Backpulver und 5 Tropfen Backöl Zitrone in die Schüssel geben, alles zu einem glatten Teig verrühren und den Eischnee unter den Teig heben.
  4. Den Teig zwischen Klarsichtfolien ausrollen, runde Plätzchen ausstechen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.
  5. 1 Eigelb und 2 EL Milch verrühren, die Plätzchen damit bestreichen und bei 200 Grad 10 bis 12 Min. backen.

Hafer-Pfannkuchen mit Spinat und Frischkäse

  1. 100 g Weizenmehl Type 1050, 100 g Hafermehl, 250 ml Milch, 250 ml Wasser, 2 Eier und 1/2 TL Meersalz verrühren und 60 Min. quellen lassen.
  2. 500 g Spinat putzen, waschen und in einem geschlossenen Topf bei starker Hitze zusammenfallen lassen.
  3. 2 Zwiebeln häuten, würfeln und in 20 g Butter glasig dünsten.
  4. Den abgetropften Spinat darin schwenken und mit Salz und Muskat würzen.
  5. 1 Knoblauchzehe häuten, durchpressen und mit 250 g körnigem Frischkäse verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
  6. Teig umrühren und in Öl bei mittlerer Hitze Pfannkuchen backen. Vor dem Wenden gleichmäßig mit Haferflocken bestreuen.
  7. Mit Spinat und Frischkäse anrichten.