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Infos zur Er­näh­rung

Licht- und Schattenseiten des Gärtnerns

Tomaten und mediterrane Kräuter wie Salbei oder Rosmarin brauchen die pralle Sonne. Blattsalate, Mangold, Walderdbeeren sowie Petersilie, Schnittlauch und Pfefferminze hingegen wachsen im Halbschatten besser. Ein Südbalkon oder eine Terrasse nach Süden hin ist also nicht immer Voraussetzung für eine eigene Kräuter-, Gemüse- und Obsternte.

Süd, Ost, West oder Nord?

Viele Obst-, Gemüse- und Kräutersorten brauchen die volle Kraft der Sonne für ein perfektes Aroma. Sonnenpflanzen müssen aber vor allem an heißen Tagen morgens und abends gewässert werden. Halbschattige Standorte auf Balkon oder Terrasse bieten etwa vier bis sechs Stunden Sonne, schattige Plätze noch ungefähr zwei bis vier Stunden. Das Weniger an Sonne wird durch ein Mehr an Nährstoffen in der Pflanzerde ausgeglichen.

Eine gut abgestimmte Düngung ist ebenfalls ein Garant für einen guten Ertrag. Pflanzen an schattigen Plätzen sollten vorzugsweise morgens gegossen werden, damit die Erde abends und nachts nicht zu nass ist oder sich gar Staunässe bildet. Gießen in der Mittagssonne ist keine gute Idee – kleine Wassertropfen auf den Blättern wirken wie Brenngläser, die pralle Sonneneinstrahlung kann hier für Verbrennungen sorgen. Generell ist es besser, die Pflanzen am Wurzelballen zu gießen.

Halbschatten bevorzugt

Ihr Garten ist nicht von Sonne verwöhnt? Kein Problem: Viele großblättrige Gemüsepflanzen wie Kopf- oder Pflücksalat, Spinat oder Mangold bevorzugen ein halbschattiges Plätzchen.

  • Stielmangold braucht etwas Platz und mag große Töpfe. Er ist nicht nur vielseitig verwendbar und reich an Vitalstoffen, sondern mit seinen bunten Stielen auch ein schöner Blickfang. Mangold ist empfindlich gegen Staunässe, sonst aber absolut pflegeleicht. Ab Sommer werden die Blätter immer von außen geerntet. Wer nur die benötigte Menge Blätter dicht über dem Boden abschneidet und dabei das Herz unversehrt lässt, fördert das weitere Wachstum und kann bis in den Herbst hinein ernten.
  • Wer Pflücksalat kultiviert, darf sich auf eine gute Ernte über einen langen Zeitraum freuen. Entweder aus Samen vorziehen oder gekaufte Jungpflanzen in Balkonkästen oder Kübel setzen. Nach etwa sechs Wochen kann die Ernte beginnen: Auch hier werden die Blätter von außen nach innen gepflückt, so kann die Pflanze kontinuierlich weiter wachsen.
  • Auch Radieschen sind ein gutes Balkongemüse, das zwar Sonne mag, Halbschatten aber durchaus gut verträgt: Ab April die Radieschen direkt in den Balkonkasten aussäen. Schon nach einer Woche zeigen sich die ersten Pflänzchen. Etwa einen Monat später kann die Ernte beginnen. Radieschen sind sogenannte Schwachzehrer und dürfen nicht überdüngt werden.
  • Obstliebhaber können die kleinen aromatischen Walderdbeeren anbauen, die auch im Halbschatten Früchte tragen.
  • Viele Kräuter wie Pfefferminze, Schnittlauch, Petersilie oder Zitronenmelisse kommen an halbschattigen Standorten sehr gut zurecht.

Schattenfreunde

Die Auswahl an essbare Schattenpflanzen für Balkon und Terrasse ist zwar nicht groß, doch ganz auf einen eigenen Anbau verzichten muss niemand. Rucola und Brunnenkresse können auch an schattigen Standorten geerntet werden:

  • Rucola, auch Rauke genannt, kann man ab April direkt in Balkonkästen aussäen. Die Erde sollte mäßig feucht gehalten werden. Wer regelmäßig nachsät, hat genug für den ganzen Sommer.
  • Brunnenkresse benötigt viel Feuchtigkeit. Dafür die Kresse im Topf mit guter Drainageschicht in einen Übertopf setzen, der regelmäßig mit frischem Wasser versorgt wird. So kann die Brunnenkresse ihren Wasserbedarf immer gut decken. Die herben Blätter mit ihrer leicht scharfen Note passen zu Kräuterquark, Kräuterbutter oder ins Pesto. An eher sonnenarmen Plätzen darf generell weder zu viel gedüngt, noch zu viel gegossen werden. Staunässe kann zu Krankheiten an den Wurzeln führen, daher immer auf eine gute Drainageschicht in den Pflanzgefäßen achten.