Menü Menü schließen

Infos zur Er­näh­rung

Wechselwirkungen Milch und Medikamente – worauf muss ich achten?

Die ordnungsgemäße Anwendung eines vom Arzt verschriebenen Antibiotikums ermöglicht den Heilerfolg bei bakteriellen Entzündungen. Aber bei der Einnahme des Medikaments mit einem großen Glas Milch verbindet sich das Kalzium aus der Milch mit den Arzneisubstanzen einiger Antibiotika und beeinträchtigt so deren Wirksamkeit.

Gleiches gilt auch für Mittel bei Osteoporose. Zwar ist gerade das Kalzium wichtig für den Erhalt der Knochenmasse, doch zwischen der Einnahme des Präparats und dem Verzehr von Milch oder Milchprodukten sollte immer ein längerer Zeitraum liegen. Auch Fluorpräparate für Knochen und Zähne werden in Verbindung mit Milch schlechter vom Körper aufgenommen. Da sehr kalziumhaltige Mineralwasser den gleichen Effekt auf Arzneisubstanzen haben wie Milch, sollten Medikamente besser mit Leitungswasser eingenommen werden.

Milch und...

Antibiotika

Antibiotika bekämpfen bakterielle Entzündungen wie beispielsweise Harnwegsinfektionen oder Infektionen der Atemwege. Bei der Einnahme des Präparats mit Milch verbinden jedoch die Arzneisubstanzen mit dem Kalzium der Milch. Die dadurch entstehenden Verklumpungen können die Darmwand nicht passieren. Der Wirkstoff gelangt nicht ins Blut, sondern wird zusammen mit dem Kalzium aus dem Körper ausgeschieden. Das Präparat bleibt komplett wirkungslos. Als Folge hat die Entzündung leichtes Spiel und kann sich weiter ausbreiten. Zwischen dem Verzehr von Milch- und Milchprodukten wie Joghurt, Quark und auch Käse und der Einnahme des Antibiotikums sollten immer mindestens zwei Stunden Zeit vergehen. Und während der Einnahmezeit besser stark kalziumhaltige Produkte in großen Mengen überhaupt meiden. Auch hochkonzentriertes Kalzium im Mineralwasser kann die Wirksamkeit einiger Antibiotika stark beeinträchtigen oder sie sogar unwirksam machen.

Osteoporosemittel

Sogenannte Bisphosphonate in Osteoporosemitteln hemmen den Abbau von Knochenmasse. Bisphosphonate allerdings bilden Komplexe mit Kalzium, die die Bioverfügbarkeit und damit auch die Wirksamkeit dieser Arzneisubstanz erheblich beeinträchtigten. Je nach verordnetem Medikament sollten 30 Minuten bis zu zwei Stunden zwischen der Einnahme und einer Mahlzeit liegen. Schließlich verringern auch der Käse auf dem Frühstücksbrötchen, der Joghurt zum Nachtisch oder der Kräuterquark zum Abendessen die Aufnahme der Wirksubstanz in den Blutkreislauf. Ein genereller Verzicht auf Milch und deren Produkte ist für Osteoporosepatienten dennoch nicht empfehlenswert, da die Milch mit etwa 240 mg Kalzium pro 200 ml Milch ein wichtiger Kalziumlieferant ist.

Fluorpräparate

Viele Kinder erhalten Fluortabletten zum Schutz der Zähne. Diese sollten ausschließlich mit Leitungswasser eingenommen werden. Die gerade bei Kindern oft so beliebte Milch verringert nämlich die Aufnahme der Fluoride, indem das enthaltene Kalzium mit dem Fluorid unlösliche Salze bildet. Gleiches gilt für fluoridhaltige Zahncremes zur Kariesprophylaxe. Zwischen der Einnahme der Tabletten und dem Glas Milch bitte immer einen größeren zeitlichen Abstand einhalten.