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Nah­rungs­mit­telun­ver­träg­lich­kei­ten

Fructose-Intoleranz

Gut leben mit Fructose-Intoleranz

„Muss ich jetzt für immer auf Süßes verzichten? Und wie sieht es mit Obst aus? Das ist doch so gesund!" Eine gewisse Verunsicherung macht sich schnell breit, wenn die Diagnose Fructose-Intoleranz gestellt wurde. Betroffene werden oft übervorsichtig, weil die sehr unangenehmen Beschwerden wie Völlegefühl, Durchfälle, Aufstoßen und Übelkeit endlich der Vergangenheit angehören sollen. Nach einer anfänglichen Karenzzeit gilt es dann, sich langsam an die eigene Toleranzschwelle heranzutasten. Bei einer Fructose-Intoleranz werden kleine Mengen Fruchtzucker nämlich durchaus vertragen. Damit ist auch Obst nicht generell tabu.

Gestörter Transport von Fruchtzucker

Ein bestimmtes Transportprotein im Darm (GLUT 5) befördert den Fruchtzucker ins Körperinnere. Im Fall einer Fructose-Intoleranz arbeitet dieser Transporter eine Zeitlang gar nicht oder nur eingeschränkt. Der Fruchtzucker kann nicht richtig absorbiert werden, daher spricht man auch von einer Fructose-Malabsorption. Im Dickdarm wird die Fructose dann vergoren, was zu Blähungen, Bauchgeräuschen und Völlegefühl führt.

Die Dosis macht das Gift

Manchmal bereitet einfach nur die schiere Menge an Fruchtzucker Probleme: Wer bevorzugt Fruchtsäfte oder Softdrinks trinkt, außergewöhnlich viel süßes Obst isst und für eine schnelle Zwischenmahlzeit am liebsten zu Trockenfrüchten greift, hat die Kapazitäten für die Fruchtzuckerverarbeitung im Handumdrehen überschritten. Die unangenehmen Folgen lassen dann nicht lange auf sich warten. Übrigens enthalten auch viele Fertigprodukte größere Mengen an Fruchtzucker. Hier hilft der genaue Blick auf die Zutatenliste weiter.

Karenzzeit und Testphase

Nach der Diagnose wird zunächst der Darm entlastet durch einen möglichst kompletten Verzicht auf Fruchtzucker. Anschließend kommt die Phase des Ausprobierens. Hier ist es wichtig, sich langsam an verschiedene Nahrungsmittel heranzutasten und ein genaues Ernährungstagebuch zu führen. So werden Verursacher von Beschwerden gleich erkannt. Eine Fructose-Intoleranz kann sich zum Glück auch wieder abschwächen, so dass mit der Zeit Fruchtzucker auch wieder in größeren Mengen vertragen wird. Der Speiseplan bei einer Fructose-Intoleranz muss keineswegs eintönig sein. Verzichten Sie nicht komplett auf Obst, da Früchte viele wichtige Mikronährstoffe liefern. Auch süße Sachen sind nicht unbedingt tabu:

  • Süßes Obst wie Äpfel, Birnen, Trauben, Mangos, Trockenfrüchten und Säfte aus diesen Früchten können problematisch sein.
  • Alle Süßigkeiten mit Haushaltszucker, der zu gleichen Teilen aus Frucht- und Traubenzucker besteht, sollten besser gemieden werden.
  • Honig, Agavendicksaft und Ahornsirup sind als Süßungsmittel ungeeignet, vertragen werden normalerweise Stevia oder Reissirup.
  • Einige Früchte wie Beerenfrüchte, Bananen oder Aprikosen bereiten oft keine Probleme. Der gleichzeitig in ihnen enthaltene Traubenzucker erleichtert die Fructose-Aufnahme im Darm. Eine kleine Menge Traubenzucker über das Obst gestreut kann den gleichen Effekt haben.
  • Obst sollte nicht isoliert, sondern besser als Nachtisch verzehrt werden. Eiweiße und Fette aus anderen Nahrungsmitteln verzögern die Aufnahme von Fruchtzucker im Darm und verbessern sie auf diese Weise.
  • Die Zuckeralkohole Sorbit, Xylit und Mannit stören die Aufnahme und Verarbeitung von Fruchtzucker. Sie sind in vielen Kaugummis und zuckerfreien Produkten enthalten.