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All­er­gi­en

Ambrosia

Aggressive Allergene im Spätsommer

Heuschnupfen im Spätsommer? Für Betroffene ist eine Pollenallergie eine echte Qual. Mit dem Ausbreiten der Ambrosia-Pflanze verlängert sich die Heuschnupfen-Saison auch hierzulande bis weit in den Herbst hinein. Ambrosia-Pollen gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern überhaupt: Sie verursachen nicht nur den klassischen Heuschnupfen mit einer laufenden Nase und geröteten und juckenden Augen, sondern sind auch verantwortlich für allergisches Asthma, pollenassoziierte Nahrungsmittelallergien und Kontaktallergien.

Die Beifuss-Ambrosie

Seit etwa 150 Jahren ist die ursprünglich aus Nordamerika und Mexiko stammende Ambrosia-Pflanze (Ambrosia artemisiifolia), auch Traubenkraut oder Ragweed genannt, in Europa auf dem Vormarsch. Über Frankreich, Italien, Österreich und Ungarn breitete sich die Pflanze zunächst nach Bayern und Baden-Württemberg aus. Doch auch in den anderen Bundesländern wurden schon größere Bestände gesichtet. Ab April treiben die Samen aus und bilden je nach Standort und Sonneneinstrahlung bis zu 1,5 Meter hohe, stark verzweigte Pflanzen. Die Blätter ähneln denen des Gemeinen Beifuß, der in Deutschland heimisch ist, jedoch sind die unscheinbaren Blütenstände traubenartig angeordnet. Die Hauptblütezeit liegt im August und September. Bei milder Witterung fliegen die hochallergenen Pollen auch noch im Dezember.

Nichts hält sie auf

Pro Pflanze werden bis zu 3.000 Samen ausgebildet, die über sehr viele Jahre hinweg keimfähig im Boden verbleiben können. Ambrosia wächst vorzugsweise auf Schuttflächen, an Straßenrändern, Bahngleisen und auf Bauflächen. Exemplare in der Nähe vielbefahrener Straßen weisen Untersuchungen des Helmholtz Zentrums zufolge ein extrem hohes Allergiepotenzial auf: Stickoxide aus Autoabgasen führen zu veränderten Eiweißzusammensetzungen der Pollen und einer höheren Aggressivität. Hauptverbreitungswege sind Pollen- Fernflug (Pollen aus Ungarn schaffen es mühelos bis in den ostdeutschen Raum), Aussaat durch Vogelfutter oder Aushub und Transport von mit Pollen verseuchtem Erdreich oder Grüngut. Um eine weitere Ausbreitung von Ambrosia zu verhindern, ist es wichtig, die im Frühjahr keimenden Jungpflanzen zu entfernen.

Eine Pflanze, vier Allergien

  • Ambrosia-Heuschnupfen: Schon zehn Pollen des hochallergenen Neophyten Ambrosia können einen Heuschnupfen auslösen. Die Symptome sind allen Heuschnupflern bestens bekannt: Die Nase juckt und läuft, die Augen röten sich, tränen und jucken ebenfalls, manchmal juckt auch noch der Gaumen.
  • Ambrosia-Asthma: Ambrosia-Allergiker entwickeln überdurchschnittlich häufig Asthma mit trockenem Husten und Engegefühl. Das zunächst saisonale Asthma tritt später oft auch ganzjährig auf.
  • Pollenassoziierte Nahrungsmittelallergie: Etwa jeder zweite von Ambrosia-Heuschnupfen Betroffene bekommt zusätzlich nach dem Verzehr bestimmter Nahrungsmittel auch orale Allergie-Symptome, etwa einen Juckreiz am oder im Mund oder ein Brennen an den Lippen. Die Allergene einiger Nahrungsmittel ähneln den Allergenen von Ambrosia so sehr, dass durch immunologische Kreuzreaktion eine Nahrungsmittelallergie entwickelt wird, die bei Erwachsenen meist ein Leben lang bestehen bleibt. Melonen, Sellerie, Gewürze, Zucchini, Gurke und Bananen sind bekannt dafür, entsprechende Symptome hervorzurufen.
  • Allergische Dermatitis: Bei sehr empfindlichen Personen treten bereits beim Kontakt mit Teilen der Pflanze sogenannte Kontaktekzeme auf in Form von Rötungen oder flüssigkeitsgefüllten Bläschen.

Therapie

Wenn Sie unter allergischen Reaktionen jedweder Art leiden, sprechen Sie Ihren Arzt darauf an. Eine Ambrosia-Allergie wird im Prinzip genauso therapiert wie andere Pollen-Allergien. Informieren Sie sich umfassend und versuchen Sie, den Kontakt mit den hochallergenen Pollen zu vermeiden. Bestimmte Medikamente lindern die Symptome. Und eine möglichst frühzeitig beginnende spezifische Immuntherapie wird den Verlauf der Erkrankung fast immer positiv beeinflussen.