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All­er­gi­en

Frust statt Lust: Sperma-Allergie

Oft passiert es gleich beim ersten Mal: Direkt nach dem lustvollen Höhepunkt brennt und juckt die Scheide, die Haut schwillt und rötet sich, typische allergische Reaktionen eben. In der Tat signalisieren diese Symptome nicht eine falsche Partnerwahl, sondern womöglich eine Sperma-Allergie. Hierbei handelt es sich um eine zum Glück eher selten auftretende Allergie gegen ein Eiweiß, das sich in der Spermaflüssigkeit aller Männer befindet. Betroffene Frauen sollten den Gang in die Arztpraxis keinesfalls aus Scham meiden, denn in seltenen Fällen kann es bei einer Sperma-Allergie auch zu schweren Symptomen bis hin zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Für eine sichere Diagnose gehen immer beide Partner zum Arzt. In vielen Fällen hilft die Verwendung eines Kondoms. Und auch ein bestehender Kinderwunsch lässt sich erfüllen, häufig aber leider nur mit den Mitteln einer künstlichen Befruchtung.

Wenn Sperma zum Problem wird

Schon vor dem eigentlichen Samenerguss austretende Spermaflüssigkeit, die durch Berührungen an verschiedenen Stellen auf der Haut am ganzen Körper verteilt wird, kann erste Symptome auslösen. Doch solche Hautrötungen werden oft nicht gleich als allergische Reaktionen wahrgenommen. Massiv auftretende Reaktionen nach der Ejakulation allerdings sind ein eindeutiges Signal: Brennen, Jucken, Schwellungen im Bereich der Scheide und ein Ausbreiten der Hautrötungen und Quaddeln über den ganzen Körper, in Extremfällen auch Übelkeit, Erbrechen, Atemnot, Herzklopfen und Bewusstseinsstörungen. Manchmal zeigen sich die Symptome sofort, manchmal erst mit zeitlicher Verzögerung. Unangenehme Gebärmutterkontraktionen können noch bis zu 24 Stunden später auftreten. Die Ursache dafür liegt nicht in den Spermien selbst. Auslöser ist vielmehr ein Eiweiß in der Spermaflüssigkeit, ein sogenanntes Prostata-spezifisches Antigen (PSA). Ein Partnerwechsel ist übrigens nicht die Lösung des Problems, denn dieser Stoff ist generell Bestandteil der Spermaflüssigkeit.

Was tun?

Die Symptome müssen sofort behandelt werden, bei einem schweren Verlauf muss umgehend der Notarzt gerufen werden. Für eine eindeutige Diagnose werden dann zunächst andere Allergien ausgeschlossen, also Unverträglichkeiten von Latex aus Kondomen, aber auch solche von vaginalen Kontrazeptiva oder von Gleitmitteln. Häufig geht eine Sperma-Allergie leider mit anderen Allergien einher. Ist die Diagnose gestellt, gilt es, den Kontakt mit Sperma zu vermeiden. Kondome bieten eine gewissen Schutz. Allerdings können schon Kleinstmengen der Spermaflüssigkeit auf der Haut die genannten Symptome hervorrufen. Auch eine Hyposensibilisierung wird in einzelnen Fällen erfolgreich durchgeführt.

Kinderwunsch nicht ausgeschlossen

Da nicht die Spermien selbst Allergie-Auslöser sind, ist weder die Fruchtbarkeit des Mannes noch die der Frau bei einer Sperma-Allergie beeinträchtigt. Oft führt allerdings nur eine künstliche Befruchtung zur gewünschten Schwangerschaft. Hierbei werden die Spermien von der Spermaflüssigkeit getrennt und in die Gebärmutter eingesetzt. Ein Kontakt mit dem Allergen wird so vermieden – einer problemlos verlaufenden Schwangerschaft steht nichts mehr im Weg.