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Herz-/Kreis­lauf­er­kran­kun­gen

Gesundheitsgefahr Bauchfett

Übergewicht bis hin zu Adipositas ist weit mehr als nur ein optisches Problem. Übergewicht belastet Rücken und Gelenke im Übermaß und ist einer der Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen. Während früher allein der BMI das Ausmaß des Übergewichts dokumentierte, rückt heute zusätzlich die Fettverteilung am Körper ins Zentrum, wenn es um die gesundheitlichen Gefahren von zu viel Körpermasse geht. Besonders das Bauchfett, auch als abdominales oder viszerales Fett bekannt, ist nämlich alles andere als eine träge Masse: Es setzt eine ganze Reihe von Botenstoffen frei, die entzündliche Prozesse, Bluthochdruck und Diabetes begünstigen. Mithin steigt auch das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall mit zunehmendem Bauchumfang.

Apfel oder Birne?

Im wesentlichen bestimmen die Hormone über die Fettverteilung am Körper. Das männliche Geschlechtshormon Testosteron sorgt für übermäßig viele dicke Männerbäuche. Etwa 80 Prozent der Männer repräsentieren den sogenannten Apfeltyp. Das überschüssige Fett sammelt sich unter der Bauchhaut, an Seiten und Rücken und zu einem großen Teil an den inneren Organen. Frauen gehören überwiegend zum Birnentyp. Sie neigen zu Fettansammlungen an Hüften, Oberschenkeln und Po. Wenn nach den Wechseljahren allerdings weniger Östrogen produziert wird, nehmen auch Frauen vermehrt am Bauch zu. Bauchfett ist ab einer bestimmten Menge nicht mehr zu übersehen. Legen Sie einfach mal das Maßband an, um Ihr persönliches Risiko besser einschätzen zu können. Messen Sie dafür ihre Taille zwischen Beckenkamm und Rippenbogen. Als gänzlich unproblematisch gilt bei Frauen ein Wert von unter 80 Zentimetern, bei Männern dürfen es 94 Zentimeter sein. Ab einem Taillenumfang von 88 Zentimetern bei Frauen und 102 Zentimetern bei Männern gilt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen als deutlich erhöht.

Bauchfett mit fetten Folgen

Das die inneren Organe umgebende Bauchfett ist außerordentlich stoffwechselaktiv. Es produziert jede Menge Botenstoffe, die unmittelbaren Einfluss haben auf unsere Blutgefäße, die Insulinproduktion und den Fettstoffwechsel. Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und eine Fettleber mit Fettstoffwechselstörungen betreffen häufiger den Apfel- als den Birnentyp. Auch Normalgewichtige sollten ihren Bauchumfang im Blick haben.

Ran an den Speck

Glück für den Apfeltyp: Da das Bauchfett besonders stoffwechselaktiv ist, baut es sich nicht nur leicht auf, sondern schmilzt in der Regel bei einer Gewichtsabnahme auch als erstes wieder dahin. Peilen Sie eine langfristige und dauerhafte Gewichtsabnahme an. Bedenken Sie, dass jedes Kilo zählt, und setzen Sie sich realistische Ziele. Nutzen Sie alle Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion: Essen Sie anders, pflegen Sie Ausdauersport und erhöhen Sie ihren Grundumsatz durch gezielten Muskelaufbau. Machen Sie Gemüse zum Mittelpunkt Ihrer Mahlzeiten, denn so bekommen Sie viele Vitalstoffe bei niedriger Kalorienzufuhr. Meiden Sie fettige und süße Fertiggerichte und Snacks und machen Sie Wasser oder ungesüßte Tees zu Ihrem Lieblingsgetränk. Verwenden Sie hochwertige Raps- und Olivenöle und setzen Sie diese sparsam ein. Essen Sie häufiger Fisch und reduzieren Sie den Konsum von fettigen Fleischmahlzeiten. Setzen Sie auf Vollkornprodukte. Integrieren Sie viel zusätzliche Bewegung in Ihren Alltag. Besonders Ausdauersportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking kurbeln den Stoffwechsel an. Ein zusätzlicher Muskelaufbau durch moderates Krafttraining sorgt dafür, dass Sie auch im Ruhezustand mehr Kalorien verbrennen. Sollten Sie sehr stark übergewichtig sein, lassen Sie Ihren Fitness-Zustand durch einen Arzt überprüfen, bevor Sie sportlich so richtig loslegen.