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Herz-/Kreis­lauf­er­kran­kun­gen

Man kann auch ohne Alkohol gesund leben

Immer wieder werden mit Studien die gesundheitlichen Effekte von Alkohol auf die Herzgesundheit belegt. Ein täglich mäßiger Alkoholkonsum soll das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen nachweislich senken. Doch über die genaue Menge eines solchermaßen gesunden Alkoholkonsums sind sich die Experten uneins: Den täglichen Konsum von 20 Gramm reinem Alkohol (beispielsweise enthalten in einem großen Glas Wein) für Frauen und 30 Gramm für Männer schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO als unbedenklich ein, anderen Empfehlungen zufolge sollte die tägliche Dosis 5 bis 6 Gramm nicht überschreiten, da sonst die gesundheitlichen Nachteile ganz erheblich ausfallen. Schließlich handelt es sich bei der in Deutschland akzeptierten Droge Alkohol um ein Nerven- und Zellgift, dessen Suchtfaktor zudem nicht zu unterschätzen ist. Die gute Nachricht für überzeugte Nicht- oder Minimaltrinker lautet daher, dass sie keine schwerwiegenden Nachteile für ihre Gesundheit befürchten müssen, wenn sie auch weiterhin das angebotene Glas Wein oder Bier dankend ablehnen.

Ein tägliches Prost für die Gesundheit?

Abstinenzler haben es oft nicht leicht, gelten sie doch hierzulande als ausgemachte Spaßbremsen. Regelmäßige Trinker dagegen rechtfertigen ihren Alkoholkonsum am liebsten mit dessen angeblich so positiven gesundheitlichen Effekten. Da wird besonders gern auf die antioxidativ wirkenden Polyphenole im Rotwein verwiesen. Sie schützen die Gefäße und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes. Die Gefahren von Arteriosklerose und Thrombose werden auf diese Weise reduziert. Die Studien zitieren jedoch nicht nur den Konsum von Rotwein, sondern den Alkoholkonsum generell. Unberücksichtigt bleiben allerdings oft die sonstigen Lebensgewohnheiten der Teilnehmer. Der Rotweintrinker könnte etwa zusätzlich zum Wein eine gesunde Mittelmeerkost bevorzugen, die seine Gesundheit positiv beeinflusst. Und Frauen haben vor der Menopause ohnehin ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, der Effekt alkoholischer Getränke spielt dabei aber vermutlich kaum eine Rolle.

Keine Einladung zum Alkoholkonsum

Rotwein und andere alkoholische Getränke sind alles andere als Medikamente zur Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauferkrankungen. Wer auf die Wirkung der antioxidativen Polyphenole vertraut, kann auch roten Traubensaft trinken oder dunkle Beeren wie Blaubeeren oder Brombeeren essen. Erhebliche Unterschiede gibt es bei den Empfehlungen für den sogenannten gesunden Konsum. Fest steht in jedem Fall, dass Alkohol in größeren Mengen in vielerlei Hinsicht schädlich für die Gesundheit ist; besonders Hirn und Leber werden angegriffen. Alkoholmissbrauch führt aber auch zu Übergewicht, Bluthochdruck, Herzmuskelerkrankungen, Herzschwäche und vielen anderen Krankheitsbildern. Nicht zu unterschätzen ist außerdem der hohe Suchtfaktor des Genussgiftes Alkohol mit allen negativen Folgen für Körper und Seele Die schützende oder jedenfalls nicht schädigende Alkoholmenge ist individuell sehr unterschiedlich je nach körperlichen Voraussetzungen. Wer seine Gesundheit aktiv beeinflussen möchte, sollte besser mit dem Rauchen aufhören, sich gesünder ernähren oder sich mehr bewegen als zusätzlich regelmäßig Alkohol zu trinken. Alkohol in geringen Mengen genossen richtet zwar keinen großen Schaden an, ist aber auch nicht notwendiger Bestandteil einer gesunden Lebensweise.