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Rückenleiden

Genialer Stoßdämpfer: Bandscheiben

Die einzelnen Wirbelkörper unserer Wirbelsäule sind durch Bandscheiben miteinander verbunden. Diese kleinen physikalischen Meisterwerke bestehen aus einer steifen Außenschicht, dem Faserring, und einem beweglichen gallertartigen Kern. Sie wirken einerseits wie Stoßdämpfer, indem sie Druck- und Zugbelastungen gleichmäßig verteilen und abpuffern. Andererseits ermöglichen sie erst die Beweglichkeit der Wirbelsäule: Beugen wir uns nach vorn, verlagert sich die Gallertmasse nach hinten und umgekehrt. Doch die Bandscheiben unterliegen enormen Belastungen, was nicht selten zu schmerzhaften Schädigungen bis hin zu einem Bandscheibenvorfall führt. Natürliche Alterungsprozesse bringen einen gewissen Verschleiß der Bandscheiben mit sich. Den können wir nicht komplett verhindern, aber viel Bewegung und ein generell rückenfreundliches Verhalten gehen in der Regel mit deutlich weniger Rückenschmerzen einher.

Empfindliche Bandscheiben

Mitunter machen sich erste Veränderungen an den Bandscheiben schon bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen bemerkbar. Der Faserring bekommt feine Risse, sodass die Bandscheiben ihre Form verändern und Druck ausüben auf den Spinalkanal im Inneren der Wirbelsäule. Hier befindet sich das empfindliche Rückenmark, aus dem die Spinalnerven abzweigen. Rückenschmerzen, die bis in die Arme oder Beine ausstrahlen, können die Folge sein. Auch Entzündungen der Bandscheiben sind möglich, die manchmal auch auf die angrenzenden Wirbelkörper übergehen und Schmerzen verursachen.

Bandscheibenvorfall

Besonders gefürchtet ist der Bandscheibenvorfall: Hierbei reißt der Faserring, die gelartige Kernmasse tritt aus und drückt auf das umliegende Gewebe oder dringt in den Spinalkanal ein. Ein Bandscheibenvorfall kann heftige Schmerzen auslösen bis hin zu Taubheitsgefühlen in Armen oder Beinen oder Lähmungserscheinungen. In anderen Fällen allerdings bemerken die Betroffenen den Vorfall gar nicht oder haben nur geringe Schmerzen. Mitunter verschwinden die Schmerzen von allein nach wenigen Wochen, denn die ausgetretene Gallertmasse trocknet ein und wird vom Körper abgebaut. Bei sehr starken, langanhaltenden Schmerzen mit Lähmungserscheinungen allerdings ist ein Arztbesuch unbedingt erfroderlich. Männer erleiden häufiger einen Bandscheibenvorfall als Frauen, und zwar besonders im Alter zwischen 30 und 50. Danach lässt der natürliche Alterungsprozess die Bandscheiben austrocknen. Sie werden fester und weniger anfällig für Veränderungen. Fast immer treten Bandscheibenvorfälle im Bereich der besonders beanspruchten Lendenwirbelsäule auf.

Bandscheibenschäden vorbeugen

Die Tendenz zu degenerativen Veränderungen der Bandscheiben ist zwar zum Teil genetisch bedingt, trotzdem können wir Bandscheibenschäden und den damit einhergehenden Rückenschmerzen wirksam vorbeugen:

  • Bewegen Sie sich regelmäßig! So regen Sie den Stoffwechsel der Bandscheiben an. Sie werden nämlich nicht über die Blutgefäße mit Nährstoffen versorgt, sondern durch die sie umgebende Gewebsflüssigkeit. Durch den rhythmischen Wechsel von Be- und Entlastung beim Gehen werden die benötigten Nährstoffe aufgenommen.
  • Vermeiden Sie Übergewicht! So entlasten Sie Ihren Rücken und auch die Bandscheiben.
  • Stärken Sie gezielt Ihre Rumpfmuskulatur! Starke Bauch- und Rückenmuskeln entlasten die Wirbelsäule und damit auch die Bandscheiben.
  • Achten Sie auf eine gute Körperhaltung! Wenn Sie eine überwiegend sitzende Tätigkeit ausüben, pflegen Sie ein aktives Sitzen und unterbrechen Sie das Sitzen möglichst häufig. Heben Sie schwere Lasten aus den Beinen heraus und nicht mit gebeugtem Rücken. Und verteilen Sie zu tragende Lasten möglichst gleichmäßig auf beide Arme.