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Rückenleiden

Haltung zeigen!

Rückenbeschwerden sind oft das Ergebnis typischer Fehlhaltungen, die sich über viele Jahre eingeschlichen haben und auf Dauer zu Verspannungen und Schmerzen im Bereich von Nacken, Schultern und Rücken führen. Sich ausruhen und schonen ist hier die falsche Strategie. Auch die altbekannte Regel „Kopf hoch und Brust raus" hilft nur bedingt weiter. Besser als Schonung und eine starre Körperhaltung ist vielmehr Bewegung! Bewegung nämlich stärkt den Rücken, indem sie die Muskeln stimuliert. Diese verstärken sich unter adäquater Belastung und erleichtern so der Wirbelsäule die Haltearbeit. Eine gute Körperwahrnehmung ist eine wichtige Voraussetzung, um Fehlhaltungen überhaupt zu erkennen.

Körperwahrnehmung schulen

Nur wer immer wieder auf seine Körperhaltung achtet, kann gewohnheitsmäßige Fehlhaltungen vermeiden. Meist kennt man ja seine individuellen Schwachpunkte: Die Schultern sind hoch gezogen oder hängen nach vorn runter, der Kopf ist nach vorn und oben gereckt oder sinkt nach vorn und unten auf den Brustkorb, der gesamte Brustkorb fällt im Sitzen ein, im Stehen wird der Bauch vorgestreckt und der untere Rücken fällt ins Hohlkreuz. Aus solch falschen Körperhaltungen werden auf Dauer Fehlbelastungen mit schmerzhaften Folgen im Rücken. Die überbelasteten Muskelpartien verhärten und verspannen sich. Dabei kann jeweils der Nacken oder auch der untere Rücken besonders stark betroffen sein. Schmerzen in einem Bereich bedingen dann Schonhaltungen, die zu Überlastungen in anderen Bereichen führen. Yoga, Tai Chi und Qigong sind hervorragend geeignet, die Achtsamkeit für den eigenen Körper zu schulen. Auch bei schwierigen Yoga-Haltungen lernt man darauf zu achten, Kopf und Nacken frei beweglich zu halten. Das im Yoga geübte fließt mit der Zeit immer mehr in Alltagsbewegungen ein.

Aktiv am Arbeitsplatz

Auch wer viel sitzt, sollte sich immer wieder bewegen. Also darauf achten, nicht über einen längeren Zeitraum hinweg eine starre Sitzposition einzunehmen. Schon regelmäßige kleine Veränderungen der Haltung können viel bewirken. Das Becken sollte nicht nach vorn gekippt, sondern in aufrechter Position sein. Telefonate können generell im Stehen geführt werden. Dabei werden Nacken und unterer Rücken dann gleich sanft gedehnt. Falls es die Arbeitsabläufe erlauben, kann man kurze Nachrichten auch persönlich beim Kollegen abliefern oder den Kaffeeautomaten im nächsthöheren Stockwerk ansteuern und dabei selbstverständlich die Treppe benutzen.

Freizeit für den Rücken

Und nach der Arbeit ist dann Freizeit angesagt. Die sollte man allerdings nicht ausschließlich auf dem Sofa sitzend vorm Fernseher oder gar wieder stundenlang vorm PC verbringen. Beim Anschauen von Filmen bieten sich die Werbepausen für kleine Bewegungseinheiten an. Besser ist es aber, den Rücken durch Sport zu stärken. Tanzen gehört zu den rückenfreundlichsten Sportarten überhaupt: Die Körperhaltung wird geschult und die fließenden Bewegungen mobilisieren auch die Tiefenmuskulatur, die dem Rücken Halt gibt. Dazu lernt man eine gute Kopfhaltung. Wer nicht gern tanzt, geht vielleicht lieber Schwimmen oder Klettern. Besonders das Rückenkraulen stärkt die Rückenmuskulatur und löst Verspannungen. Klettertraining beansprucht den Rücken auf vielfältige Weise, davon profitieren besonders von Skoliose, einer Rückgratverkrümmung, Betroffene. Regelmäßiges Training mindert nicht nur die akuten Beschwerden, sondern kann dazu führen, dass die Fehlstellung tatsächlich abnimmt.