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Zahngesundheit

Puddingesser neigen zum Nuscheln

Bequemlichkeit ist Trumpf! Das gilt auch für die Nahrungsaufnahme: Brei ersetzt das kräftige Vollkornbrot, Smoothie den knackigen Apfel und das Soft meal das bissfest gegarte Gemüse. Klar, für Personen mit Kau- oder Schluckbeschwerden ist das oft die einzig mögliche Weise, sich adäquat mit wichtigen Vitalstoffen zu versorgen. Und für Kleinkinder ist die pürierte Mahlzeit der erste Einstieg in die Essenswelt der Erwachsenen. Auf Dauer aber bleiben unser Gebiss und unsere Kaumuskulatur mit Smoothie und Co unterfordert mit durchaus negativen Folgen: Die Muskulatur wird geschwächt oder bildet sich bei Kindern gar nicht erst kräftig genug aus. Das wiederum beeinträchtigt die Sprachentwicklung und die deutliche Aussprache ganz erheblich.

Zähne sind zum Kauen da

Unsere Kaumuskulatur und unser Gebiss sind zwar nicht mit der Ausstattung eines Raubtiers zu vergleichen, doch der herzhafte Biss in einen knackigen Apfel oder eine frische Möhre sollte kein Problem darstellen. Natürlich spricht nichts dagegen, sich mal einen Pudding zu gönnen oder Obst und Gemüse in Form eines Smoothies zu trinken. Letzteres ist auf jeden Fall besser als gar kein Obst oder Gemüse zu essen. Und gerade Gemüsemuffel dürfen sich mit einem frischen grünen Smoothie, der eben auch Spinat oder Gurke enthält, gern mal selbst überlisten. Insgesamt allerdings sollten wir uns mehr zumuten als Pudding, Smoothies, Soft meals und Breimahlzeiten. Denn wenn wir immer nur leicht Schluckbares essen, das unsere Kaumuskulatur nicht fordert, erlahmt diese mit der Zeit.

Kauen pflegt Zähne und Sprache

Kauen erhöht den Speichelfluss, was wiederum die Zähne pflegt und schützt: Speichel neutralisiert zahnschädigende Säuren, erleichtert das Sprechen, Kauen und Schlucken und versorgt die Zähne mit wichtigen Mineralien. Zudem ist der Speichel eine erste Barriere gegen Bakterien und Viren. Kauen stärkt außerdem die gesamte Mundmotorik und legt den Grundstein für eine deutliche Aussprache. Daher sind Kauanreize für Kinder besonders wichtig.

Kinder kauen gern

Kleinkinder lieben es, auf allem herumzukauen, was sie in die Finger bekommen. Und auch beim Essen sind sie neugierig: Da wird bei Tisch schon mal was vom Teller der Großen stibitzt und sogleich in den Mund gesteckt. Sogenannte Kinderlebensmittel wie etwa Obstbreie zum Ausquetschen aus bunten Packungen oder pürierte Kindermenüs sind eine völlig überflüssige Erfindung der Lebensmittelindustrie. Kinder sollten von Anfang an lernen, zu löffeln und zu kauen. Die erste Beikost ist zwar ein pürierter Brei, damit das Kind sich nicht verschlucken kann. Später wird das Gemüse aber nur noch mit der Gabel fein oder grob zerdrückt. Und der Getreidebrei wird ersetzt durch in Stücke geschnittenes, fein ausgemahlenes Vollkornbrot. Auch ein ungesüßter Zwieback, eine Brotrinde oder ein Knäckebrot regen zum Kauen an. Mit etwa eineinhalb Jahren dann können Kinder einfach am Familientisch mitessen. Gemüserohkost, Nüsse, Äpfel, Müsli oder Fleisch sollten kein Problem mehr sein. Größere Kinder dürfen auch gern Kaugummis in der zuckerfreien Variante kauen, für Kleinkinder bleibt dieses aber tabu.