Menü Menü schließen

Ge­sun­de Le­bens­wel­ten

Die pronova BKK unterstützt „Aktion Mütze“ - Kindheit ohne Kopfschmerzen

„Mütze" ist eine für diese Aktion erfundene Comicfigur. „Mütze hat den Kopfschmerz satt" wurde vom Schmerzspezialisten Prof. Hartmut Göbel und der Lehrerin Karin Frisch entwickelt. Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 9 und 16 Jahren sowie deren Familien. Die Ergebnisse der „Aktion Mütze – Kindheit ohne Kopfzerbrechen" begleitenden wissenschaftlichen Befragung belegen hohe Fallzahlen und eine unzureichende Versorgung der kopfschmerzbetroffenen Kinder und Jugendlichen.

„73,9 % der Siebtklässler klagen über primäre Kopfschmerzen. Die häufigsten Formen sind die Migräne und der Kopfschmerz vom Spannungstyp", berichtet Prof. Dr. med. Dipl.-Psych. Hartmut Göbel, Direktor der Schmerzklinik Kiel und wissenschaftlicher Leiter der Studie. „Über 50 % der Betroffenen berichten Symptome der Migräne – dies sind deutlich mehr, als frühere Studien vermuten lassen." 78,7 % der Kinder mit Spannungskopfschmerzen und 62,1 % der Betroffenen mit migränetypischen Symptomen waren deswegen bisher nicht beim Arzt und haben keine korrekte Diagnose erhalten.

Dieser Entwicklung begegnen Prof. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel und Karin Frisch vom gemeinnützigen Zentrum für Forschung und Diagnostik bei Implantaten, Entzündungen und Schmerzen (ZIES gGmbH) mit einer Aktion zur Kopfschmerzprävention bei Kindern und Jugendlichen, die bereits in 15 Bundesländern umgesetzt wird. Sie haben dazu drei Schulstunden mit allen notwendigen Arbeitsmaterialien entwickelt. „Durch die Unterrichtseinheit, welche die siebten Klassen kostenfrei bestellen können, lernen Schüler, Lehrer und Eltern, wie sie durch Veränderungen im Alltag der Betroffenen Kopfschmerzen wirksam vorbeugen können. Die Schulstunden zeigen die Risiken von unreflektiertem Medikamentengebrauch auf und betonen den Nutzen gezielter Beratung und Vorbeugung", erläutert die Lehrerin das Konzept.

Die Initiatoren von „Aktion Mütze" wollen nicht nur die Gesundheitskompetenz des Einzelnen stärken. Die Situation kopfschmerzbetroffener Kinder und Jugendlicher lasse sich nachhaltig nur dann verbessern, wenn viele relevante Akteure daran mitwirkten. „Darum beziehen wir mit unserer Aktion ganz bewusst Schulleitungen, Lehrkräfte und Eltern ein und suchen das Gespräch mit Ministerien und Behörden" betont Karin Frisch. Prof. Hartmut Göbel, der bei der Erarbeitung der Internationalen Kopfschmerz-Klassifikation mitgewirkt hat, sieht Fortbildungsbedarf bei den Medizinern: „Nur 29,9 % der Befragten mit einem für Migräne typischen Beschwerdebild, kennen ihre Diagnose, haben keinen Namen und kein Konzept für ihre Kopfschmerzen. Bei den Schülern mit Spannungskopfschmerz waren es mit 26,3 % sogar noch etwas weniger."