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​Radfah­ren

Radeln und dabei Muskeln aufbauen

Radler haben dicke Beine und spindeldürre Arme? Noch immer leidet Radfahren unter dem Vorurteil, äußerst einseitig zu sein und allenfalls die Beinmuskulatur zu beanspruchen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Klar, Bodybuilder trainieren nicht ausschließlich auf dem Fahrrad. Eine gut ausgebildete Muskulatur allerdings zeichnet sich auch nicht nur durch deutlich sichtbare dicke Muskelpakete aus. Genauso wichtig wie die äußeren sind die kleinen tiefer liegenden Muskeln und das harmonische Zusammenspiel einzelner Muskelgruppen. Hinzu kommt, dass eine kaum geforderte Muskulatur unweigerlich schrumpft und Platz macht für Fettpölsterchen. Nur mit regelmäßiger Bewegung kann dieser Prozess aufgehalten oder sogar umgekehrt werden.

Kräftige Beine, stabiler Rumpf, knackiger Po

Diese drei Merkmale gehören zur Grundausstattung von Radfahrern, die regelmäßig im Sattel sitzen. Wer das Rad als Kinderspielzeug belächelt und noch nicht als echtes Fortbewegungsmittel anerkannt hat, wird seine Beinmuskeln nach den ersten Fahrten vermutlich in Form von Muskelkater zu spüren bekommen. Ein deutliches Signal, dranzubleiben ohne sich gleich zu verausgaben. Mit der Zeit jedoch werden die für das Treten zuständigen Beinmuskeln immer kräftiger, auch die durch dauerndes Stillsitzen vernachlässigte Pomuskulatur muss mitarbeiten. Die Muskeln an Bauch und Rücken helfen, den Oberkörper in der richtigen Position zu halten. Sogar die Muskelpartien an Schultern und Armen bekommen Arbeit, indem sie den Körper am Lenker stützen müssen. Eine insgesamt gut ausgebildete Muskulatur entlastet die Knochen und sorgt zusätzlich für eine gute Optik.

Radfahren ist vielseitiges Muskeltraining

Radfahren trainiert erstaunlich viele Muskeln. Der Muskelstoffwechsel verbessert sich zusehends, denn die Anzahl der Mitochondrien, der kleinen Kraftwerke in den Muskelzellen, erhöht sich. Dadurch intensiviert sich der Energieverbrauch durch die Muskeln. Der Grundumsatz des Körpers, also der Kalorienverbrauch im Ruhezustand, ist nämlich umso größer, je mehr Muskelmasse vorhanden ist. Eingelagertes Fett kann so leichter abgebaut werden. Doch Radeln stärkt nicht nur die einzelnen Muskelzellen, sondern sorgt dafür, dass ganze Muskelpartien harmonischer und effektiver zusammenarbeiten.

Steigerung nicht ausgeschlossen

Die allgemeine körperliche Fitness profitiert enorm vom regelmäßigen Radeln im Alltag mit moderater Intensität. Doch auch eine Steigerung ist möglich. Radfahren eignet sich hervorragend für ein Intervalltraining: Einfach immer wieder Tempowechsel einbauen. Oder den Kraftaufwand steigern, indem ein großer Gang gewählt wird. Abwechslung bringt auch das gelegentliche Fahren in stehender Position für alle, die keine Probleme mit dem Gleichgewicht auf dem Rad haben. Hier arbeitet der ganze Körper deutlich stärker mit.

Wer in einer bergigen Gegend wohnt, hat ein ideales Trainingsterrain direkt vor der Haustür, denn Steigungen sind eine besondere Herausforderung. "Flachlandtiroler" nutzen das Wochenende oder den Urlaub für Fahrten in hügeligem Gelände. Auch Mountainbikes oder Rennräder bieten vielfältige Möglichkeiten zu einer Steigerung des Trainings. Und wer so richtig auf den Geschmack gekommen ist, erprobt sich einfach mal in einem Radrennen für Amateure!