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​Radfah­ren

Radfahrer, aufgepasst!

Immer wieder gibt es Unsicherheiten hinsichtlich der Frage, was Radfahrer dürfen bzw. was sie nicht dürfen. Doch selbst dann, wenn Radfahrer das Recht auf ihrer Seite haben, sind Radfahrer im Straßenverkehr den motorisierten Verkehrsteilnehmern doch immer weit unterlegen. Von daher lesen Sie die folgenden Hinweise bitte weder als Rechtsberatung noch als Ermutigung, Ihr Recht auf der Straße durchzusetzen. Nehmen Sie die nachfolgenden Hinweise als Einstieg in eine komplexe und nicht immer eindeutige Materie.

Licht, Bremse & Co

Die Straßenverkehrsordnung gilt auch für Fahrräder. Vorgeschrieben sind eine helltönende Klingel sowie zwei voneinander unabhängige Bremsen. Pedale müssen mit gelben Rückstrahlern ausgerüstet sein. Vorgeschrieben sind außerdem ein weißer Frontscheinwerfer, ein rotes Rücklicht und – für die Sichtbarkeit von der Seite – reflektierende Reifen oder gelbe Speichenreflektoren (jeweils zwei an Vorder- und Hinterrad). Ein weißer Reflektor vorne, ein roter Großrückstrahler sowie ein kleinerer roter Rückstrahler hinten gehören ebenfalls ans Rad. Prinzipiell gelten diese Regeln auch für Rennräder und Mountainbikes, sofern man mit ihnen auf öffentlichen Straßen unterwegs ist.

Nebeneinander oder hintereinander?

Wenn mehrere Radler gemeinsam zu einer Tour aufbrechen und nebeneinander herfahren, ärgert sich so mancher Autofahrer, weil er denkt: „Das dürfen die doch gar nicht!" Die Radler wiederum sind gefährdet, weil der sich ärgernde Autofahrer möglicherweise ruppig überholt. Fahren Radfahrer also besser immer hintereinander? Eigentlich ja. Aber es gibt die Ausnahme des geschlossenen Verbandes. Das sind in diesem Fall Gruppen von 15 oder mehr Radfahrern. Die dürfen zu zweit nebeneinander fahren, weil ein Überholen von einer langen einreihigen Schlange länger dauern würde und gefährlicher wäre. Beim Überholen müssen Autofahrer grundsätzlich einen Sicherheitsabstand von einem Meter einhalten.

Radweg: Ja oder nein?

Die Benutzungspflicht ist nur dann gegeben, wenn der Radweg durch ein blaues Schild gekennzeichnet ist. Fehlt das Schild, darf auch bei vorhandenem Radweg die Fahrbahn benutzt werden. Geschlossene Verbände (siehe oben) dürfen die Fahrbahn auch dann nebeneinander befahren, wenn ein benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist. Ist ein benutzungspflichtig ausgeschilderter Radweg jedoch objektiv unbenutzbar, muss man ihn nicht befahren. Objektiv unbenutzbar kann er beispielsweise durch Glatteis, Pflanzenwuchs, parkende Autos oder einen schlechten baulichen Zustand sein.

Zebrastreifen: Fahren oder schieben?

Autofahrer haben es immer öfter mit Radfahrern zu tun, die eine Straße auf dem Zebrastreifen fahrend überqueren und davon auszugehen scheinen, dass sie – wie die Fußgänger – auf Zebrastreifen bevorrechtigt sind. Das ist ein unter Umständen lebensgefährlicher Irrtum. Der Zebrastreifen ist als Fußgängerüberweg gedacht – die Bevorrechtigung gilt auch nur für Fußgänger. Wer als Radler einen Zebrastreifen nutzt, muss wie auf Fußwegen absteigen und schieben.

Welche Wege sind für Radfahrer tabu?

Autobahnen, Schnellstraßen und entsprechend ausgeschilderte stark befahrene Bundesstraßen sowie manche Brücken sind für Radfahrer verboten. Doch wie sieht es mit Fußwegen aus? Abgesehen von den sogenannten gemeinsamen Fuß- und Radwegen haben Radfahrer auf Fußwegen nichts verloren. Ausnahme sind radfahrende Kinder bis maximal zum10. Lebensjahr sowie bei Kindern bis zu ihrem 8. Geburtstag – diese Regelung ist neu – auch erwachsene Begleitpersonen. In Fußgängerzonen kann das Radfahren durchaus erlaubt sein (es gibt örtliche Unterschiede), solange die Radfahrer die Fußgänger nicht gefährden.

Durchschlängeln: Erlaubt oder verboten?

Grundsätzlich gilt: Es ist links zu überholen. Allerdings gibt es für Radfahrer eine Ausnahme: Wenn ausreichender Raum vorhanden ist, dürfen Radler Fahrzeuge, die auf dem rechten Fahrstreifen warten, mit mäßiger Geschwindigkeit und besonderer Vorsicht rechts überholen. Ist kein ausreichender Platz vorhanden, müssen Radfahrer sich hinter den wartenden Autos einreihen. Beim Rechtsüberholen sollte man als Radfahrer natürlich immer mit zusätzlichen Gefahren rechnen wie aussteigenden Beifahrern. Die größte Gefahr aber geht von rechtsabbiegenden LKW aus – wir empfehlen, vom Rechtsüberholen nur sparsam Gebrauch zu machen.

Am besten fahren Sie und Ihre Familie, wenn Sie erstens immer an Ihre Sicherheit denken, sich zweitens auch gegenüber Fußgängern und anderen Verkehrsteilnehmern rücksichtsvoll verhalten und drittens sich stets vorausschauend im Straßenverkehr bewegen.