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Trend­sport­ar­ten

Training, das in die Tiefe geht: Workout mit dem Flexi-Bar

Wackelstab, Zauberstab oder Schwungstab: Der dünne Fiberglasstab mit den schwarzen Gewichten am Ende hat viele Namen. Sein Ziel ist aber immer das gleiche. Durch seine feinen Schwingungen steuert der Flexi-Bar die Tiefenmuskulatur an und stärkt sie so. Rückenprobleme und Verspannungen werden gemildert, Kraft und Ausdauer gestärkt.

Der Flexi-Bar ist mit seinen knapp 1,50 Metern zwar ziemlich groß, ansonsten sieht er aber eher harmlos aus. Dass ihm schon der Ruf anhängt, eines der wirksamsten Trainingsgeräte unserer Zeit zu sein, vermutet man jedenfalls nicht, wenn man den dünnen Stab mit den schwarzen Gewichten an den Enden betrachtet. Vielmehr drängt sich der Verdacht auf, schon wieder so einem neumodischen Fitnesstrend auf den Leim gegangen zu sein. Doch dieser Eindruck täuscht. Der leichte Fiberglasstab mag mittlerweile in beinahe jedem Fitnessstudio zu Hause sein und wird sogar in den Discountern verkauft, doch ursprünglich stammt er aus der Krankengymnastik. Dort galt es einst, ein Trainingsgerät für Menschen mit Bewegungseinschränkungen zu entwickeln. Der Wackelstab erwies sich als sehr effektiv, weil er die Tiefenmuskulatur ansteuert und stärkt. Das geschieht, indem sich die Schwingungen des Stabs über die Hände bis hinein in die tief liegenden Muskelschichten übertragen. Beim herkömmlichen Krafttraining an den Maschinen oder z. B. mit Hanteln wird vor allem die oberflächliche Muskulatur beansprucht.

Schwingtraining: Gar nicht so einfach, wie es aussieht

Das Schwingtraining ist also gar nicht in erster Linie gedacht, um Muskelpakete wachsen zu lassen, sondern um Rückenprobleme, Verspannungen in Schultern und Nacken, Schwierigkeiten in Lendenwirbelsäule und Hüfte sowie Gelenkarthrosen zu mildern. Eher nebenbei verbessern sich Kraft und Ausdauer. Außerdem kurbelt das Wackel-Workout den Stoffwechsel an, festigt das Bindegewebe und erhöht die Fettverbrennung. Allerdings braucht es schon ein bisschen Übung, um den Flexi-Bar richtig in Schwung zu bringen. Die Kunst liegt nämlich nicht darin, mit dem gesamten Körper mitzuwackeln, sondern entsprechend gegenzuhalten. Dabei wird das Trainingsgerät abwechselnd mit der linken, der rechten Hand und mit beiden gehalten. Auch die Positionen variieren: Mal schwingt der Stab über dem Kopf, dann neben dem Körper oder vor ihm. Um die Vibrationen die ganze Zeit über zu erhalten, sind kontinuierlich kleine Impulse mit der Hand nötig. Deshalb ist das Training mit dem Schwungstab nicht nur ungewohnt, sondern auch anstrengend. Doch der Einsatz lohnt sich. Denn durch das Training der Tiefenmuskeln verbessert sich die Haltung und die Gelenke werden entlastet.

Schwungstäbe: Auf die Qualität achten

Der Schwungstab ist prinzipiell für jeden geeignet: Es gibt Übungen für Einsteiger, für Fortgeschrittene und für Profis. Außerdem lässt sich beim Stab variieren, da man ihn in verschiedenen Längen (z. B. eine kurze Variante für Kinder) und mit einer unterschiedlichen „Starrheit" kaufen kann. Als Faustformel gilt: Je starrer der Stab, desto schwieriger ist es, ihn in Schwingung zu versetzen und diese auch zu halten. Darüber hinaus wird der Markt der Schwungstäbe derzeit immer größer. Es existieren Stäbe mit Namen wie Bioswing, Staby oder Bodyblade. Wer sich ein Exemplar für Zuhause kaufen möchte, kommt nicht drum herum, sich mit den einzelnen Modellen auseinander zu setzen. Denn die angebotenen Produkte weisen erhebliche Preis- und Qualitätsunterschiede auf.

Workout: Dreimal zehn Minuten pro Woche

Da das Training mit dem Flexi-Bar effektiv sein soll – und der dünne Fiberglasstab nicht irgendwann in zwei Teilen auf dem Boden liegen soll – empfiehlt sich ein etwas teureres Modell aus dem Fachhandel. Wer die Grundlagen nicht schon in einem Kurs im Fitnessstudio gelernt hat, sollte sich eine Einführungs-DVD oder ein Buch mit Übungen dazu gönnen. Anschließend steht einem Workout nichts mehr im Wege – außer dem inneren Schweinehund, der lieber auf dem Sofa sitzen bleiben möchte. Dieser ist beim Schwungstab-Training jedoch relativ einfach zu motivieren, weil die einzelnen Trainingseinheiten verhältnismäßig kurz sind: Am Anfang reichen dreimal zehn Minuten pro Woche, um in Form zu kommen.