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Wandern

Fiese Biester: Was tun gegen Insekten?

Vor Wildschweinen hat man Respekt, vor Schlangen Angst. Doch es sind nicht allein die großen Tiere, die einem Wanderer in Deutschland begegnen, sondern viele kleine. Und es sind vor allem diesen kleinen Tiere, vor denen Wanderer auf der Hut sein müssen. Zecken lauern in kniehohen Gräsern oder Büschen am Wegesrand vorbeilaufenden Menschen auf und auch die Mücken warten nur auf eine gute Gelegenheit, um an frisches Blut zu gelangen. Ein Entkommen ist bei diesen kleinen Biestern kaum möglich. Der beste Schutz ist deshalb das Wissen, wann die Insekten Hochsaison haben, wo sie bevorzugt leben und wie man sie abwehren kann.

Mücken: surrende Plagegeister

Stechmücken halten sich vorwiegend in feuchten, schattigen und windstillen Landstrichen auf. Sie sind vor allem dann aktiv, wenn es weder zu kalt noch zu warm ist – und vorzugsweise am späten Nachmittag und Abend. Wer zur Mückensaison eine Tour plant, sollte also in den frühen Morgenstunden starten und feuchte Gebiete wie Moore meiden. Die Kleidung sollte hell sein, da Mücken vor allem dunkle Stoffe anfliegen, und weit geschnitten. Alternativ können Sie Hosen und Hemden aus stichfestem oder imprägniertem Material tragen. Den Kopf schützt beispielsweise ein Hut mit Krempe und Nackenschutz. Im Sommer hilft bei bloßer Haut oft nur ein Repellent, das großzügig aufgetragen wird. Falls nur wenig Plagegeister unterwegs sind, genügt meistens ein natürliches Mittel auf Basis von Pflanzenölen, doch wer durch Gebiete wandert, wo die Stechmücken in Schwärmen lauern, kommt häufig nicht drum herum, die Chemiekeule zu schwingen. Angeblich geheime Wunderwaffen wie Knoblauchpillen, Petersilienölkapseln oder Ultraschall-Apps fürs Smartphone haben keine nachgewiesene Wirkung und rentieren sich normalerweise mehr für die Hersteller als für den von Mücken geplagten Wanderer. Wenn es trotz aller Vorsorgemaßnahmen zum Stich kommt, wächst eine Erste-Hilfe-Maßnahme oft am Wegesrand: Spitzwegerich. Die Blätter werden in der Hand zerrieben und auf die juckende Stelle gelegt. Wer sich nicht auf den Kräutergarten der Natur verlassen möchte, steckt sich vorsichtshalber eine juckreizstillende Creme ein.

Bremsen: aufdringlich und oft schmerzhaft

Bremsen legen ihre Eier in schlammigen Ufern oder in Feuchtbiotopen mit Schilf oder Wasserpflanzen ab. Von daher ist besonders in diesen Regionen mit den aufdringlichen Insekten zu rechnen. Ab spätestens Juli bis zum Spätsommer sollten Sie diese Gebiete bei warmem Wetter meiden und sich zum Rasten ein windiges Plätzchen mit ständiger Luftbewegung suchen. Da Bremsen auch an Waldrändern und auf Feldern unterwegs sind, sollten Sie sich durch weite und helle Kleidung schützen und ein Repellent dabei haben. Eng anliegende Kleidungsstücke sind grundsätzlich ungeeignet, weil Bremsen durch dünne Stoffe beißen können. Hat sich eines der Tierchen zum Beißen niedergelassen, empfiehlt sich eine schnelle und gezielte Reaktion: Entfernen Sie das Tier ein für allemal und behandeln Sie die betreffende Stelle mit einem juckreizstillenden Mittel. Bewährt hat sich darüber hinaus Wärme, da das Protein, das die Bremsen unter die Haut spritzen, ab einer Temperatur von über 40 Grad Celsius zerstört wird. Geeignet ist z. B. ein mit heißem Wasser erhitzter Teelöffel oder ein spezieller Stichheiler, der mit Hitze funktioniert.

Zecken: Feind im Unterholz

Zecken sind – bei milden Wintern – das ganze Jahr über aktiv. Die winzigen Krabbeltiere warten im Gestrüpp, an Gräsern und in Büschen auf einen potenziellen Wirt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bleibt auf der Mitte des Weges und schlägt sich nicht querfeldein durchs Unterholz. Darüber hinaus ist helle Kleidung nützlich, weil darauf die dunklen Tierchen gut sichtbar sind. Außerdem empfehlen sich Schuhe mit hohem Schaft und lange Hosen, die man mittels eines Gummirings am Schuhschaft fixieren kann. Zusätzlich wehren Sprays und Lotionen gegen Insekten die Tiere ab. Trotz aller Vorsichtsmaßnahme gilt: Suchen Sie sich nach der Wanderung gründlich nach Zecken ab. Vor allem geschützte Stellen mit dünner Haut wie der Haaransatz oder Kniekehlen sind bevorzugte Orte, wo sich Zecken gemütlich einrichten. Haben Sie tatsächlich einen der Plagegeister gesichtet, wird das Insekt mit einer Insektenzange oder -karte entfernt. Hausmittel wie Öl, Nagellack oder ähnliches töten die Zecke zwar ab, führen aber dazu, dass das Tier im Todeskampf noch mehr Krankheitserreger absondert. Gefährlich sind vor allem die Krankheiten FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und Borreliose. Risikogebiete für FSME sind derzeit insbesondere Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen. Wer viel in diesen Regionen in der Natur unterwegs ist, kann sich impfen lassen. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Achten Sie nach einem Zeckenbiss auf Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit oder eine gerötete, entzündete Hautstelle. Treten Symptome auf, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Wespen, Hornissen und Bienen: meist friedlich

Wespen, Hornissen und Bienen haben es nicht auf harmlose Wanderer abgesehen. Diese Insekten stechen nur, wenn sie sich durch den Menschen bedroht fühlen. Die einfachste Abwehrmaßnahme ist also, den kleinen Tieren nicht zu nahe zu kommen und sie nicht durch Wedeln mit den Armen oder Anpusten aggressiv zu machen. Passen Sie also beim Essen und Trinken auf, ob sich eine Wespe gerade einen Happen bzw. einen Schluck genehmigt. Außerdem sollte es selbstverständlich sein, sich nicht in die Flugbahn zum Einflugloch eines Wespen- oder Hornissennestes zu stellen und beim Barfußlaufen auf Bienen zu achten, die z. B. in Kleeblüten sitzen. Falls Sie dennoch gestochen wurden, sollten Sie bei Bienenstichen den Stachel schnell aus der Haut entfernen. Wespen- bzw. Hornissenstacheln bleiben nicht in der Wunde zurück, weil sie keine Widerhaken aufweisen. Kratzen Sie nicht die juckende Einstichstelle, sondern kühlen Sie den Bereich lieber, z. B. in fließendem Bachwasser. Wer öfters Pech mit Insekten hat, kann sich vorsorglich eine Zwiebel in den Rucksack packen: Der Zwiebelsaft entgiftet die Stelle, lindert den Schmerz und wirkt abschwellend. Natürlich können Sie auch einfach eine juckreizstillende Creme aus der Apotheke einstecken. Vorsicht ist geboten, wenn man im Mundraum oder in der Halsgegend gestochen wurde oder unter einer Insektenallergie leidet. Dann bitte sofort unter der europaweiten Notrufnummer 112 den Rettungsdienst verständigen. In allen übrigen Fällen sollte nach zwei drei Tagen die Schwellung abgeklungen und der Stich vergessen sein