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Wandern

Sportlich, sportlich: 100 Kilometer am Stück

Die ultimative Herausforderung für Ambitionierte: Ein Wanderung über eine Distanz von 100 Kilometern in 24 Stunden. Ein hochgestecktes Ziel? In der Tat. Doch bei guten Grundvoraussetzungen und einer optimalen Vorbereitung ist ein solcher Weg bis an die eigenen Grenzen durchaus ein lohnendes Unternehmen – und eine Wandererfahrung der ganz anderen Art. Wer nicht zu viel Zeit auf eine eigene Tourenplanung verwenden will oder kann, schließt sich einfach einer geführten Wanderung an. Die werden an vielen Orten angeboten.

Die Voraussetzung

Eine Marathonwanderung über 100 Kilometer ist definitiv nichts für Anfänger, auch wenn das noch so verlockend erscheint. Ohne eine gewisse körperliche Grundfitness geht hier nämlich gar nichts. Jede Art von Ausdauersport ist eine gute Vorbereitung. Viele Fußwege im Alltag zu erledigen, sorgt ebenfalls für gute Voraussetzungen. Damit ist nicht der Gang zum Mülleimer gemeint, sondern regelmäßige längere Strecken von ungefähr vier bis sechs Kilometern zur Arbeit oder zum Einkaufen. In letzterem Fall hat man auf dem Rückweg gleich noch einen Gepäckrucksack dabei. Schwachpunkte wie häufige Rückenschmerzen sollten auf jeden Fall im Vorfeld angegangen werden, etwa durch regelmäßige rückenstärkende Übungen. Schließlich bedeutet ein langer Marsch mit Gepäck auch eine außergewöhnliche Belastung für den Rücken. Wer gern längere Stecken von 20 oder 25 Kilometern wandert, für den müssen die100 Kilometer in 24 Stunden kein Traum bleiben.

Die Vorbereitung

  • Die eigentliche Vorbereitung auf den großen Marsch braucht etwa drei Monate:
  • Die geplante Strecke sollte mit Blick auf den Schwierigkeitsgrad optimal an die eigenen Fähigkeiten angepasst sein. Wer kaum über Wandererfahrungen in bergigem Gelände verfügt, wählt auch hier eine ebene Strecke. Abkürzungsmöglichkeiten gehören ebenfalls in die Planung, so ist man für den Notfall vorbereitet.
  • Eine längere Wanderung pro Wochenende sollte in der Vorbereitungsphase selbstverständlich sein. Die Distanz kann dabei allmählich bis auf etwa 40 oder 50 Kilometer gesteigert werden, mehr muss nicht sein.
  • Zusätzliches Joggen oder Krafttraining im Fitnessstudio fördert die allgemeine Kondition.
  • Eine längere nächtliche Probewanderung ist Teil des Programms. Wandern im Dunkeln ist zunächst meist ungewohnt. Das Training sorgt für ein Plus an Sicherheit auch im Umgang mit der sich im Dunkeln einstellenden Müdigkeit.
  • Ein Gefühl für den eigenen Rhythmus ist wichtig für den Erfolg: Dazu gehört auch die richtige Pausenlänge. Die Muskeln sollen kurz entspannen, aber der Körper darf durch zu lange Pausen nicht träge werden.
  • Regen und Wind sind kein Grund, eine Trainingswanderung ausfallen zu lassen. Im Gegenteil kann man so gleich herausfinden, ob man über die richtige Schlechtwetterausrüstung verfügt.
  • Auch die Regeneration will während der Vorbereitung gepflegt sein, beispielsweise mit Massagen oder Übungen mit der Faszienrolle.
  • Zwei bis drei Wochen vor dem großen Tag wird das Training heruntergefahren, um den Körper vor Überlastung zu schützen.

Der große Tag

Endlich ist es soweit: Der Rucksack ist gepackt und die Schuhe sind geschnürt. Ein bisschen Aufregung zu Beginn der Tour ist völlig normal, sollte aber nicht dazu verleiten, gleich im Eilschritt zu starten. Nur wer im eigenen Rhythmus wandert, erreicht das Ziel. Auch wenn die Vorbereitung optimal gelaufen ist: Wer unterwegs spürt, dass die eigenen Grenzen erreicht sind und nichts mehr geht, sollte den Mut haben, das Unternehmen abzubrechen. Alles andere wäre grob fahrlässig und gesundheitsschädlich. Es ist kein Drama, die 100 Kilometer nicht zu schaffen. Schließlich spricht nichts dagegen, es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu versuchen. Oder man begnügt sich einfach mit langen Wanderungen und genießt die Schönheit der Landschaft, ohne dabei einen Streckenrekord aufstellen zu wollen.