Arbeitsgesetz – Rechte & Pflichten in der Ausbildung

Die Rechte und Pflichten von Azubis, Arbeitnehmern und Unternehmen sind im Arbeitsgesetz klar geregelt. Die pronova BKK verschafft dir einen Überblick.

Auf einen Blick

  • Arbeitszeitgesetz definiert Arbeits- und Pausenzeiten
  • Entgeltfortzahlungsgesetz regelt die Bezahlung im Krankheitsfall
  • Berufsbildungsgesetz sichert qualifizierte Ausbildung
  • Arbeitsschutzgesetz dient der Sicherheit
  • Jugendarbeitsschutzgesetz schützt Azubis unter 18

Rechte und Pflichten in der Ausbildung

“Lehrjahre sind keine Herrenjahre!” – wie oft hat man diesen abgedroschenen Spruch schon gehört? Aber heißt das etwa, dass du als Azubi im Betrieb keine Rechte hast und jeder mit dir machen kann, was er will? Im Gegenteil: Die moderne Arbeitswelt in Deutschland wird zu deiner Sicherheit und zu deinem Vorteil durch eine Vielzahl gesetzlicher Bestimmungen geregelt.

1. Das Betriebsverfassungsgesetz

Das Betriebsverfassungsgesetz regelt zum Beispiel, wie Betriebsräte zu errichten und Betriebsversammlungen abzuhalten sind und wie die Kooperation mit Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretungen auszusehen hat. Insbesondere die Rechte und Pflichten von Betriebsräten werden hier konkretisiert. So sollen vor allem die betrieblichen Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern klar definiert werden.

2. Die Arbeitsstättenverordnung

In der Arbeitsstättenverordnung werden beispielsweise die hygienischen Standards und Sicherheitseinrichtungen festgelegt. Auch die Einrichtung und Vorhaltung von Verkehrswegen, Fluchtwegen und Notausgängen ist hier geregelt und es wird definiert, wie Arbeitsräume, Aufenthaltsräume und Sanitätsräume auszusehen haben. Diese Verordnung soll die Einhaltung von Mindeststandards zur Sicherheit der Beschäftigten garantieren.

3. Das Arbeitszeitgesetz

Im Arbeitszeitgesetz werden Ruhezeiten und Pausen ebenso klar geregelt wie Nacht- und Feiertagsarbeit, wobei ein Verweis auf Ausnahmeregelungen enthalten ist. Unter anderem für die Binnenschifffahrt, für die Luftfahrt und Beschäftigte im Straßentransport sowie für Pflegeberufe, Forschung und Lehre und andere Bereiche gelten teilweise Sonderregelungen. Zweck dieses Gesetzes ist der Schutz von Beschäftigten vor unberechtigten Ansprüchen der Arbeitgebenden.

4. Das Sozialgesetzbuch

Das Sozialgesetzbuch definiert zum Beispiel den Rahmen, in dem die Sozialversicherungen arbeiten. Das Sozialgesetzbuch V beispielsweise legt bis ins Detail fest, welche Leistungen eine gesetzliche Krankenversicherungen erbringen darf bzw. muss.

5. Das Entgeltfortzahlungsgesetz

Hier wird die Fortzahlung des Entgelts an Feiertagen sowie im Krankheitsfall für Unternehmen und Beschäftigte geregelt. Legen Arbeitnehmende zum Beispiel eine ärztliche Bescheinigung nicht rechtzeitig vor, sind Arbeitgebende berechtigt, Leistungen zu kürzen. Auch die Kürzung von Sondervergütungen im Krankheitsfall wird hier behandelt.

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6. Das Bundesurlaubsgesetz

Das Bundesurlaubsgesetz regelt beispielsweise den Mindesturlaubsanspruch von Arbeitnehmenden, Urlaubsentgelt, Urlaub im Bereich der Heimarbeit, den Umgang mit Erkrankung während des Urlaubs sowie die Übertragbarkeit und Abgeltung von Urlaubsansprüchen. Grundsätzlich soll dieses Gesetz sicherstellen, dass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihren Erholungsurlaub in vollem Umfang nehmen können.

7. Das Berufsbildungsgesetz

Das Berufsbildungsgesetz definiert den rechtlichen Rahmen der Ausbildung. Aspekte wie Vergütungsansprüche, Probezeit, Kündigung und Schadenersatzansprüche bei vorzeitiger Beendigung der Ausbildung werden hier ebenso geregelt wie die Berücksichtigung ausländischer Vorqualifikationen, Umschulungsmaßnahmen und das gesamte Prüfungswesen. Das Berufsbildungsgesetz dient vor allem dazu, eine qualifizierte Ausbildung unter den hierzulande üblichen rechtlich-sozialen Rahmenbedingungen zu gewährleisten. Jede/r Auszubildende sollte sich mit diesem Gesetz (BBiG) vertraut machen. Du findest es zum Beispiel in der Gesetzessammlung des Bundesministeriums für Justiz auf der Seite www.gesetze-im-internet.de

8. Das Arbeitsschutzgesetz

Dieses Gesetz dient dazu, Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten bei der Arbeit durch Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu sichern und zu verbessern. Es gilt in allen Tätigkeitsbereichen.

9. Das Jugendarbeitsschutzgesetz

Für Auszubildende, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, gelten besondere gesetzliche Regelungen hinsichtlich der Arbeitszeit und Schutzmaßnahmen. Diese Dinge regelt das Jugendarbeitsschutzgesetz, um Missbrauch und andere Missstände möglichst auszuschließen. Jugendliche dürfen beispielsweise weder dem Umgang mit Tabak oder Alkohol oder sittlich gefährdender Materie ausgesetzt sein. Auch die Regelung etwaiger Gesundheitsuntersuchungen findet sich hier. Alle Auszubildenden sollten sich mit diesem Gesetz (JArbSchG) vertraut machen. Du findest es zum Beispiel in der Gesetzessammlung des Bundesministeriums für Justiz auf der Seite www.gesetze-im-internet.de

10. Das Grundgesetz

Im Grundgesetz ist unter anderem geregelt, dass niemand wegen seiner Religion, seines Geschlechts, seiner Herkunft oder einer etwaigen Behinderung benachteiligt werden darf. Diese in den Artikeln eins bis 19 formulierten Rechte heißen Grundrechte. Das Grundgesetz ist das Fundament, auf dem alle weiteren gesetzlichen Regelungen stehen.

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