Bluthochdruck

Erfahre, wie Bluthochdruck rechtzeitig erkannt und behandelt werden kann.

Auf einen Blick

  • Oft spät erkannt, oft ignoriert
  • Zielwert: 120/80
  • Lebenswichtiges Zusammenspiel von Nieren und Blutdruck
  • Welche Ursachen stecken hinter Bluthochdruck?
  • Das Therapiekonzept: Medikamente und Lebensstiländerung

Oft spät erkannt, oft ignoriert

Fast ein Drittel der Menschen in Deutschland haben erhöhten Blutdruck (Hypertonie). Doch jeder fünfte Betroffene weiß nichts davon, denn Bluthochdruck tut nicht weh und bleibt daher oft unerkannt. Dabei ist die Erkrankung gut therapierbar, mit einem Mix aus Medikamenten und einer Veränderung der Lebensweise lassen sich gute Werte erreichen.

Männer führen in Sachen Bluthochdruck in der Statistik: Sie sind öfter betroffen als Frauen und ignorieren die Gefahr deutlich häufiger. Darüber hinaus ist erhöhter Blutdruck keine Erwachsenenkrankheit: Schon im Kindesalter ist Hypertonie möglich.

Eine rechtzeitige Behandlung ist in jedem Fall wichtig, denn Bluthochdruck erhöht das Risiko für Nieren- und Augenerkrankungen, Organschädigungen sowie für Herzinfarkt und Schlaganfall. Jeder kann durch eine gesunde Lebensführung mit einer abwechslungsreichen Ernährung, Bewegung, der Reduktion von Nikotin und Alkohol und mehr Gelassenheit seine Werte positiv beeinflussen.

Zielwert: 120/80

Dein Blutdruck liegt bei 120/80 mmHg? Das ist optimal. Der erste Wert, auch systolischer Wert genannt, gibt dir an, mit welchem Druck das Herz das Blut in die Gefäße pumpt. Der zweite Wert, der niedrigere diastolische Wert, zeigt dir den Druck zum Zeitpunkt der Herzmuskelentspannung. Werte bis 139/89 mmHg gelten als normal.

Bei wiederholten Messungen über 140/90 mmHg gilt der Blutdruck als erhöht. Ziel einer Therapie sind dauerhafte Werte unter dieser Marke, möglichst sogar unter 130/80 mmHg.

Bei einer lang anhaltenden Erhöhung des arteriellen Drucks nimmt die Wandstärke der Gefäße zu, der Bluthochdruck manifestiert sich. Der Herzmuskel wächst und versteift sich unter der ständigen Überbeanspruchung. Das Risiko für Folgeerkrankungen nimmt zu. Da Bluthochdruck keine eindeutigen Symptome aufweist, ist es wichtig, die Werte regelmäßig zu messen.

Lebenswichtiges Zusammenspiel von Nieren und Blutdruck

Eine Schlüsselfunktion bei der Regulation des Blutdrucks kommt den Nieren zu. Einerseits kann eine Nierenschwäche Auslöser von Bluthochdruck sein, wenn die Nieren nämlich ihrer Aufgabe, den Körper zu entgiften und den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt zu regulieren, nicht mehr nachkommen können.

Andererseits kann chronischer Bluthochdruck aber auch zu einer Schädigung der Nieren führen: Feine Gefäße in den Nieren werden zerstört. Die Blutgerinnung kann genauso beeinträchtigt sein wie das Funktionieren hormoneller Regelkreise. Geschädigte Nieren erhöhen die Produktion blutdrucksteigernder Hormone und setzen einen Teufelskreis in Gang: Bluthochdruck und Nierenschwäche verstärken sich gegenseitig. Im schlimmsten Fall kann es zum Nierenversagen kommen.

Welche Ursachen stecken hinter Bluthochdruck?

Bluthochdruck wird in zwei Kategorien eingeteilt: die essentielle und die sekundäre Hypertonie.

  • Bei der Entstehung einer sogenannten primären oder essentiellen Hypertonie, die bei mehr als 90 Prozent aller Betroffenen diagnostiziert wird, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Oft liegt eine genetische Veranlagung vor. Doch auch eine ungesunde Lebensweise mit Übergewicht, ungesunder Ernährung, zu wenig Bewegung, zu viel Stress, Rauchen und Alkoholkonsum sind verantwortlich für die Entstehung von Bluthochdruck. Eine erhöhte Produktion bestimmter Hormone oder ein höheres Lebensalter zählen ebenfalls zu den Ursachen.
  • Im Falle einer sekundären Hypertonie (das sind weniger als 10 Prozent aller Fälle) bedingt hingegen eine andere Erkrankung, meist eine der Niere, Nebenniere oder Schilddrüse die zu hohen Werte.
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Das Therapiekonzept Teil 1: Die wichtigsten Medikamente

In der Regel wird ein Internist oder ein Nierenfacharzt (Nephrologe) die individuelle Medikamenteneinstellung bei dir vornehmen. Egal, ob für dich eine Monotherapie mit nur einem Wirkstoff oder eine Kombinationstherapie mit sich ergänzenden Wirkstoffen der richtige Weg ist: Nimm die Medikamente immer nach Anweisung des Arztes ein, auch wenn du dich nicht krank fühlst. Die auf den Beipackzetteln aufgeführten Nebenwirkungen sind selten und bergen weniger Gefahrenpotenzial als ein unbehandelter Bluthochdruck. Setze Blutdrucksenker niemals eigenmächtig ab.

Die gängigsten Medikamentengruppen im Überblick:

  • Betablocker schützen den Organismus vor der Wirkung von Stresshormonen, das Herz schlägt etwas langsamer, der Blutdruck sinkt.
  • Kalzium-Antagonisten verringern den Kalziumeinstrom in die Zellen, die Gefäße entspannen und erweitern sich, das Blut kann leichter fließen.
  • Diuretika steigern die Ausscheidung von Salzen und Flüssigkeit; die Flüssigkeitsmenge des Blutes nimmt ab, die Gefäße werden entlastet.
  • ACE-Hemmer verringern die Bildung eines Hormons (Angiotensin II), das die Gefäße verengt.
  • Sartane unterbinden die signalgebende Wirkung des für die Verengung verantwortlichen Hormons Angiotensin II, so bleiben die Gefäße weit gestellt. Sartane gelten als besonders nebenwirkungsarm.

Das Therapiekonzept Teil 2 : Der gesunde Lebensstil

Abnehmen, gesünder essen, mehr Bewegung, Stress reduzieren: damit lassen sich die erhöhten Werte in vielen Fällen messbar senken.

  • Baue Übergewicht ab. Mit jedem verlorenen Kilo können die Werte sinken, der obere um etwa 1,5 mmHg, der untere um 1 mmHg. Mit der Zeit kann die Medikation vielleicht reduziert werden. Außerdem verbessern sich Zucker- und Fettstoffwechsel, das Herz wird entlastet.
  • Setze bei der Ernährung auf Gemüse, Vollkornprodukte, Obst, ungesüßte Milchprodukte, pflanzliche Öle und regelmäßige Fischmahlzeiten. Etwa jeder zweite Bluthochdruckpatient ist salzsensitiv, hier gehört der Salzkonsum auf den Prüfstand. Höre mit dem Rauchen auf und genieße Alkohol möglichst wenig.
  • Ein guter Mix aus Ausdauersport und leichtem Krafttraining unterstützt die Gewichtsabnahme, mobilisiert den Stoffwechsel, baut Muskulatur auf und stärkt das Herz. Jeder Schritt im Alltag zählt, zwei halbstündige Einheiten pro Woche können nach einer Weile die Werte messbar sinken lassen.
  • Entspann dich! Stress führt zu Blutdruckspitzen, chronischer Stress kann einen dauerhaften erhöhten Blutdruck begünstigen. Lichte deinen Terminkalender, übe Entspannungstechniken ein.

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