Coronavirus 2019-nCoV: Was muss ich jetzt darüber wissen?

Das neuartige Coronavirus COVID-19 ist mit den Erregern von Krankheiten wie SARS oder MERS verwandt. Alle drei Erkrankungen wurden durch Coronaviren verursacht. Wir klären auf, wie man die Krankheit erkennen kann, wer besonders gefährdet ist und wie man sich schützen kann.

Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Wie bei Influenza und anderen akuten Atemwegsinfektionen schützen die Husten- und Niesregeln, gute Händehygiene sowie Abstand zu anderen Personen (mindestens 1,5 Meter) auch vor einer Übertragung des neuen Coronavirus. Auch aufs Händeschütteln sollte verzichtet werden. Umfassende Informationen liefert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit ihren Tipps für den Infektionsschutz. Generell sollten Menschen, die Atemwegssymptome haben, zu Hause bleiben. Personen, die erkrankt sind, sollten darauf achten, dass sie zum Schutz ihrer Mitmenschen die ungehinderte Freisetzung von Tröpfchen möglichst unterbinden. Dies kann durch Umsetzung der bekannten Hustenregeln oder durch eine physische textile Barriere (zum Beispiel eines textilen Mund-Nasen-Schutzes) geschehen. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die anderen oben genannten Maßnahmen nicht vernachlässigt werden. Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit kann bis zu 14 Tage betragen. Infizierte sind bereits in dieser Zeit ansteckend, also nicht erst nach Auftreten der Symptome. Das macht den Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schwierig.

Wer ist besonders gefährdet?

Gefährdet sind vor allem Menschen, die unter einer geschwächten Immunabwehr leiden. Schwere Verläufe können jedoch auch bei Personen ohne bekannte Vorerkrankung auftreten und werden auch bei jüngeren Patienten beobachtet. Die folgenden Personengruppen zeigen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf:

  • Ältere Personen: Mit dem Alter steigt das Risiko für schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren; 86 Prozent der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre alt oder älter.
  • Raucher (schwache Evidenz)
  • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen

Welche Vorerkrankungen sind besonders gefährlich?

  • Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems (zum Beispiel koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
  • chronische Erkrankungen der Lunge (zum Beispiel COPD)
  • Personen mit chronischen Lebererkrankungen)
  • Personen mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Personen mit einer Krebserkrankung
  • Personen mit geschwächtem Immunsystem (zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie etwa Cortison)

Welche Symptome treten auf?

Die Symptome, die eine Infektion mit dem neuartigen SARS-CoV-2 auslöst, reichen von einer klassischen Erkältungssymptomatik mit Husten und Schnupfen bis hin zu grippeähnlichen Symptomen mit Abgeschlagenheit und Fieber. Sie kann auch schwere Infektionen der unteren Atemwege verursachen und zu Lungenentzündungen führen. Zunehmend wird auch von der Beeinträchtigung des Geruchs-/Geschmackssinns berichtet. Eine Infektion mit Coronaviren kann anhand der reinen Symptomatik leider nicht klar von einer Grippeerkrankung oder einer schweren Erkältung bzw. Lungenentzündung unterschieden werden. Nur die Laboruntersuchung bringt Sicherheit.

Ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zum Schutz vor dem Coronavirus geeignet?

Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit respiratorischen Erregern zu schützen, sind eine gute Händehygiene, Einhalten von Husten- und Niesregeln und das Abstandhalten (mindestens 1,5 Meter) die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen. Durch einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) oder bei der gegenwärtigen Knappheit eine textile Barriere im Sinne eines MNS (sogenannte community mask oder Mund-Nasen-Bedeckung) können Tröpfchen, die man etwa beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden. Das Risiko, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken, kann so verringert werden. Das Tragen der Maske bietet also einen Fremdschutz. Hingegen gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein MNS oder eine Mund-Nasen-Bedeckung einen selbst vor einer Ansteckung durch andere schützt. Ein Eigenschutz ist also nicht gegeben.

Wie wirkt der Mund-Nasen-Schutz?

Es ist zu vermuten, dass auch Mund-Nasen-Bedeckungen das Risiko verringern können, andere anzustecken, weil sie die Geschwindigkeit der Tröpfchen, die durch Husten, Niesen oder Sprechen entstehen, reduzieren können. Eine solche Schutzwirkung ist bisher nicht wissenschaftlich belegt (siehe auch die Hinweise des BfArM). Bei Personen, die an einer akuten Atemwegsinfektion erkrankt sind, kann das Tragen eines MNS oder einer Mund-Nasen-Bedeckung durch diese Person dazu beitragen, das Risiko einer Ansteckung anderer Personen zu verringern. Nicht jeder, der mit SARS-CoV-2 infiziert ist, bemerkt das auch. In der Regel sind Betroffene schon vor den ersten Symptomen ansteckend. Manche Infizierte bekommen keine Symptome, könnten den Erreger aber trotzdem ausscheiden. In diesen Fällen könnte das vorsorgliche Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu beitragen, das Übertragungsrisiko zu vermindern.

Wo ist das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes besonders wichtig?

In vielen öffentliche Räumen kann der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden. Dazu gehören Busse und Bahnen, Lebensmittelgeschäfte oder auch der Arbeitsplatz. An diesen Orten kann der dazu Mund-Nasen-Schutz besonders dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Darüber hinaus könnten Mund-Nasen-Bedeckungen das Bewusstsein für Physical Distancing und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen. Für die optimale Wirksamkeit ist es wichtig, dass ein MNS oder die Mund-Nasen-Bedeckung korrekt sitzt (d.h. eng anliegend getragen wird), bei Durchfeuchtung gewechselt wird, und dass während des Tragens keine (auch keine unbewussten) Manipulationen daran vorgenommen werden.

Reicht der Mund-Nasen-Schutz als einzige Schutzmaßnahme aus?

Nein. Auf keinen Fall sollte das Tragen eines MNS oder einer Mund-Nasen-Bedeckung dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten oder Husten- und Niesregeln bzw. die Händehygiene nicht mehr umgesetzt werden. Hinweise zur Handhabung und Pflege von Mund-Nasen-Bedeckungen gibt auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Nicht zu verwechseln mit einfachem Mund-Nasen-Schutz bzw. Mund-Nasen-Bedeckung sind der mehrlagige medizinische (chirurgische) Mund-Nasen-Schutz oder medizinische Atemschutzmasken wie zum Beispiel FFP-Masken. Diese sind für den Schutz von medizinischem und pflegerischem Personal essentiell und müssen dieser Gruppe vorbehalten bleiben. Der Schutz von Fachpersonal ist von gesamtgesellschaftlichem Interesse.

Besteht die Gefahr, sich über Lebensmittel, Oberflächen oder Gegenstände mit dem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) anzustecken?

Bei Coronaviren, die respiratorische Erkrankungen verursachen können, erfolgt die Übertragung primär über Sekrete des Respirationstraktes. Gelangen diese infektiösen Sekrete an die Hände, die dann beispielsweise das Gesicht berühren, ist es möglich, dass auch auf diese Weise eine Übertragung stattfindet. Deshalb ist eine gute Händehygiene wichtiger Teil der Prävention. Generell gilt: Die Übertragungsmöglichkeiten über Oberflächen hängen von vielen verschiedenen Faktoren ab.

Was ist über COVID-19 bei Schwangeren bekannt?

Schwangere scheinen nach Angaben der WHO und deren Daten aus China zufolge zufolge kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf zu haben. Basierend auf den bisher vorliegenden wenigen Untersuchungen und Fallberichten aus China zu Immunreaktionen bei Neugeborenen kann eine Übertragung im Mutterleib nicht ausgeschlossen werden. In den meisten Fällen zeigen die Kinder COVID-positiver Mütter nach der Geburt keine Krankheitszeichen. Bislang sind nur einzelne Fälle von Erkrankungen bei Neugeborenen beschrieben, die möglicherweise Folge einer Infektion im Mutterleib sind. Eine Übertragung auf das neugeborene Kind ist über den engen Kontakt und eine Tröpfcheninfektion möglich. Bisher gibt es keine Nachweise von SARS-CoV-2 in der Muttermilch. Die Datenlage ist derzeit aber noch nicht ausreichend, um diese und andere Fragen zu COVID-19 in der Schwangersckein erhhaft sicher zu beantworten.

Was ist über COVID-19 bei Kindern bekannt?

Bisherigen Daten nach, die meist aus China stammen, ist noch unklar, ob Kinder weniger an COVID-19 erkranken als Erwachsene. Die Symptomatik der Erkrankung bei Kindern scheint jedoch häufig geringer ausgeprägt als bei Erwachsenen, obwohl auch, insbesondere bei jüngeren Kindern, schwere Verläufe vorkommen können. Kinder und Jugendliche sollten ebenso wie Erwachsene darauf achten, zu anderen einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu halten. Die Übertragungswahrscheinlichkeit ist im Freien geringer als in geschlossenen Räumen. Auch für Kinder und Jugendliche gilt, dass sich nicht mehr als zwei Personen treffen sollen.

Was bringt die Pneumokokken-Impfung in der aktuellen COVID-19-Pandemie?

Die Pneumokokken-Impfung schützt nicht vor COVID-19. Allerdings können Pneumokokken-Infektionen zu schweren Lungenentzündungen und Sepsis führen und die Versorgung der Patienten auf einer Intensivstation ggf. mit Beatmung erfordern. Dies gilt es gerade bei einem ohnehin schon über die Maßen belasteten Gesundheitssystem zu vermeiden. Die STIKO empfiehlt – unabhängig von der COVID-19-Pandemie - für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung. Es ist zudem plausibel, dass die Pneumokokken-Impfung eine bakterielle Superinfektion durch Pneumokokken bei Patienten mit COVID-19 verhindern kann. Bei Influenza-Erkrankungen sind bakterielle Superinfektionen durch Pneumokokken eine bekannte Komplikation. Die aktuelle Datenlage ist jedoch unzureichend, um einzuschätzen, wie häufig solche Superinfektionen bei COVID-19-infizierten vorkommen. Aktuell sind Pneumokokken-Impfstoffe in Deutschland jedoch sehr eingeschränkt verfügbar.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen für das neuartige Coronavirus zur Verfügung?

Eine spezifische, gegen das neuartige Coronavirus selbst gerichtete Therapie steht derzeit nicht zur Verfügung. Verschiedene spezifische Therapieansätze – darunter experimentelle Wirkstoffe und bereits zugelassene Medikamente – werden derzeit im Rahmen von Studien geprüft. Nicht alle Erkrankungen nach Infektion mit dem neuartigen Coronavirus verlaufen schwer, auch bei den meisten in China berichteten Fällen war der Krankheitsverlauf mild. Im Zentrum der Behandlung der Infektion stehen die optimalen unterstützenden Maßnahmen entsprechend der Schwere des Krankheitsbildes (zum Beispiel Sauerstoffgabe, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes, mögliche Antibiotikagabe zur Behandlung von bakteriellen Superinfektionen) sowie die Behandlung von relevanten Grunderkrankungen.

Gibt es eine Impfung?

Aktuell steht kein Impfstoff zum Schutz vor COVID-19 zur Verfügung. Laut WHO befinden sich derzeit mehr als 40 Impfstoff-Kandidaten in der Entwicklung, die auf unterschiedlichen Plattformen aufbauen.

Bei einem Verdacht oder positiven Test: An wen wende ich mich? Wer muss informiert werden?

Falls du in den letzten zwei Wochen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hattest, solltest du dich umgehend an dein zuständiges Gesundheitsamt wenden, welches mit einer individuellen Befragung die persönlichen Maßnahmen empfehlen kann. Über dieses Tool des Robert-Koch-Institutes findest du die für dich zuständige Behörde. Wenn Vorerkrankungen bestehen oder die Atemwegserkrankung schlimmer wird (Atemnot, hohes Fieber etc.), solltest du dir ärztlichen Rat holen und nach einem Test fragen. Auch wenn du bei der Arbeit oder bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit mit Menschen in Kontakt kommst, die ein hohes Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben (etwas im Krankenhaus oder der Altenpflege), solltest du dich vorab telefonisch an deine Ärztin oder deinen Arzt wenden. Wenn du in den letzten 14 Tagen von einer Reise zurückgekehrt bist, gilt folgende Empfehlung: Bleibe zuhause und melde dich mit Hinweis auf die Reise telefonisch bei deinem Arzt oder Ärztin an. Auch wenn nur leichte Symptome vorhanden sind, solltest du dich selbst isolieren. Du solltest zuhause bleiben, alle engen Kontakte unter zwei Metern meiden, eine gute Händehygiene und die Husten- und Niesregeln einhalten und bei Kontakt zu anderen (falls vorhanden) einen Mund-Nasenschutz tragen. Sollten die Beschwerden zunehmen, solltest du dich an deine Ärztin oder deinen Arzt wenden. Wichtig ist auch hier vorher anzurufen und deinen Besuch anzukündigen. Ist der Hausarzt nicht erreichbar, kannst du dich auch mit der bundesweiten Notfallnummer 116 117 an den Kassenärztlichen Notdienst wenden.

Wo gibt es aktuelle und verlässliche Informationen zu aktuellen Entwicklungen?

Wir empfehlen für aktuelle Informationen die Webseite des Robert Koch-Instituts. Die dort veröffentlichten Informationen haben grundsätzlich einen Überprüfungsprozess durchlaufen und sind entweder von der WHO oder von der Regierung des betroffenen Landes als korrekt klassifiziert worden. Auch Gerüchten oder unbestätigten Nachrichten, wie sie beispielsweise in sozialen Medien häufig vorkommen, wird seitens des Robert Koch-Instituts bei Bedarf gezielt nachgegangen, um sie zu überprüfen. Die Gesundheitsämter der Kommunen können ebenfalls aktuelle Informationen zur regionalen Lage geben.

Hotlines zum Coronavirus

Wende dich telefonisch an deinen Hausarzt oder wähle die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117, wenn du die Sorge hast, dich mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Hier findest du eine weitere Auswahl von Hotlines, die bundesweit zum Thema Coronavirus informieren:

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