weibliche ärztin auf dem sofa mit patientin im höheren alter

Coronavirus: Angehörige pflegen

In Zeiten von Corona solltest du bei der häuslichen Versorgung noch vorsichtiger sein als sonst, denn Pflegebedürftige gehören aufgrund ihres Alters zu den Risikogruppen.

Auf einen Blick

  • Vertraue auf die ambulanten Pflegedienste
  • Achte auf die eigene Gesundheit
  • Beachte die Hygieneregeln
  • Tipps bei Schließung der Tagespflege

Was pflegende Angehörige jetzt tun können

Die Versorgung deiner an Demenz erkrankten Mutter oder deines pflegebedürftigen Vaters zu Hause ist in jedem Fall eine wahre Mammutaufgabe und kostet dich viel Kraft. Oft schaffst du das nur durch eine gute Organisation und die Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten oder einer Tagespflegeeinrichtung, die deine Angehörigen während deiner Arbeitszeit betreut.

In Zeiten von Corona jedoch solltest du bei der häuslichen Versorgung noch vorsichtiger sein als sonst, denn Pflegebedürftige gehören aufgrund ihres Alters, einer Demenzerkrankung oder anderer bestehender Vorerkrankungen zu den Risikogruppen, bei denen Infekte mit der hochansteckenden Lungenkrankheit schwerer verlaufen können und die Sterblichkeitsrate erhöht ist.

Achte also noch mehr auf dich und deine Gesundheit und sei im Umgang mit den dir Anvertrauten noch sorgfältiger. Doch ohne Hilfe von außen geht es auch jetzt sicher nicht: Vertrau der Hilfe der ambulanten Pflegedienste, ihr Personal ist immer wachsam und in Hygienefragen vorbildlich geschult. Und falls die Tagespflege schließt, erkundige dich nach Notfallversorgungen und mobilisiere deine privaten Netzwerke für eine mögliche Unterstützung.

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Schütze dich vor Ansteckung

Hygiene hat Vorrang: Wasche deine Hände gründlich – also 20 bis 30 Sekunden unter fließendem Wasser von allen Seiten mit Seife einreiben und mit einem sauberen Tuch trocknen – wenn du nach Hause kommst, bei der Zubereitung der Mahlzeiten, nach dem Toilettengang, nach dem Naseputzen oder Niesen, nach dem Umgang mit Tieren und natürlich besonders sorgfältig vor dem Umgang mit der zu pflegenden Person.

Spezielle Händedesinfektionsmittel sind eventuell nur schwer zu bekommen. Bitte keine Mittel auf eigene Faust anrühren – die könnten die Haut schädigen – sondern normale Seife benutzen. Berühre dein Gesicht möglichst nicht mit den Händen. Halte Abstand zu Personen, mit denen du Umgang hast. Reinige die häusliche Umgebung regelmäßig, wasche Wäsche und Geschirr möglichst bei 60 °C, pflege einen hygienischen Umgang mit Lebensmitteln und lüfte regelmäßig.

Am Arbeitsplatz und in deiner Freizeit solltest du Sozialkontakte auf ein Minimum zurückfahren. Niese und huste nicht in deine Hände, sondern in die Armbeuge. Und stärke dein Immunsystem mit gesunder Ernährung, Bewegung und frischer Luft, indem du etwa notwendige Besorgungen oder den Weg zur Arbeit mit dem Rad erledigst.

Schütze die dir anvertraute Person

Die Einhaltung von Hygienemaßnahmen ist immer die Basis der häuslichen Pflege. Vor der Pflege Hände waschen ist Pflicht. Ein Mundschutz aus Papier – das muss nicht unbedingt ein spezieller Infektionsfilter sein – bietet zusätzlichen Schutz für die anvertraute Person. Falls du keine Masken bekommen kannst, bastele dir einen provisorischen Schutz aus Küchenpapier, das du mit einem Gummiband an den Ohren befestigst. Während der Pflege bitte nur das Nötigste sprechen und möglichst durch die Nase ein- und ausatmen.

Hast du Erkältungssymptome? Bitte jemand anderes, die Pflege zu übernehmen oder versuche, sie vorübergehend über einen ambulanten Pflegedienst zu organisieren. Sofern dein pflegebedürftiger Angehörige einen Pflegegrad hat, lässt sich der Einsatz über die Verhinderungspflege finanzieren.

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Vertraue dem ambulanten Pflegedienst

Sozialkontakte sollten gerade für Angehörige von Risikogruppen möglichst vermieden werden. Doch dafür musst du nicht auf die ambulante Pflege verzichten. Die Pflegekräfte, die deinen Angehörigen zu Hause versorgen, sind besonders geschult für ihre Aufgaben, arbeiten oft mit Mundschutz und Handschuhen und achten immer auf eine gute Hygiene.

Tagespflege geschlossen - was nun?

Die eigene Arbeit und die häusliche Pflege funktionieren oft nur dann, wenn die Betreuung tagsüber in einer Pflegeeinrichtung gewährleistet ist. Doch in Zeiten von Corona sind Tagespflegestätten teilweise oder sogar flächendeckend geschlossen. Erkundige dich, ob es eventuell dennoch eine Notfallversorgung gibt.

Hole deinen Arbeitgeber mit ins Boot und erläutere deine besondere Situation. Vielleicht kannst du vorübergehend deine Arbeitszeit reduzieren oder von zu Hause aus arbeiten. Zur Not musst du deinen Urlaub nehmen. Oder können vielleicht andere Familienmitglieder oder gute Freunde einspringen und dir einen Teil der Pflege abnehmen? Lösungen können hier immer nur individuell gefunden werden.

Du hast noch Fragen zum Thema?
Wir geben dir gerne Antworten. Chatte mit uns oder rufe uns an 0441 925138-4949.

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