Dein erster Job: Probezeit mit Bravour bestehen

Sinn und Zweck der Probezeit ist zu prüfen, ob du wirklich auf die Stelle passt, die Erwartungen erfüllst und mit Vorgesetzten, Kolleginnen, Kollegen und der Kundschaft zurechtkommst.

Auf einen Blick

  • Teameinstieg mit Fingerspitzengefühl
  • Aufmerksamkeit und Kommunikation
  • Mach dich unentbehrlich
  • Gutes Benehmen auf Firmenfeiern
  • No-Gos: Das solltest du vermeiden

Geschafft, du hast den Job! Denkst du… Denn fast jeder Arbeitsvertrag sieht dich zunächst nur auf Probe vor. Sinn und Zweck der Probezeit ist zu prüfen, ob du wirklich auf die Stelle passt, die Erwartungen erfüllst und mit Vorgesetzten, Kolleginnen, Kollegen und der Kundschaft zurechtkommst. Das gilt natürlich auch umgekehrt für dich in Bezug auf die Aufgaben, das Arbeitsklima, das Team und die Vorgesetzten. In der Ausbildung ist eine Probezeit sogar gesetzlich vorgeschrieben. Nach spätestens vier Monaten ist sie dann beendet, im Job spätestens nach sechs Monaten. Und dann kannst du zu Recht sagen: Ich habe den Job!

Der erste Tag am Arbeitsplatz ist für dich als neues Mitglied im Team immer mit Nervosität und Anspannung verbunden. Die Erwartungen sind von beiden Seiten hoch. Besonders wenn du gerade aus der Ausbildung oder von der Uni kommst, ist deine Unsicherheit verständlicherweise besonders groß. Du kannst dem schon ein bisschen entgegenwirken, indem du vorher Erfahrungen in Praktika und Teilzeitjobs sammelst.

Du bist also erst mal völlig neu und alles ist fremd für dich. Doch wenn du zurückblickst, hast du ähnliche Situationen schon öfters erlebt und gut bewältigt. Du warst bereits neu in einer Grundschule, einer Oberschule, einer Ausbildungsstätte, einer Universität, einem Praktikum, einem Ferienjob oder einem Verein. Du weißt also, dass du damit umgehen kannst!

Teameinstieg mit Fingerspitzengefühl

Dass du als „Frischling“ gleich überall mitarbeiten darfst, ist eher unwahrscheinlich. Besser gesagt: Erwarte nicht von deinen Kolleginnen und Kollegen, dass du auf einen Schlag überall integriert wirst. Erst einmal wirst du aufmerksam beobachtet. Man versucht, dich einzuschätzen und allmählich für bestehende Gruppen innerhalb des Büros zu gewinnen. Das bedeutet, dass dein gutes Benehmen besonders wichtig ist. Verhalte dich allen gegenüber gleichermaßen höflich und lasse dich nicht von einer Partei vereinnahmen. Stell dich aktiv den neuen Kolleginnen und Kollegen vor, auch denen, die nicht in deiner Abteilung arbeiten. Eine gute Gelegenheit dafür ist zum Beispiel die Begegnung in der Teeküche oder in der Kantine: „Hallo, ich bin Pauline Musterfrau, seit ein paar Tagen in der Marketingabteilung als Auszubildende für Eventmanagement...“ Das nimmt jeder freundlich auf und schon ist das erste Eis gebrochen.

Denk an den Spruch: „Viel hören, viel sehen, wenig sagen, ist gut und nutz zu allen Tagen“ (Nepomuk). Tabu sind vor allem in der Probezeit übermäßige Neugier und überschwängliche Vertraulichkeiten. Dräng dich nicht auf, sonst wirst du auch als Eindringling wahrgenommen. Denk daran: Du bist in erster Linie hier, um deine Arbeit zu erledigen.

Versuch nicht, am Anfang besonders locker und lustig zu sein. Genau das Gegenteil sollte der Fall sein: Zeig dich zurückhaltend, aber immer aufmerksam. Stell Fragen und bitte auch um Unterstützung und Hilfe, wenn du bei einer Sache unsicher bist. Das zeigt deinen Willen, dich einzuarbeiten. Frag auch deine neue Chefin oder deinen neuen Chef um Rat. Die Leitung ist dein erster Kontakt in der Firma und will wissen, wie du vorankommst. Man wird sich also Zeit für dich nehmen.

Mache erst einmal keine Verbesserungsvorschläge. Das würde in dieser Phase als Besserwisserei empfunden werden und deiner Integration schaden. Wenn du glaubst, dass etwas besser laufen könnte, dann informiere dich zunächst, warum es überhaupt so gemacht wird. Die Abläufe haben sich über Jahre so eingespielt und sind oft genug auch sinnvoll. Sammle deine Ideen und bringe erst später deine Vorschläge ein, wenn du danach gefragt wirst - oder nach bestandener Probezeit.

Aufmerksamkeit und gute Kommunikation

Merke dir die Namen aller Kolleginnen und Kollegen möglichst schnell. Kein Mensch hört gerne jemand zum dritten oder vierten Mal fragen: „Wie war Ihr Name doch gleich?“. Scherze über ungewöhnliche Namen sind selbstverständlich tabu. Auch das „du“ solltest du nicht sofort allen Teammitgliedern anbieten. Beobachte aufmerksam, welche Regeln und Umgangsformen in der neuen Firma gelten. Denk daran, dass sich gutes Benehmen auf der Arbeit nicht in reinen Höflichkeitsfloskeln erschöpft. Es ist vielmehr ein Zeichen von Kommunikationsfähigkeit und gegenseitigem Respekt.

Wenn du trotz aller Bemühungen das Gefühl hast, dass es im neuen Job nicht läuft, dann scheue dich nicht, deine Vorgesetzten oder die Personalabteilung anzusprechen. Frag offen: „Wie sehen Sie mich und was könnte ich besser machen?“. Damit zeigst du deine Reflexionsfähigkeit. Offene Ohren für solche Anliegen findest du sicher in der Personalabteilung, weil zu den Aufgaben der dortigen Angestellten auch die Personalentwicklung gehört. Nimm ihre Ratschläge ernst und setze sie um. Kritik und Belehrungen sind Teil deines Lernprozesses. Und sei nicht zu besorgt: Die meisten Firmen wollen niemanden nach der Probezeit wieder entlassen, schließlich haben sie viel Zeit und Mühe in deine Auswahl und Einarbeitung investiert.

Mache dich unentbehrlich

Dein Ziel ist es, in 100 Tagen soweit integriert zu sein, dass man nicht mehr auf dich verzichten möchte. Zeig in diesem Zeitrahmen der Führung, warum die Firma dich auf Dauer fest anstellen soll.

Fange nach einer kurzen Beobachtungsphase an, deine Erkenntnisse für deine Arbeit nutzbar zu machen. Du solltest nun wissen, was der Hintergrund deiner Arbeitsaufträge ist und welchem Zweck sie dienen. Schau über deinen Tellerrand hinaus und lerne jeden Tag etwas dazu. Mit diesem Wissen kannst du dann zielorientiert und effizient deine Anforderungen erfüllen. Mach aber nicht den Fehler, mit diesen Kenntnissen herum zu prahlen: bleib bescheiden.

Diese Arbeitshaltung wird dazu führen, dass du immer mehr und wichtigere Aufträge erhältst. Je schneller, zuverlässiger und erfolgreicher du deine Arbeit erledigst, umso schneller wirst du als vollwertiges Mitglied des Unternehmens angesehen. Dies ist die beste Voraussetzung dafür, dass die Festanstellung nur noch eine Formsache wird.

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Gutes Benehmen auch auf der Firmenfeier

„Endlich mal eine Firmenfeier, da kann ich allen zeigen, was ich für ein toller Partytyp bin!“ – Falsch gedacht! Dein Sozialverhalten über den engeren beruflichen Alltag hinaus wird gern bei Firmenfeiern auf den Prüfstand gestellt. Führungskräfte geben sich durchaus mal die Ehre und laden ihre Mannschaft ein. Nicht nur am Ende des Jahres zur berühmt-berüchtigten Weihnachtsfeier, auch zwischendurch gibt es immer wieder Anlässe zum Feiern wie ein Betriebsjubiläum oder einen runden Geburtstag. Das Geburtstagskind lädt zum Essen ins Restaurant oder zu einer kleinen Party in der Kantine ein. Was auf den ersten Blick als willkommene Alternative zum Berufsalltag wirkt, kann sich aber schnell als Fettnäpfchen für deine Karriere entpuppen. Sei also hier vorsichtig.

Es wird gelacht, getratscht und getrunken. Besonders regelmäßige Anlässe sorgen dafür, dass sich die Firmenfeiern zu kleinen Ritualen entwickeln, deren Regeln man erst lernen sollte. Und oft prägen sich die Erlebnisse einer Feier stärker in das Gedächtnis der Vorgesetzten ein als die alltäglichen beruflichen Leistungen ihrer Mannschaft. Verstehe solche Anlässe also nicht als Freifahrtschein für ausgelassenes Benehmen. Begreife sie als eine Herausforderung und Chance, dich als sozial kompetenter Mensch zu zeigen. Du wirst sehen, dass der Umgang mit deinen Kolleginnen und Kollegen danach oft entspannter läuft als vorher. Sag eine solche Einladung möglichst nie ab, sonst grenzt du dich nur unnötig aus.

Denk daran, dass Vorgesetze sehen können, wie du dich in „freier Wildbahn“ benimmst. Das richtige Maß ist gefragt. Das beginnt schon mit deiner Kleidung. Wenn es keine festgelegte Kleiderordnung gibt, dann erscheine nicht unbedingt im Business-Anzug oder im Nadelstreifenkostüm. Signalisiere mit deiner Kleidung etwas Entspannung, aber denk daran, dass es noch immer eine Betriebsfeier ist. Locker, aber gepflegt.

Wenn du erst einmal da bist, ist es natürlich auch in Ordnung, zu feiern. Das bedeutet aber nicht zwangsläufig, sich daneben zu benehmen. Gehe nicht mit dem Gedanken hin, es mal richtig krachen zu lassen, die Bar leer zu trinken oder eine Romanze zu beginnen. Das macht dir den Rest der Probezeit dann ziemlich schwer. Unterhalte dich über den Unternehmensalltag, Urlaubspläne oder Hobbys. Warst du in letzter Zeit im Kino oder hast einen interessanten Artikel gelesen, eine tolle Website entdeckt? Das sind gute Gesprächsthemen - und erzähle nicht zu viel aus deinem Privatleben.

No-Gos: Was du unbedingt vermeiden solltest

Die größten Fehler, die du in deiner Probezeit vermeiden solltest, sind:

  • Leichtfertige Arbeitshaltung: Nimm deine Arbeit ernst.
  • Unpünktlichkeit: Plane Zeitpuffer ein
  • Kritik: Glaube nicht, alles besser zu wissen.
  • Ignorieren von Vorgaben: Setze alles möglichst genau um.
  • Übermäßige Neugierde: Interesse ja, aber du musst nicht alles wissen.
  • Zu viel Kontakt: Sei offen, aber zurückhaltend.
  • Fehlzeiten: Wirklich krank sein, ist okay, aber nicht bei Kleinigkeiten.
  • Angeberei: Erfolge werden erwartet. Prahle jedoch nicht damit.
  • Fehler nicht zugeben wollen: Stehe dazu und gelobe Besserung.
  • Rückzug ins Schneckenhaus: Hole Feedback ein, stelle Fragen.

Der Schlüssel zu deinem Erfolg sind letztlich die Menschen, mit denen du es im Unternehmen zu tun hast. Für deine Probezeit und auch danach ist es daher von großer Bedeutung, dass du ein gutes Verhältnis zu Kolleginnen, Kollegen und Vorgesetzten aufbaust. Achte aufmerksam und sensibel auf die Vorgänge in deinem Umfeld. Lerne die Regeln und finde allmählich deinen Platz in dem Gefüge. Dann bist du auf der sicheren Seite und absolvierst deine Probezeit mit Bravour.

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