Deine erste Arbeitsprobe: überzeugende Bewerbungs­unterlagen

Das letzte Schuljahr, die Ausbildung oder das Studium ist bald geschafft und die Suche nach dem Einstieg ins Berufsleben läuft auf Hochtouren.

Auf einen Blick

  • Bewerbungsunterlagen - sorge für den richtigen Eindruck
  • Formale Dinge berücksichtigen
  • Deine „Verkaufsargumente“
  • Erzeuge Aufmerksamkeit
  • Überzeuge von dir und deinen Fähigkeiten

Für die meisten stellt sich jetzt die Frage, worauf es im Bewerbungsprozess ankommt und was gute Bewerbungsunterlagen eigentlich ausmacht.

Gibt es feste Standards und wo kann man der eigenen Fantasie und Kreativität freien Lauf lassen? Wir geben dir die wichtigsten Tipps, worauf du achten solltest und zeigen gut gemachte Unterlagen an einem Beispiel.

Bewerbungsunterlagen sorgen für den richtigen Eindruck

Deine schriftliche Bewerbung lässt sich mit einem Verkaufsprospekt vergleichen. Das erstaunt vielleicht, liegt aber auf der Hand. Schließlich möchtest du für dich und deine Fähigkeiten werben. Eine Bewerbung soll Interesse wecken und etwas bewirken. Deine „Verkaufsargumente“ solltest du daher sehr sorgfältig überlegen und klar formulieren.

Ein paar formale Dinge sind dabei auch zu berücksichtigen.

Grundsätzlich gibt es drei schriftliche Bewerbungsformen:

1. Klassisch (am PC verfasst, ausgedruckt und versandt oder persönlich abgegeben)

2. E-Mail (wie Nr. 1, aber die Daten werden per E-Mail als Attachment versandt)

3. Online-Formular (wird direkt ausgefüllt und per Klick auf den Weg gebracht)

Die klassische (auf Papier) und die moderne E-Mail-Bewerbung unterscheiden sich gar nicht so sehr. Nur die Bewerbung per Online-Formular ist etwas anders. Aber auch hierbei werden häufig zusätzlich Anschreiben und Lebenslauf oder andere Anlagen (zum Beispiel Zeugnisse) gewünscht, die du noch „hochladen“ musst.

Vollständige Bewerbungsunterlagen bestehen aus:

1. Einem Anschreiben

2. Dem Lebenslauf

3. Einem Foto (Das ist zwar durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nicht mehr notwendig und darf nicht mehr eingefordert werden. Schicke es aber dennoch!)

4. Zeugnissen, Nachweisen über eventuelle Praktika und sonstigen Nachweisen über interessante Tätigkeiten, zum Beispiel soziales Engagement (als Scans oder Kopien)

Für alle Bewerbungsformen gelten die gleichen Qualitätsstandards wie für die klassische Bewerbung auf Papier.

Wie wählst du deine „Verkaufsargumente“?

Für eine Werbekampagne in eigener Sache muss dir klar sein, was du mit deiner Bewerbungsmappe erreichen willst: eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und danach die Stelle. Die Personalabteilung soll den Wunsch bekommen, dich kennen zu lernen und beim Vorstellungsgespräch den Eindruck gewinnen, dass du für diesen Arbeits- oder Ausbildungsplatz geeignet bist.

Informiere dich dazu über das Unternehmen. Mit welchen Argumenten du für dich werben solltest, richtet sich danach, wie das Stellenprofil aussieht. Ändere oder passe jede Bewerbung dementsprechend an. Auf keinen Fall sollte deine Bewerbung ein feststehendes Werk sein, das für jede neue Bewerbung nur kopiert oder neu ausgedruckt wird. In der Personalabteilung merkt man den Unterschied sofort und sieht, ob du dir Mühe gegeben hast. Eine gute Bewerbung macht also viel Arbeit. Nimm dir genügend Zeit.

Erzeuge Aufmerksamkeit: Durch ein interessantes Anschreiben

Wichtig ist ein gelungener Auftakt. Aller Anfang ist schwer, aber gerade beim Anschreiben kann eine gute Eröffnung äußerst hilfreich sein. Typische und sehr langweilige Eröffnungen sind: „Hiermit bewerbe ich mich...“ oder „Ich beziehe mich auf Ihre Anzeige...“ Sei kreativer, es wird sich lohnen.

Nimm im Anschreiben Bezug auf den Anzeigentext oder deinen Anruf bei der Firma oder wodurch auch immer du dich entschlossen hast, dich zu bewerben.

Überlege auch, welche Argumente dafürsprechen, dass du die oder der Richtige für diese Stelle bist. Hast du bestimmte Qualifikationen (Kenntnisse, Fähigkeiten, Eigenschaften) zu bieten, die zum Beispiel den im Anzeigentext genannten Anforderungen entsprechen? Überlege, ob du nicht schon einmal etwas getan oder geleistet hast, dass für diese Stelle nützlich sein könnte.

Was nicht fehlen darf: deine Motivation. Warum bewirbst du dich für diese Stelle und warum gerade in diesem Unternehmen? Informiere dich, was dir das Unternehmen alles bieten kann und frage, wann du mit der Arbeit beginnen kannst.

Die Länge des Anschreibens sollte idealerweise nicht mehr als eine Seite umfassen (aber auch nicht viel weniger). Der Inhalt wird oben durch die Anrede und unten durch die Grußformel eingerahmt. Bei der Anrede ist die richtige Ansprechperson immer besser als „Sehr geehrte Damen und Herren“. Finde heraus, an wen deine Unterlagen gehen. Als Grußformel klingt am nettesten „Mit freundlichen Grüßen“.

Wenn dein Anschreiben fehlerfrei verfasst und klar gegliedert ist, mit aktuellem Datum und deiner Unterschrift (Vor- und Zuname) versehen, hast du schon die erste Hürde geschafft (bei Online-Bewerbungen scanne deine Unterschrift ein und kopiere sie ins Anschreiben und am Ende des Lebenslaufes). Vergiss nicht ganz unten den Hinweis auf die Anlagen, also Lebenslauf und Zeugnisse.

Was du kannst: Kurz und klar im Lebenslauf

Was die Personalabteilung häufig am meisten interessiert, ist dein Lebenslauf. Hier werden die wichtigsten Informationen über dich, deine schulische und universitäre Laufbahn und – wenn vorhanden – erste berufliche Erfahrungen (zum Beispiel Praktika und Jobs) auf ein bis zwei Seiten dargestellt. In der Regel erwarten Arbeitgeber den Lebenslauf computergeschrieben und in tabellarischer Form. Nur noch ganz selten wirst du um einen handgeschriebenen Lebenslauf oder überhaupt um eine Handschriftprobe gebeten. Falls ja, erhofft man sich davon, Aufschluss über die Persönlichkeit des Bewerbers zu bekommen. Schreib dann sauber und präzise und nimm dir dafür Zeit.

Und so ist ein Lebenslauf aufgebaut:

  • Die persönlichen Daten: Vor- und Zuname, Anschrift, Telefonnummer, Geburtsdatum und -ort (die beiden letzten Punkte musst du durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz nicht mehr nennen, aber wir empfehlen dir, diese Angaben dennoch zu machen).
  • Staatsangehörigkeit nur, wenn du keine deutsche Staatsbürgerschaft hast oder dein Name dies vermuten lässt.
  • Religionszugehörigkeit ist heute nur noch dann wichtig, wenn die angestrebte Arbeit bei Kirchen und kirchennahen Einrichtungen stattfindet.
  • Eltern und Geschwister werden in der Regel nicht mehr erwähnt.

Die wichtigsten Informationen über dich:

  • Deine schulische und/oder Universitätslaufbahn
  • Erste berufliche Erfahrungen (Praktika und Ferienjobs)
  • Sonstiges: Besondere Kenntnisse, Talente, Erfahrungen und Hobbys gehören ebenfalls in den Lebenslauf. Denk dabei an Dinge, die von speziellem Interesse für deinen zukünftigen Arbeitgeber sein könnten wie zum Beispiel Tierliebe, wenn du dich als Tierpfleger bewirbst oder dein Lieblingsfach Biologie und die gute Abschlussnote, wenn du Arzthelferin werden möchtest.
  • Am Ende die Unterschrift: Vor- und Zuname, am besten mit Füllfederhalter oder Tintenschreiber, möglichst in blau. Scanne eine schöne Unterschrift ein und speichere sie für deine Online-Bewerbungen.
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Eyecatcher: Dein sympathisches Foto

Auch hier wieder der Hinweis: durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz musst du kein Foto mitschicken. Jedoch erwarten die meisten Unternehmen und Institutionen, dass sie einen ersten visuellen Eindruck von dir bekommen. Denn: „Bild schlägt Text“, so lautet eine alte Journalistenregel. Mach dir bewusst, dass die Wirkungskraft von Fotos größer ist als die von Buchstaben. Wähle nicht irgendein Bild für deine Bewerbung, sondern nur ein wirklich gutes Foto. Wichtig ist eine angemessene Kleidung und Frisur, ein gepflegtes Äußeres. Der Mensch urteilt nun einmal nach dem ersten Eindruck und wenn du einen schlampigen Auftritt hast, dann denkt die oder der Personalverantwortliche, dass du auch so arbeitest. Bring zum Fototermin gute Laune mit, das zeigt sich auf den Bildern.

Es lohnt sich wirklich, einen Termin bei einem professionellen Fotografen zu machen. Es ist zwar eine größere Investition (Kostenpunkt um die 80 Euro), kann aber dafür etliche Pluspunkte für die Stelle einbringen, die du auch haben möchtest.

Berate dich mit Eltern und Freunden, auf welchem Foto du am sympathischsten wirkst. Das Foto kommt auf oder in den Lebenslauf. Bei einer Online-Bewerbung solltest du das Foto einscannen und dann einfügen, falls du es nicht sowieso digital zur Verfügung hast.

Deine Beurteilungen: Zeugnisse/Zertifikate/Praktikumsnachweise

Besonders aussagekräftig wird eine Bewerbung durch deine Zeugnisse. Versende bei einer Bewerbung auf Papier keine Originale, sondern saubere Kopien. Lege Abschlusszeugnisse (für einen Ausbildungsplatz die beiden letzten Schulzeugnisse) und interessante, zum Beruf passende Nachweise bei. Das kann ein Praktikum, eine Weiterbildungsmaßnahme oder ein Seminar sein, das du absolviert hast. Wenn du in Kirchen oder Jugendorganisationen tätig bist, dann lasse dir ein Schreiben ausstellen, das dein Engagement bezeugt. Die Kopien der Zeugnisse und Nachweise gehören hinter den Lebenslauf geheftet beziehungsweise eingescannt. Das aktuellste zuerst, das älteste zuletzt.

Zu guter Letzt: Verpackung und Versand

Prüfe deine Unterlagen sehr genau, bevor du sie per Post oder als E-Mail mit Anhang losschickst!

  • Stimmt die Reihenfolge (sind die Unterlagen nach Wichtigkeit geordnet)?
  • Sind Anschreiben und Lebenslauf unterschrieben?
  • Hast du die Fotokopien aller Unterlagen? Behalte einen Überblick darüber, was du wem, wann geschickt hast. So weißt du genau, was dein Gegenüber von dir weiß, wenn du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst.
  • Falls klassisch: Gib dir mit der Beschriftung des Umschlags (Anschrift und Absender) genauso viel Mühe wie mit deiner Bewerbungsmappe! Gedruckte Beschriftungen oder Fensterumschläge wirken professioneller, aber auch mit schöner Schrift handgeschrieben sieht gut aus.
  • Sende deine Unterlagen in einem DIN-A4-Umschlag mit verstärktem Rücken –vorzugsweise in Weiß.
  • Versende deine Unterlagen als normale Briefpost. Weder Express noch per Einschreiben-Rückschein oder Wertbrief, das wirkt übertrieben. Achte auch auf die richtige Frankierung.

Abschließend noch zwei Hinweise:

Wenn du dich per E-Mail oder Online-Formular bewirbst: Gib dir hier unbedingt genauso viel Mühe wie bei einer klassischen Bewerbung. Die digitale Form verleitet schnell dazu, das eine oder andere nicht so genau zu nehmen. Wenn sie von der Personalabteilung ausgedruckt wird, muss sie gut aussehen.

Wenn du deine Bewerbung verschickt hast: Lasse zwei bis drei Wochen verstreichen und nimm dann unverbindlich Kontakt auf. Ruf an und frage, ob denn alles angekommen sei und du noch etwas tun kannst. Das zeigt, dass du Interesse an der Stelle hast, Initiative ergreifst und nicht kontaktscheu bist. Sei aber auch auf Fragen zu deinen Unterlagen vorbereitet. Schau dir deshalb deine Kopien, deine abgespeicherte Datei noch einmal vorher an. Wenn du dies alles beachtest, bist du auf dem richtigen Weg und wirst erfolgreich sein.

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