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Der Weg des Yoga

Yoga ist mehr als ein Bewegungsprogramm. Entdecke die ganze Dimension des traditionellen Übungswegs für mehr Gesundheit und Zufriedenheit.

Auf einen Blick

  • Yoga ist ein Übungsweg mit acht Gliedern
  • Schriftlich festgehalten im Yogasutra
  • Konzentration ist das Ziel

Was ist der Weg des Yoga?

Yoga ist ursprünglich ein spiritueller Übungsweg mit acht Gliedern, der alle Lebensbereiche umfasst. Schriftlich festgehalten wurde dieser Weg erst in der frühen nachchristlichen Zeit in dem berühmten Yogasutra des Patanjali. Der dort beschriebene Weg umfasst acht Glieder, die aufeinander aufbauen und die Konzentration als Ziel haben. Die Asanas, also die Körperhaltungen, sind ein Element dieses Wegs. Die anderen betreffen sowohl die äußere Lebensweise wie auch die Atmung und die verschiedenen Stufen der Meditation. Bei der folgenden kurzen Darstellung finden sich in den Klammern jeweils die Originalbegriffe aus dem Sanskrit, also der altindischen Sprache, in der das Yogasutra verfasst wurde. Übrigens: Die Stufen fünf bis acht finden sich in Konzentrationsübungen wieder, die ein Kennzeichen guter Yogakurse sind.

Der achtgliedrige Weg des Yoga

1. Die Sittlichkeit (yama) umfasst fünf Verhaltensregeln. Diese sind: Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, das Nichtstehlen, Enthaltsamkeit und das Nichtannehmen von Geschenken, damit sind Unbestechlichkeit wie auch Besitzlosigkeit gemeint.

2. Die Selbstzucht (niyama) ist etwas strenger und meint aktive Askese. Dazu gehören Zufriedenheit mit dem Allernötigsten, das klaglose Ertragen von Hunger, Durst, Hitze oder Kälte; gemeint ist also immer ein Verzicht, der besonders schwerfällt.

3. Die Sitzhaltung (asana) als Vorbereitung auf die Konzentration soll den Körper stabilisieren und dabei immer fest und bequem sein, also bewegungslos aber gleichzeitig entspannt. So kann der Übende sehr lange Zeit in der eingenommenen Position verharren. Verschiedene Körperhaltungen spielen bei Patanjali allerdings keine Rolle, sie werden erst später detailliert von Kommentatoren des Textes aufgeführt und sind auch hier noch sehr begrenzt in ihrer Zahl.

4. Die Atemzügelung (pranayama) zielt auf die Beherrschung des Atems, der Atemstrom kann beobachtet, verlängert und sogar eine Zeitlang angehalten werden.

5. Das Einholen der Sinne (pratyahara) meint das Abziehen der Sinne von der Außenwelt, also den Sinnesobjekten.

6. Das Festhalten (dharana) ist gewissermaßen das Festbinden des Denkens an eine Stelle, also ein Meditationsobjekt wie beispielsweise die Sonne oder der Mond aber auch Orte im menschlichen Körper wie die Nasen- oder Zungenspitze.

7. Die Versenkung oder innere Sammlung (dhyana) schließt als meditative Steigerung an, indem die Vorstellung des Gegenstandes zu ihm hinfort gesponnen und ausgedehnt wird.

8. Die Konzentration (samadhi) schließlich bezeichnet den angestrebten Endzustand der Meditation, in dem der Meditierende in dem Gegenstand aufgeht.

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