Der Wettlauf um den Impfstoff

Impfstoffe sind nützlich, denn sie machen unser Immunsystem mit Krankheitserregern oder Teilen davon bekannt. Als Folge kann das Immunsystem bei einem Kontakt mit dem echten Erreger durch die Bildung wirksamer Antikörper diese unschädlich machen: Wir werden gar nicht erst krank.

Auf einen Blick

  • Eine weltweite Pandemie
  • Drei Phasen der Impfstoffentwicklung
  • Alle Welt forscht: Der künftige Corona-Impfstoff
  • Jährliche Grippe-Impfung

Eine weltweite Pandemie

Dem Coronavirus SARS-CoV-2 ist unser Immunsystem bisher nicht begegnet. Daher konnte sich das Virus zu einer Pandemie ausbreiten. Weltweit laufen die Forschungen für einen sicheren Impfstoff auf Hochtouren. Und während man für eine Impfstoffentwicklung in der Regel etwa 15 bis 20 Jahre benötigt, ist man im Fall Corona optimistisch und hofft, deutlich schneller zum Ziel zu kommen.

Doch wie wird so ein Impfstoff eigentlich entwickelt? Und wie stellt man sicher, dass er keine unerwünschten Nebenwirkungen hat?

Drei Phasen der Impfstoffentwicklung

Präklinische Phase

Am Anfang steht die Suche nach einem Stoff, der das Immunsystem anregt, schützende Antikörper zu bilden. Dafür muss der Erreger in seinen Bestandteilen genau analysiert und identifiziert werden. Oft arbeitet man zunächst mit sehr vielen verschiedenen Antigenen, von denen aufgrund der hohen Anforderungen an Arzneimittel jedoch nur die wenigsten überhaupt in die engere Wahl für einen Impfstoff kommen. Zellstudien und Tierversuche geben erste Aufschlüsse darüber, wie sich der potenzielle Impfstoff im Körper verteilt, wie sicher er ist, wie er wieder abgebaut wird und ob er die gewünschte Immunantwort auslöst.

Klinische Phase

In der anschließenden ersten klinischen Phase werden unter sorgfältiger Überwachung nur sehr wenige der möglichen Impfsubstanzen an einigen gesunden Freiwilligen in kleinen Mengen getestet. Potenziell gefährliche Stoffe werden aussortiert. Sichere und verträgliche Stoffe werden in der zweiten klinischen Phase bis zu 1.000 Freiwilligen verabreicht. Die Wirksamkeit, die richtige Dosierung, die Anzahl der benötigten Impfungen und natürlich auch möglicherweise auftretende Nebenwirkungen stehen im Mittelpunkt der Untersuchungen. In einer dritten klinischen Phase wird der nun als effektiv, verträglich und gleichzeitig ungefährlich eingestufte Impfstoff an mehreren Tausend freiwilligen gesunden Probanden über vier bis sieben Jahre getestet. Erst jetzt zeigt sich, ob die Impfung wirklich ausreichend Schutz gegen den Erreger bietet und ob dieser Schutz längerfristig vorhält.

Zulassung

Erst nach sorgfältiger Prüfung aller Studienergebnisse – das kann einige Monate oder sogar Jahre dauern - wird der Impfstoff zugelassen und am Markt eingeführt. Parallel durchgeführte Studien mit mehr als 10.000 Teilnehmern zeitigen genauere Beobachtungen hinsichtlich der Wirksamkeit im Routinegebrauch. Nur sehr selten auftretende Nebenwirkungen können auf diese Weise dokumentiert werden. An der Minimierung möglicher Risiken wird ständig gearbeitet.

Alle Welt forscht: Der künftige Corona-Impfstoff

Im Fall Corona wird die Entwicklungszeit deutlich verkürzt, indem man präklinische und klinische Untersuchungen parallel laufen lässt und zusätzlich verschiedene Phasen der klinischen Prüfungen kombiniert. Auch die Nutzung neuer Technologien sowie Erfahrungen mit bereits durchgeführten Impfungen gegen verwandte Viren beschleunigen die Forschungen. Außerdem sind derzeit parallel unterschiedliche Impfstoffkonzepte in der Entwicklung.

Erste Erprobungen möglicher Impfsubstanzen konnten bereits an gesunden Freiwilligen durchgeführt werden. Die schnelle Impfstoffentwicklung verspricht Vorteile, denn eine Impfung möglichst vieler Personen kann der weiteren Ausbreitung des Virus Einhalt gebieten. Andererseits wird es vor der Zulassung deutlich weniger Erfahrungen hinsichtlich der Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffes geben.

Jährliche Grippe-Impfung

Der Impfstoff gegen das Grippevirus muss nicht erst entwickelt werden. Er wird aber jedes Jahr angepasst, sobald es Hinweise darauf gibt, dass auch der Grippeerreger sich verändert hat. Eine mögliche Corona-Impfung ersetzt die Grippe-Impfung übrigens nicht. Diese wird jetzt sogar noch wichtiger. Denn auch vor der echten Virusgrippe, die unseren Körper ebenfalls sehr belasten kann, sollten wir uns schützen. Insbesondere chronisch Kranke, Menschen ab 60 sowie Schwangere sollten sich impfen lassen (am besten schon im Oktober). Die Kosten trägt die pronova BKK.

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