Einstellungstests und Auswahlverfahren erfolgreich bestehen

Einstellungstests und Auswahlverfahren gibt es viele: Sie reichen vom klassischen Vorstellungsgespräch über schriftliche Prüfungen bis zum aufwändigen Assessment Center.

Auf einen Blick

  • Grundregeln für schriftliche Tests
  • Grundregeln für nicht-schriftliche Tests
  • Das Vorstellungsgespräch
  • Das Assessment Center (AC)

Deine ersten Schritte zum Erfolg: Einstellungstests und Auswahlverfahren erfolgreich bestehen

Einstellungs- und Auswahlverfahren gibt es viele. Was gehört aber zum erfolgreichen „Hürdenlauf“ auf dem Weg zum Wunschberuf dazu? Auf jeden Fall immer eine gute Vorbereitung. So selbstverständlich das auch klingt, umso mehr sollte es beachtet werden. Denn etliche Bewerberinnen und Bewerber gehen blauäugig in Auswahlverfahren, Tests und Vorstellungsgespräche in dem Irrglauben, sie werden diese auch ohne großen Aufwand schon bestehen. Bist du dagegen gut vorbereitet, hast du einen klaren Vorteil.

Mach dich also frühzeitig mit verschieden Formen von Testaufgaben vertraut, um Sicherheit und Routine zu gewinnen. Auch hier gilt das alte Sprichwort: Übung macht den Meister. Wenn du solche Tests schon öfter gemacht hast, gerätst du auch bei einem Einstellungstest nicht in Panik. Und mach bitte dein Selbstwertgefühl nicht von einem Testergebnis abhängig. Wissenschaftlich ist es ohnehin umstritten, ob vom Test- auf den Berufserfolg geschlossen werden kann.

Grundregeln für schriftliche Tests – So packst du es richtig an

Lies Bearbeitungshinweise sehr gründlich. Nutze zu Testbeginn die Zeit der Aufgabenerklärung und frage die Testleiterin oder den Testleiter bei Unklarheiten, solange dazu noch Gelegenheit besteht. Mache dir das Aufgaben- und Lösungsschema klar. Versuche, dich an ähnliche, bereits gelöste Aufgaben aus Testtrainingsbüchern zu erinnern.

Arbeite schnell und mit einem angemessenen Maß an Sorgfalt. Bedenke dabei, dass du meistens unter Zeitdruck arbeiten musst. Beiß dich also nicht an schwierigen Aufgaben fest, du verlierst sonst wertvolle Zeit für andere, vielleicht leichtere Aufgaben. Löse lieber viele als nur wenige aber schwere Aufgaben, auch das ist ein Zeichen von Effizienz. In der Regel sind Testaufgaben nach steigendem Schwierigkeitsgrad von leicht nach schwer angeordnet.

Weißt du eine Lösung nicht und sind verschiedene Antwortmöglichkeiten vorgegeben, wende die folgenden Strategien an:

  • Versuche falsche Lösungen zu eliminieren, um so die richtige "einzukreisen' (Ausschlussprinzip). Es ist zum Beispiel leichter, unter zwei verbleibenden Möglichkeiten auszuwählen, als unter mehreren.
  • Rate notfalls lieber eine Lösung, anstatt gar nichts anzukreuzen. Aber Achtung: Manchmal werden falsche Antworten mit Punktabzug bedacht (lies daher aufmerksam die Bearbeitungshinweise). Halte dich dann lieber zurück.

Intelligenz-Tests – Was wird geprüft?

Bei der Frage nach der Intelligenz ist sich die Wissenschaft uneins. Einigkeit besteht jedoch in dem Punkt, dass es so etwas wie „intelligentes Verhalten“ gibt. Fest gemacht wird es vor allem an der Art, wie du Probleme löst.

Zur so genannten allgemeinen Intelligenz zählen logisches Denken, Abstraktionsfähigkeit und praktisch-technische Intelligenz. Sie wird geprüft anhand von verbalen, numerischen und figural-bildhaften Aufgabentypen wie beispielsweise:

  • Logik- und Abstraktionsfähigkeits-Aufgaben
  • Rechenfähigkeit / mathematisches Denken
  • Technisches Verständnis
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Merkfähigkeitsprüfungen
  • Kreativitäts-Aufgaben

Dadurch verspricht man sich vier Aussagen über dich:

  • Deine Verarbeitungskapazität (komplexe Problemlösungs-Aufgaben)
  • Deine Bearbeitungsgeschwindigkeit (Leistungs-Konzentrations-Aufgaben)
  • Deine Merkfähigkeit (Gedächtnisüberprüfungs-Aufgaben)
  • Dein Einfallsreichtum (Kreativitäts-Aufgaben)

Hier einige Beispiele von typischen Intelligenztestaufgaben:

1. Was ist das Gemeinsame von Elefant und Veilchen?

2. Wenn drei Tage vor gestern Mittwoch war, welcher Tag wird morgen sein?

3. Wenn alle Krokodile beißen und fliegen können und alle Riesen, die stottern, Krokodile sind, können stotternde Riesen dann fliegen?

(Antworten: 1. sie leben; 2. Montag; 3. ja)

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Persönlichkeits-Tests – Worum geht es?

Vor wenigen Jahren noch waren insbesondere fachliche Qualifikationen für die Personalauswahl entscheidend. Heute spielen zunehmend soziale Komponenten die entscheidende Rolle. Die Persönlichkeit der im Unternehmen Tätigen ist für einen Betrieb heute sehr wichtig, dazu gehört auch ihre Lernbereitschaft. Um die Persönlichkeit von Bewerberinnen und Bewerbern herauszufinden und zu bewerten, gibt es speziell für die Arbeitswelt konstruierte Testauswahlverfahren.

In vier Untersuchungsthemen wird die persönliche Eignungsvoraussetzung beleuchtet:

1. Wie ist dein Führungs- und Leistungsanspruch? Welche beruflichen Ziele du hast und auf welcher Ebene du „mitspielen“ möchtest, wird unterteilt nach

  • Führungsmotivation
  • Gestaltungsmotivation
  • Leistungsmotivation

2. Wie ist deine Arbeitsweise? Dein Arbeitsstil und wie du an Aufgaben herangehst wird unterteilt nach

  • Handlungsorientierung
  • Flexibilität
  • Gewissenhaftigkeit

3. Wie ist dein Sozialverhalten? Wie du mit Anderen umgehst und zurechtkommst wird unterteilt nach

  • Durchsetzungsfähigkeit
  • Teamfähigkeit
  • Kontaktfähigkeit

4. Wie ist deine psychische Konstitution? Wie stabil und gesund du bist wird unterteilt nach

  • Selbstbewusstsein
  • Emotionale Stabilität
  • Belastbarkeit

Übe in Ruhe vorher solche Tests und sei dabei dir selbst gegenüber ehrlich. Schaue dir dann deine schlechteren Werte genau an und überlege, wie du an dir arbeiten kannst, diese zu verbessern. Besprich es auch in deinem Freundeskreis. Oft hilft schon ein Blick von außen, deine Fähigkeiten in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.

Allgemeinwissens-Tests – Die Hintergründe

Nicht selten wird ein Allgemeinwissens-Test zur Auflockerung vorangestellt oder er dient dazu, die Wissenstiefe der Teilnehmenden auszuloten. Ob 10 oder 20 Fragen, in manchen Fällen auch über 100, – immer wiederkehrende Themen sind: Staat, Politik, Wirtschaft, Geschichte, Geografie, Biologie, Chemie und andere dir aus der Schule her bekannte Fächer.

Unter mehr oder weniger Zeitdruck bearbeitest du dann die Fragen und gibst so auch eine Art Interessensspektrum ab. Solche Fragen könnten zum Beispiel lauten:

1. Wie viele Einwohner hat die Bundesrepublik Deutschland?

a. weniger als 50 Mio.

b. etwa 80 Mio.

c. etwa 65 Mio.

d. mehr als 95 Mio.

2. Was sind Subventionen?

a. Schutzzölle

b. staatliche Zuschüsse

c. indirekte Steuern

d. Unternehmenssteuern

3. Wer war der Autor des „Faust“?

a. Bertold Brecht

b. Gotthold Ephraim Lessing

c. Friedrich v. Schiller

d. Johann Wolfgang v. Goethe

4. Wie viel Liter Blut hat normalerweise ein erwachsener Mensch?

a. 8-9 l

b. 3-4 l

c. 5-6 l

d. 9-10 l

(Antworten: 1. b; 2. b; 3. d; 4. c)

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Grundregeln für nicht-schriftliche Tests

Bei jeder Bewerbung und jedem Auswahlverfahren kommt es im Kern auf drei Dinge an, die sich mit der Formel „KLP“ griffig umschreiben lassen. Du musst deinem potenziellen Arbeitgeber zeigen, dass du die Kompetenz (K), die Leistungsmotivation (L) und die Persönlichkeit (P) mitbringst, die den Anforderungen der Stelle, des Ausbildungsplatzes entsprechen.

Kompetenz bedeutet natürlich vor allem dein fachliches Können, deine Logik, dein Allgemeinwissen, was du bei den schriftlichen Tests unter Beweis stellst. Leistungsmotivation wird mit typischen Fragen getestet wie: „Warum wollen Sie ausgerechnet bei uns arbeiten?“ oder „Was reizt Sie an dieser Aufgabe/Position?“ Zeig hier, dass du gut vorbereitet bist und das Unternehmen kennst, damit stellst du bereits erste Leistungen unter Beweis. Hebe die Besonderheiten der Firma hervor und begründe, dass du dich deshalb dort bewerben und etwas leisten willst.

Persönlichkeit und Sympathie sind absolut wichtige Faktoren bei der Personalauswahl, die viele Personalverantwortliche auch als Social Skills oder als soziale (und emotionale) Intelligenz verstehen. Dass du eine sympathische Persönlichkeit bist, kannst du Personalentscheidenden vor allem in persönlichen Begegnungen vermitteln. Hier geht es in erster Linie um dein Auftreten, dein Verhalten und darum, wie du wirkst. Leistungsmotivation und Kompetenz sind immer wichtig, aber in dieser Situation eher nachrangig.

Das Vorstellungsgespräch – präsentiere dich gut und überzeugend!

Stell dir das Vorstellungsgespräch als eine Art mündliche Prüfung vor. Der Ton ist zwar zumeist locker, aber es wird sehr darauf geachtet, was du sagst und vor allem, wie du es sagst. Und stell dir das Vorstellungsgespräch gleichzeitig als ein Verkaufsgespräch von deiner Seite aus vor. Du willst, dass die oder der Personalverantwortliche dich einstellt, also musst du das auch irgendwie schmackhaft machen und von dir überzeugen.

Auch darauf kannst du dich gut vorbereiten. Überleg vor allem, was du dem Unternehmen anbieten kannst. Das bedeutet, mach dir bewusst:

  • Was du selbst kannst
  • Wer du bist
  • Was du willst
  • Was das Unternehmen für diese Stelle ganz genau sucht

In der Regel hat das Bewerbungsgespräch einen typischen Ablauf und es gibt klassische Fragen, die immer wieder gestellt werden, wie zum Beispiel nach deiner Person, nach deinem Werdegang und deinen Erfahrungen, Stärken, Schwächen, Zielen oder nach deinen Gehaltsvorstellungen. Hierzu kannst du dir sehr gut vorab Antworten überlegen. Informiere dich darüber in den entsprechenden Abschnitten.

Das Assessment Center (AC) – die ausführliche Prüfung

Das Assessment Center ist hingegen eine längere und ausführliche Art von Testabfolgen. Der Begriff stammt aus dem amerikanischen „to assess“, was „bewerten, beurteilen, einschätzen“ bedeutet.

Die Grundidee des Assessment Centers (AC) ist, Kandidatinnen und Kandidaten bei Aufgaben und in Übungen zu beobachten, die den Anforderungen und Situationen der künftigen Aufgabe möglichst genau entsprechen. Ein Auswahlgremium aus mehreren Personen (Assessorinnen und Assessoren) beobachtet die Teilnehmenden und hält die Umgangs- und Verhaltensweisen anhand von Beobachtungsbögen fest. Dabei werden verschiedene Merkmale beurteilt und auf einer Skala bewertet, um später einen Vergleich zu ermöglichen. Dadurch kann die oder der einzelne Teilnehmende auch in seinem/ihrem Verhalten und in seinen/ihren Leistungen über die verschiedenen Übungen hinweg beobachtet und beurteilt werden.

In einem AC gibt es typische Abläufe und Aufgaben, auf die man sich sehr gut vorbereiten kann. Es kommen in der Regel Gruppendiskussionen, Einzelaufgaben, Präsentationsübungen und Rollenspiele darin vor, die du vorher ausprobieren und trainieren kannst. Tipps, Übungen und viele Informationen dazu erhältst du auch hier auf unseren Seiten.

Ähnlich wie bei einem Vorstellungsgespräch kommt es im Kern darauf an, einen guten Eindruck zu machen, um die Beobachtenden und die Personalverantwortlichen von dir zu überzeugen. Immer wieder dreht sich alles um deine Kompetenz, deine Leistungsmotivation und deine Persönlichkeit. Dein Auftreten, deine Kleidung und Körpersprache werden ebenso bewertet, wie dein Verhalten bei den einzelnen Aufgaben auch zu deinen Mitspielern.

Je besser du dich mit den verschiedenen Prüfungs- und Auswahlverfahren vorab auseinandersetzt, desto souveräner wirst du in die Prüfungssituation gehen und dementsprechend besser abschneiden.

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