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Detox

Der richtige Umgang mit Dr. Google

Das Knie schmerzt, der Bauch drückt und im Kopf pocht es unablässig – was kann das nur sein? Viele Betroffene setzen in solchen Situationen auf Dr. Google, denn der ist nicht nur rund um die Uhr verfügbar, sondern liefert auch jede Menge Diagnosen und Therapiemöglichkeiten bei kleinen Wehwehchen wie auch bei echten gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Doch kaum gibt man ein Stichwort ein, schon wird man überflutet mit einer Vielzahl an Informationen: In Foren wird lebhaft über die beste Therapie diskutiert, an anderer Stelle soll gleich das passende Mittel zur Abhilfe verkauft werden und wieder andere Seiten lassen einen eher ratlos zurück. Welchen Informationen kann man trauen und welchen eher nicht? Während zum einen die Gefahr besteht, durch falsche Eigentherapie eine Krankheit zu verschleppen, können zum anderen gute medizinische Seiten das Wissen über eine Erkrankung verbessern. Eine Erkenntnis aber gilt immer: Handelt es sich um eine behandlungsbedürftige oder gar ernsthafte Erkrankung, macht die Recherche im Netz den Arztbesuch niemals überflüssig.

Mehr Gesundheit aus dem Netz?

Das Internet als Informationsquelle über Krankheiten ist nicht mehr wegzudenken. Auf zahlreichen medizinischen Seiten können sich Nutzer heute über Krankheiten kundig machen. Und etwa 80 Prozent der Deutschen tun das auch. Gegoogelt wird nach allen Krankheiten, besonders aber auch nach solchen, über die man nicht gern spricht wie Essstörungen, Depressionen, Hämorrhoiden oder ADHS. Doch egal, welche Beschwerden vorliegen – eine zuverlässige Diagnose aus dem Netz mit entsprechender Therapie ist kaum möglich. Fehldiagnosen können dazu führen, dass schwere Erkrankungen unerkannt bleiben und so bei falscher Eigenmedikation zu einer echten Gefahr werden. Und wer ein eher ängstlicher Typ ist, kann sich regelrecht krank googeln, wenn er über die Suche nach unspezifischen Symptomen wie Rücken- oder Kopfschmerzen über drei oder vier Klicks zur Krebsdiagnose gelangt und die nächstliegende Möglichkeit einer einfachen Verspannung außer Acht lässt. Da manche Seiten schlechte oder unvollständige Informationen liefern, ist die sorgsame Prüfung der Quellen im Netz ein unbedingtes Muss. Doch welcher medizinische Laie kann schon die Seriosität einer Quelle wirklich beurteilen? Wir geben Ihnen nachfolgende einige Hinweise, mit deren Hilfe Sie nützliche Seiten von weniger nützlichen oder gar unseriösen unterscheiden können.

Kriterien zur Beurteilung von Gesundheitsseiten im Netz

  • Wer ist für die Informationen verantwortlich? Hierzu immer das Impressum oder die Rubrik „Wir über uns" checken – eine bekannte gesetzliche Krankenkasse wie die pronova BKK etwa ist als Anbieter vertrauenswürdiger als ein Anbieter, der Ihnen etwas verkaufen möchte.
  • Wie alt sind die Informationen, wann wurden sie zuletzt aktualisiert?
  • Gibt es Quellenangaben und Hinweise auf wissenschaftliche Literatur oder entsprechende Studien?
  • Sind die Informationen ausgewogen und werden mögliche Nachteile einer Behandlung nicht verschwiegen?
  • Sind die Informationen kostenfrei und ohne Anmeldung mit einem Passwort zugänglich?
  • Ist Werbung immer klar als solche gekennzeichnet?
  • Vorsicht ist geboten bei Seiten, die sehr reißerisch formuliert sind, Beschwerden verharmlosen oder große Angst schüren; und auch bei solchen, die ein zu hundert Prozent wirksames Produkt gleich mitverkaufen wollen.
  • Die Informationen sollten immer gut verständlich und nicht im Fachchinesisch formuliert sein.
  • Wird klar darauf verwiesen, dass das Angebot im Netz einen Arztbesuch bei ernsthaften Beschwerden nicht ersetzt?