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Detox

Im Kaufrausch: Klickkaufen im Netz

Das Glück scheint nur einen Klick entfernt, denn Einkaufen im Netz geht verdammt schnell und fast wie von selbst: gestern ein modisch flauschiger Pulli, heute ein neues Kochbuch mit ultragesunden Rezepten, morgen die aktuelle CD der Lieblingsband – und auch die in Kürze erscheinende DVD ist schon vorbestellt, dazu noch Schuhe und das neue Smartphone. Die begehrten Stücke werden im Handumdrehen nach Hause geliefert, wie praktisch!

Sicher ist es mitunter von Vorteil, benötigte Produkte online kaufen zu können, die andernfalls nur schwer zu beschaffen wären. Doch die Verlockung ist riesengroß, mal eben auf die Schnelle und rund um die Uhr Dinge zu kaufen, die man nicht benötigt, von Geld, das man nicht hat, um damit Leute zu beeindrucken, die man vielleicht nicht einmal nicht mag. Höchste Zeit also, innezuhalten, die Mechanismen des Kaufrausches zu durchschauen und dem Ganzen durch eine geschickte Strategie Einhalt zu gebieten. Sicher, eine gute Portion Selbstdisziplin ist hier gefordert. Doch die Zurückhaltung beim Klickkaufen spart nicht nur jede Menge Geld, sondern auch Zeit und sorgt für reichlich Entspannung.

Online-shopping - Kaufsucht leicht gemacht

Das Phänomen Kaufsucht, also das zwanghaftes Kaufen von beliebigen Dingen um der Tätigkeit des Kaufens willen, ist keineswegs neu. Die Möglichkeit des Online-Shoppings allerdings erhöht das Risiko ganz beträchtlich, in eine solche Sucht abzurutschen: Die Angebote sind unendlich vielfältig, das Einkaufen funktioniert ganz ohne Bargeld, über 24 Stunden am Tag und völlig unbeobachtet. Außerdem werden Gefährdete über personalisierte Werbung mit ähnlichen Produkten zum fortgesetzten Kaufen animiert. Die Folgen können dramatisch sein: Dinge werden im Übermaß angehäuft, gelieferte Produkte nicht einmal ausgepackt, verräumt oder genutzt, die Freude über eine schöne Neuerwerbung weicht dem Zwang immer weiter kaufen zu müssen, Verschuldung droht genauso wie soziale Isolation.

Hinter einer Kaufsucht stecken oft psychische Probleme. Der Konsum soll etwa fehlende Zuneigung oder auch den Frust des Alltags kompensieren, Minderwertigkeitskomplexe ausgleichen, Anerkennung verschaffen oder schlicht die Langeweile vertreiben. Wer pausenlos im Netz auf Einkaufsjagd ist, sollte ehrlich mit sich sein und die Gefahr erkennen.

Folgende Tipps helfen auf dem Weg aus der Shopping-Falle:

  • Notieren Sie alle Einkäufe akribisch in einem Ausgabenbuch, um den Überblick zu behalten
  • Checken Sie immer Ihren Kontostand, bevor Sie im Netz nach Angeboten suchen
  • Führen Sie eine Liste mit den Dingen, die Sie im Netz gesehen haben und gerne hätten, warten Sie mindestens drei Tage ab und überdenken Sie Ihren Kaufwunsch noch einmal gründlich
  • Setzen Sie sich ein Limit beim Geldausgeben im Netz und überschreiten Sie dieses nicht
  • Erlauben Sie sich Online-Käufe nur zu bestimmten Zeiten in der Woche, also nur an wenigen Tagen während eines kleinen Zeitfensters, beispielsweise dienstags und donnerstags zwischen 20 und 21 Uhr, und halten Sie sich strikt daran
  • Lassen Sie sich nicht durch Angaben wie „Nur noch wenige Exemplare vorhanden", „Sonderangebot gilt nur für kurze Zeit" oder „Nur heute ohne Versandkosten" unter Druck setzen – in aller Regel stimmt zumindest die Behauptung mit dem sich rasch leerenden Lagerbestand nämlich nicht und man will Sie nur zum unreflektierten Einkauf verleiten
  • Löschen Sie regelmäßig Ihren Browserverlauf, um nicht ständig durch personalisierte Werbeanzeigen mit den bereits von Ihnen angeschauten Produkten aufs Neue konfrontiert und zum Kaufen animiert zu werden
  • Ersetzen Sie Ihren Kaufdrang durch andere gute Gewohnheiten wie Spaziergänge, Treffen mit Freunden oder einen Sportkurs
  • Wenn Sie sich selbst als gefährdet einstufen und die Selbstdisziplinierung Ihnen sehr schwer fällt, sprechen Sie mit einer vertrauten Person über Ihr Problem oder holen Sie sich professionelle Hilfe